16. Februar 2009

Feuerkatastrophe in Australien Umweltschutz tötet – schon jetzt

Der Kern der Umweltschutzideologie ist ihr Menschenhass

Kurz bevor in Südaustralien am vorvergangenen Wochenende die jüngsten verheerenden Buschfeuer ausbrachen, die fast zweihundert Menschen das Leben kosteten und unzählige Grundstücke vernichteten, lag die dortige Lufttemperatur bei selbst auf dem sonnigen Kontinent sehr ungewöhnlichen 46 Grad Celsius. Umweltschützer hatten sich beeilt, die hohen Temperaturen, dann auch die Buschbrände, dem Klimawandel zuzuschreiben. Wie auch nach der Überflutung New Orleans' nach dem Hurrikan Katrina im August 2005 deuteten Umweltschutzaktivisten und -politiker an, die Natur schlage zurück und bestrafe den Menschen für frevelhaftes Verhalten.

Es mag sein, dass die Extremtemperaturen vor dem Feuer zum Teil einer Klimaerwärmung geschuldet sind. Sie wird zwar heutzutage in den Medien eher Klimawandel genannt, weil man sich mit dem Wort „Erwärmung“ seit zwei Jahren in vielen Teilen der Welt nur noch lächerlich machen würde. Aber, nehmen wir das mal an. Nehmen wir ferner an, dass ein Teil dieser Erwärmung auf von Menschen zusätzlich freigesetzte Klimagase wie CO2 und Methan zurückzuführen ist. Würde ein vernünftiger Mensch den Ausstoß von Klimagasen in Europa, Amerika und Asien drastisch senken, und Millionen, wenn nicht Milliarden Menschen die Lebensgrundlage entziehen, um Buschfeuer in Südaustralien oder Überflutungen küstennaher Großstädte zu verhindern?

Wahrscheinlich nicht. Nicht, weil ihm die von den Katastrophen betroffenen Menschen egal wären, sondern weil es unmöglich ist, mit hinreichender Sicherheit zu sagen, ob eine drastische Senkung des Ausstoßes der Klimagase die gewünschte Wirkung hätte – die Senkung der Anzahl von Naturkatastrophen. Wir könnten bis zum Geht-nicht-mehr, also bis zur Ruinierung der Lebensgrundlage von 90 Prozent der Menschheit, den Ausstoß von Klimagasen vermindern – und trotzdem eine Klimakatastrophe bekommen. Zum Beispiel eine neue Eiszeit oder eine Erhöhung der Temperaturen mit Ausdehnung der Wüsten und Erhöhung des Meeresspiegels. Dann sähen wir nicht nur ziemlich düpiert aus, wir hätten vor allem dramatisch weniger Möglichkeiten, uns vor der Unbill der Natur zu schützen als zuvor.

Und das genau ist der relevante Punkt. Die Brandkatastrophe in Australien forderte diesmal deswegen so viele Opfer und verursachte deswegen so viel Sachschaden, weil die Politik und die örtlichen Behörden, angetrieben durch Umweltschützer, den Bürgern jahrelang verboten hatten, auf ihren eigenen Grundstücken Bäume zu fällen und Flurbereinigungen vorzunehmen. Nur in einem schmalen Streifen von bis zu sechs Metern von ihren Häusern war das den Einwohnern erlaubt. Viele protestierten, dass dies zum Schutz vor den häufig auftretenden Buschfeuern nicht ausreichen würde. Wer sich aber über die Anweisungen der Behörden hinwegsetzte, wie Liam Sheahan, bekam Geldstrafen aufgebrummt, in seinem Fall 50.000 australische Dollar – wobei für ihn nochmals 50.000 an Gerichtskosten hinzukamen. Er hatte vor sieben Jahren auf einer Breite von bis zu hundert Metern vor seinem Haus die Flur bereinigt, berichtete der „Sydney Morning Herald“ am 12. Februar. Während die Häuser seiner Nachbarn abfackelten, konnte Sheahan mit Hilfe seines Sohnes die Vernichtung seines Eigentums mit Ach und Krach gerade noch verhindern.

Jetzt hagelt es natürlich Anschuldigungen gegen Regierung und Behörden, weshalb diese bemüht sind, schnell mutmaßliche Brandstifter als Verursacher anzuklagen, um vom eigenen Versagen abzulenken. Doch nur eine Minderheit der Feuer ist, wenn überhaupt, durch Brandstiftung entstanden. Aber zur Fütterung der zornigen Massen reicht diese Ablenkung womöglich zunächst.

In den 1980er Jahren formulierten westdeutsche Rüstungsgegner den Spruch: „Rüstung tötet – schon jetzt“. Die Steuergelder, die in die militärische Rüstung flossen, fehlten bei der Bekämpfung der Armut in der Dritten Welt, so die Begründung. Mit noch mehr Berechtigung kann daher jetzt gesagt werden: „Umweltschutz tötet – schon jetzt“. Denn hier geht es nicht um die vermeintlich richtige oder falsche Verteilung von schon enteignetem Geld, sondern darum, dass durch Quasi-Enteignung den Menschen die Möglichkeit genommen wird, sich in adäquater Weise vor der Natur zu schützen. Auch in New Orleans übrigens, wo Umweltschützer jahrzehntelang eine Erneuerung der Deiche aus Sorge um das vorgelagerte Wattenmeer verhinderten.

Viele Umweltschützer haben ja eine gewisse Affinität für die ursprüngliche, erdverbundene Lebensweise der Ureinwohner. Doch im Fall des Schutzes vor Feuersbrünsten wollten Umweltschützer es den Aborigines nicht nachmachen. Diese legen seit Jahrtausenden kontrollierte Feuer, um ihre Jagdgründe vor solch verheerenden Bränden zu schützen. Doch der Kern der heutigen Umweltschutzideologie ist nicht der Schutz der Lebensgrundlage des Menschen, sondern ein Hass auf den Menschen, der ihre Vorgängerideologie, den Sozialismus, in Bausch und Bogen abgelehnt hat. Die wahre Geburtsstunde der Ökologiebewegung war der 13. August 1961, als die Berliner Mauer errichtet wurde und der Sozialismus damit vor der ganzen Welt seinen Offenbarungseid ablegte. Da der Mensch für den angeblich rationalen Sozialismus offenbar nicht vernünftig genug ist, besitzt er in den Augen dieser Ideologen auch keine wirkliche Vernunft, ist er also nichts weiter als ein unbehaarter Affe. Welche Rechte hat er, zu überleben, während andere Lebewesen wie Bäume und Insekten aufgrund seiner Handlungen sterben müssen? So gesehen natürlich keine.

Es ist diese Geisteshaltung, gegen die sich die Menschen wehren müssen, wenn sie in Zukunft weniger und nicht mehr unter Naturkatastrophen leiden wollen.

Internet

"afp": Australian wildfire ferocity linked to climate change: experts 

"Sydney Morning Herald": Green ideas must take blame for deaths

"Sydney Morning Herald": Fined for illegal clearing, family now feel vindicated


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