Robert Grözinger

Robert Grözinger, Jahrgang 1965, Diplom-Ökonom, ist freier Journalist und Übersetzer.

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Politische Korrektheit: Ein Opfer schlägt zurück

von Robert Grözinger

Die neuen "Arbeiter der Stirn" erhalten eine kräftige Kopfnuss

Der freie Austausch von Gedanken über gesellschaftliche Umstände ist für Mitglieder der herrschenden Elite zumindest ein Ärgernis. Das ist schon immer so gewesen und wird wohl immer so bleiben. Freie Geister werden daher immer wieder mit dieser Schicht in Konflikt geraten. Allgemeine Freiheit ist daher auch abhängig davon, wie stark sich Intellektuelle ihren Gegnern in der Elite widersetzen. Besonders verderblich ist der Einfluss der Elite auf die Freiheit, wenn ihr sogenannte „Intellektuelle“ angehören, die ihre Sicht der Welt zur Allgemeingültigkeit erheben wollen und alle von ihrer Sicht abweichende Gedanken als krankhaft, entartet oder unmenschlich bezeichnen. Seit dem Dritten Reich vermeiden sie solche Adjektive zwar, meinen aber das gleiche, wenn sie andere Worte verwenden. Der Sammelbegriff, unter der diese moderne, selbsternannte Priesterschaft firmiert, lautet heute „politische Korrektheit“.

Vor Jahren hat man noch über ihre Humorlosigkeit und ihre absurden Ersatzworte für angeblich verletzende Begriffe gelacht. Heute, nachdem zumindest die Karrieren einer unübersehbaren Zahl selbst hochrangiger und hoch angesehener Persönlichkeiten des öffentlichen und weniger öffentlichen Lebens von dieser neuen „Staatskirche“ der westlichen Länder zerstört worden ist, und nachdem Lehrpläne, Museen und Sprachen politisch korrekt umgekrempelt worden sind, lacht keiner mehr. Hin und wieder aber schlägt jemand zurück, und es ist sehr aufschlussreich, wie schnell die neuen „Arbeiter der Stirn“ ganz kopf- und sprachlos werden, wenn sie sich in ihrem Opfer verschätzt haben und jemand ihre Mobbertaktiken aufgreift und mit gleicher Münze zurückzahlt. Wem Freiheit etwas bedeutet, kann aus der folgenden Geschichte eine nützliche Lehre ziehen.

Was war passiert? Am 6.11.2008 hatte Professor Walter Block auf Einladung seines Kollegen Thomas DiLorenzo am Loloya College im US-Bundesstaat Maryland einen Gastvortrag gehalten. Thema: Soziale Gerechtigkeit. Der Ökonom Block lehrt in New Orleans an der dortigen Loyola Universität und hat zahlreiche Bücher und Artikel geschrieben, in denen er die Sichtweise der Österreichischen Schule der Ökonomie darstellt. Block ist ein Anarchokapitalist in der Tradition Murray Rothbards. Unter anderem erwähnte Block in seinem erwähnten Vortrag die „österreichische“ Erklärung für die geschlechtsspezifischen Lohndifferenz: Die niedrigere Produktivität der Frauen, die wiederum eine Folge der Institution der Ehe sei. Der Grund: In einer Ehe sind es zumeist die Frauen, die eine Erwerbsarbeit zugunsten der Haushaltsführung und der Kindbetreuung aufgeben. Block untermauerte diese These mit einigen statistischen Daten, die aufzeigten, dass diese Lohndifferenz verschwindet, sobald man lediglich die Einkommen von Unverheirateten beiderlei Geschlechts vergleicht. Damit sei die Behauptung vieler Feministinnen, die Lohndifferenz sei ein Ausdruck von Diskriminierung in einer patriarchalischen Gesellschaft, widerlegt.

Ein Unterschied des durchschnittlichen Intelligenzquotienten bei Männern und Frauen falle als Erklärung aus, weil es diesen nicht gebe. Allerdings, führte der Autor des Buches „Defending the Undefendable“ aus, sei die IQ-Standardabweichung bei Frauen deutlich geringer als bei Männern. Anders ausgedrückt: Frauen sind öfter im Mittelfeld, in einer zufällig ausgewählten Gruppe von Männern dagegen findet man dagegen häufiger die gesamte Bandbreite der Intelligenz vertreten, vom Dorftrottel bis zum wahnsinnigen Genie. Somit seien Männer, so Block, „der Risikoeinsatz“, Frauen dagegen „die Versicherungspolice Gottes oder der Natur.“

Dass der Lohnunterschied insgesamt auf einen Produktivitätsunterschied zurückzuführen sei, erklärte Block anhand eines Gedankenexperiments: Wenn dem nicht so wäre, würden viele Arbeitgeber schnell darauf kommen, dass man mit Arbeitnehmerinnen einen höheren Profit erreichen kann. Die Nachfrage nach weiblichen Angestellten würde steigen und somit die angebotenen Löhne. Damit wäre die Lohndifferenz bald verschwunden. Dass dem nicht so sei, beweise, dass es einen Produktivitätsunterschied geben muss, wovon die Lohndifferenz lediglich ein Ausdruck ist.

In der Fragerunde nach dem Vortrag wollte jemand wissen, warum es denn eine Lohndifferenz zwischen Schwarzen und Weißen gebe. Block antwortete zunächst, dass auch hier ein Produktivitätsunterschied vorhanden sein muss. Doch woher kommt er in diesem Fall, lautete die Nachfrage. Hier, so berichtet Block später über die Veranstaltung, habe er sehr vorsichtig geantwortet. Es gebe zwei Erklärungsversuche, und er als Ökonom sei nicht qualifiziert, darüber zu befinden, welche davon der richtige ist. Er wolle statt dessen den Zuhörern die Entscheidung überlassen. Die eine, politisch korrekte, Erklärung für die niedrige Produktivität seien die Sklaverei, die Jim-Crow-Gesetze, die diskriminierende Behandlung von Afroamerikanern in den Schulen und so weiter. Die andere, politisch unkorrekte Erklärung sei die von Richard Herrnstein und Charles Murray in ihrem Buch „The Bell Curve“ gegebene, wonach Schwarze, aus welchen Gründen auch immer, einen im Durchschnitt niedrigeren IQ haben.

Wie Block weiter berichtet, erhob sich kein Protest im vollbesetzten Saal, noch nicht mal ein Gemurmel. Die Veranstaltung endete kurz darauf in freundschaftlicher Atmosphäre. Einige Tage später jedoch erfuhr Block auf indirektem Weg, dass Vertreter des Fachbereiches Ökonomie des Colleges für den Vortrag eine Entschuldigung veröffentlicht hatten. Angeblich hätten sich Anwesende über Blocks Äußerungen beschwert. Später sollte sich herausstellen, dass sich nur einer beschwert hatte. Bezeichnender ist jedoch die Tatsache, dass die Fakultätsvertreter, von denen viele bei dem Vortrag gar nicht anwesend waren, es nicht einmal für nötig erachteten, Block zu dem Vorgang zu befragen, und sich statt dessen einfach für etwas entschuldigten, das nicht sie, sondern jemand anderes getan haben soll.

Damit begann, wie in solchen und ähnlichen Fällen üblich, ein wahres Kesseltreiben gegen den libertären Ökonomen. Doch Block wäre nicht Block, wenn er solch eine Herausforderung nicht kämpferisch, ja fast begeistert aufgreifen würde. In Email-Kommunikationen, die er seit dem auf der Webseite „lewrockwell.com“ veröffentlicht hat, forderte er seine Kritiker immer wieder dazu auf, ihm zu zeigen, wo genau er sich rassistisch und sexistisch geäußert habe, welche seiner Aussagen akademisch unvertretbar seien und wo er behauptet habe, dass seine eigene Fakultät in New Orleans in allen inhaltlichen Aussagen hinter ihm stehe. All dieses und mehr ist ihm nämlich in den letzten Wochen unterstellen worden. Doch die Antworten waren entweder schwammig, ausweichend oder blieben gleich ganz aus. Auch auf die Aufforderung, mit ihm über die strittigen Themen öffentlich zu debattieren, ist bislang noch niemand eingegangen.

Wenn jemand vor einigen Jahren auf diese Weise ein Tabu der „Kirche der politischen Korrektheit“ brach, dann wurde, wie jetzt, gegen den Ketzer eine Schmierenkampagne losgetreten. Fester Bestandteil der Kampagne war das Bestehen darauf, dass sich der Betreffende gefälligst zu entschuldigen habe. Entsprechende Anträge wurden dann an Universtitätsverwaltungen und Fakultätsleitungen gerichtet. Nun, wo die Vertreter der neuen Gedankenpolizei die akademischen Führungspositionen erreicht haben, „entschuldigen“ sie sich schlicht und einfach selber für das „Fehlverhalten“ ihrer „Untergebenen“. Damit erledigt sich aus ihrer Sicht jegliche Notwendigkeit einer Debatte. Die „Entschuldigung“ ist in Wirklichkeit eine Anschuldigung und der Versuch eines Schuldspruches zugleich.

In einem Kommentar zum ganzen Vorgang zitiert Blocks Kollege und Freund DiLorenzo einen Artikel aus dem „City Journal“ von John Leo, der das Klima der Intoleranz an den Universitäten auf den Kulturkampf der Neomarxisten der „Frankfurter Schule“ zurückführt:„Der Großteil der Zensur an den Universitäten ruht auf philosophischen Fundamenten, die auf den Sozialtheoretiker Herbert Marcuse zurückgehen, einem Held der Radikalen der 60er Jahre. Marcuse meinte, dass traditionelle Toleranz repressiv sei – sie wende Reformen ab, indem sie den Status quo ... nun, tolerierbar macht. Marcuse befürwortete Intoleranz gegenüber etablierten und konservativen Ansichten, Toleranz sollte nur den Meinungen der Unterdrückten, der Radikalen, der Subversiven und anderer Außenseiter gegenüber walten. Indoktrination von Studenten und 'alles durchdringede' Zensur anderer Ansichten seien notwendig, angefangen an den Universitäten ...“

Zensur und Debattenverweigerung sind derzeit Hauptkampfmittel der Neosozialisten in ihrem Kulturkampf gegen die Zivilisation. Ihr Vordenker Antonio Gramsci hatte schon in den 1920er Jahren richtig erkannt, dass die Brachialgewalt Lenins und Stalins, die Hitler später kopierte, im Hinblick auf die Errichtung einer neuen Gesellschaft keinen langfristigen Erfolg haben würde. Es müssten erst die kulturellen Werte des Bürgertums verschwinden, bevor sich der neomarxistische, strikt egalitäre Wertekanon durchsetzen kann. Es gibt jedoch zwei grundsätzliche Probleme mit diesem Vorgehen. Erstens ist das Ziel der Marxisten, auch der neuen Sorte, nämlich Egalitarismus, ein „Aufstand gegen die Natur“, wie Rothbard feststellte. Und das kann nie gut gehen. Zweitens, wenn man davon ausgeht, dass die Neosozialisten eine neue, bessere Gesellschaft errichten wollen, dann sind ihre Mittel nicht zweckdienlich. Denn sie verkennen, dass ein langfristig haltbarer Wertekanon auf spontane, ungeplante Weise wachsen muss und nicht gestaltet werden kann. Er ist nach Hayek ein Produkt menschlicher Handlung, nicht aber menschlicher Planung. Gepflogenheiten, Tabus und so weiter sind genauso wenig plan-, durch- oder absetzbar wie der volkswirtschaftliche Bedarf an Schuhen, Urlaub oder Schrauben.

Im Fall Block haben sich die PC-Priester mächtig verkalkuliert. Sie sind es gewöhnt, dass sobald jemand an ihrem Pranger steht, dieser um Gnade zu winseln beginnt. Besonders, wenn er auf einem lukrativen Posten sitzt. Doch da Block ein fest angestellter Professor ist, der hunderte von Veröffentlichungen vorzuweisen hat, der sich zudem derzeit im Sabbatjahr befindet, braucht er a) nicht zu befürchten, seine Stellung zu verlieren, und hat er b) viel Zeit, sich der Verteidigung seines Rufes zu widmen. Letzteres hat er offenbar mit großem Vergnügen getan. Beispielsweise hat er den „Affirmative Action Diversity Task Force“ seiner Universität, eine Gruppe zur „Förderung positiver Diskriminierung“, der selbstverständlich in den Chor der Hetzer gegen ihn eingestimmt hat, öffentlich angeklagt und somit den Spieß um 180 Grad gedreht. Aufgrund ihrer Aussagen unterstellt er ihnen, gegen ihn voreingenommen, rassistisch, sexistisch, antikatholisch und antisemitisch eingestellt zu sein und fordert sie auf, diesen seinen Hinweisen nachzugehen, etwa wie eine Untersuchungskommission der Polizei Vorwürfe polizeilichen Fehlverhaltens untersucht.

Die beiden letzten Vorwürfe Blocks bedürfen einer gewissen Erklärung: Die Loyola-Universität ist eine Einrichtung der Jesuiten. Der Gründer des Jesuitenordens, Sankt Ignatius von Loyola. Dieser hat genaueste Empfehlungen gegeben, wie man sich zu verhalten habe, wenn die Aussage eines Nächsten Anstoß erregt: Als ersten Schritt sollte man sie positiv zu interpretieren versuchen. Wenn das unmöglich scheint, sollte man den Anderen fragen, wie er die Aussage gemeint hat. Block fügt unter Hinweis auf Matthäus 18:15-17 hinzu, dass dies zunächst unter vier Augen zu geschehen habe. Wenn die Aussage falsch ist, sollte man ihn „liebenswürdig“ korrigieren. Wenn das nicht reicht, sollte man versuchen, die Aussage durch gütliche Interpretation „zu retten“. Oder man kann, wiederum nach Matthäus 18:15-17, zwei oder drei neutrale Parteien hinzuziehen, die sich der Sache annehmen. Erst wenn dann noch immer keine Einigung zu erzielen ist, kann man getrost seine Beschwerde an die Öffentlichkeit tragen. Doch im Fall der „Task Force“ wurde gleich dieser letzte Schritt unternommen. Daher habe sie sich „antikatholisch“ verhalten, so Block.

Am stärksten entlarvt Block jedoch seine Gegner mit seinem ironischen Vorwurf des Antisemitismus. Der Professor dazu wörtlich an seine Ankläger: „Ich bin Jude; dieser Brief [die öffentliche Anklage durch die Task Force] greift mich an. Daher ist er ein Angriff auf alle Juden. Also handelt es sich hier um einen Fall von Antisemitismus. Warum sollte ich Beweise zur Stützung meiner Anklage vorbringen? Nein, mir reicht eine Behauptung, die, soweit ich weiß, wahr sein könnte, und ich laste Ihnen die Verantwortung auf, zu beweisen, dass sie falsch ist. Hinweis: Eine Möglichkeit für Sie ist, dass Sie einen Fall aufzeigen, wo die Task Force einen Nicht-Juden genauso ungerecht behandelt hat. Geben Sie mir nur ein solches Beispiel, und ich werde diesen Teil meiner Anklage zurückziehen.“

Eine ehrliche Aufarbeitung dieses Falls durch die betroffene Priesterschaft der politischen Korrektheit ist nicht zu erwarten, da Ehrlichkeit nicht die Sache der kulturellen Marxisten ist. Ihnen bleibt nur die Hoffnung, dass irgendwann Gras über die Sache wachsen wird und sie ansonsten weitermachen können wie bisher. Es ist daher zu erwarten, dass sich die Angriffe auf die Freiheit des Internets verstärken wird. Denn das Internet ist im Kampf um die Köpfe das, was die Handfeuerwaffe im Kampf um den Geldbeutel ist: der große Gleichmacher. Es liegt an den freien Geistern dieser Welt, aus dem „Fall Block“ zu lernen, das Internet entsprechend zu nutzen und die Freiheit bei jeder sich bietenden Gelegenheit effektiv zu verteidigen.

Internet:

Walter Block: A (Not So) Funny Thing Happened To Me in Baltimore

Walter Block: J'Accuse

Das Walter Block Archiv bei lewrockwell.com

Thomas DiLorenzo: Thought Policing 101

Bill Lind: The Origins of Political Correctness

31. Dezember 2008

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Kommentare

freiheitistunteilbar, am 01. Januar 2009 um 1:30 ( Link )

Das wirksamste Mittel im Kampf gegen die PC Kastraten ist, sie daran zu messen, worauf sie sich verpflichtet haben, der "political correctness."

Gegenüber diesem Pack muss man standhaft sein, will man nicht durch eine Rufmordkampagne als persona non grata gelten.

albino, am 02. Januar 2009 um 13:40 ( Link )

Zur Widerlegung der Lüge von der "frauenfeindlichen" Lohndiskriminierung siehe u.a. auch http://manndat.de/index.php?id=43

Hier in Deutschland hat sich das Frauenministerium immerhin dazu durchgerungen zuzugeben, dass die von Ministerin Uschi von der Leyen getätigte Aussage "Frauen verdienen für die gleiche Arbeit 22 Prozent weniger" nicht zutrifft und somit auch nicht mehr verwendet wird (siehe http://manndat.de/index.php?id=532).

Ein Erfolg? Nur bedingt, denn jetzt heißt es in den Verlautbarungen der Ministerin "gleichwertige" Arbeit statt "gleiche". So einfach lassen sich die Hohepriester der politischen Korrektheit nicht aus dem Sattel heben.
Es heißt also weiter kämpfen...

freiheitistunteilbar, am 02. Januar 2009 um 15:06 ( Link )

Ein Erfolg? Nur bedingt, denn jetzt heißt es in den Verlautbarungen der Ministerin "gleichwertige" Arbeit statt "gleiche". So einfach lassen sich die Hohepriester der politischen Korrektheit nicht aus dem Sattel heben.

Gleichwertig? Für wen und wer vermag das zu beurteilen?

:-))

Schon lustig, wie verzweifelt versucht wird die eigene Deutungshoheit zu retten. Gleiche Arbeit ist messbar, sofern die Parameter, "Betriebszugehörigkeit, Erfahrung, Überstunden und die damit verbundenen Prämien," identisch sind.

Gleichwertige Arbeit allenfalls, wenn sie der gleichen entspricht.

Fatal, am 02. Januar 2009 um 22:34 ( Link )

Ein Verhalten wie das, was als "Political Correctness" bezeichnet wird, findet man nicht nur links, sondern in jedem ideologischem Spektrum.

Sowohl in linken als auch in rechten Foren wurde ich mit unsachlichen Beleidigungen angegriffen, wenn ich ein Thema diskutieren wollte, das der Mehrheit der Diskutanten politisch unangenehm war, die wenigsten Diskussionsteilnehmer, genau genommen gar keiner, hat je versucht, mich mit sachlichen Argumenten für seine Ansichten zu gewinnen, sondern es wurde immer versucht, mich mit haufenweisen Schmähungen mundtot zu stellen.

Der einzige Unterschied ist der, dass Linke derzeit in der BRD die Meinungshoheit innehaben und dass dadurch die linke PC um einiges wirkungsvoller ist. Das heißt aber nicht, dass gegenläufige Meinungen von anderen Weltanschauungen respektiert würden und werden.

Wenn Herr Block übrigens schon eine derartige pseudowissenschaftliche Studie (die für den ein oder anderen Betroffenen mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit eine handfeste Beleidigung darstellt) zitiert, hätte er sich zumindest davon distanzieren können.

Zwischen den einzelnen "Rassen" (ich verwende dieses Wort, obwohl es wissenschaftlich (nicht politisch) unkorrekt ist, gibt es keinen Unterschied im Aufbau der Gehirnstruktur.
Auch der Vorteil, der häufig bei Schwarzen im Bereich rhythmischer Musik, bei Asiaten in Mathematik oder bei Russen im Schachsport festgestellt werden kann, lässt sich allein auf frühkindliche Prägung, nicht auf genetische Prädisposition zurückführen

freiheitistunteilbar, am 03. Januar 2009 um 0:40 ( Link )

@Fatal:

Wenn Herr Block übrigens schon eine derartige pseudowissenschaftliche Studie (die für den ein oder anderen Betroffenen mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit eine handfeste Beleidigung darstellt) zitiert, hätte er sich zumindest davon distanzieren können.

Zumindest hatte er eine Quelle vorzuweisen, und selbst?

Inwiefern Rasse wissenschaftlich unkorrekt sein soll werden Sie sicher auch erläutern können. Zum Thema, Prof. Walter Block hat diese Studie nicht selbst verfasst und nur ein Erklärungsmuster aufgezeigt. Sich von etwas zu distanzieren, was man selbst nicht ausdrücklich befürwortet wäre ziemlich dumm - eine unnötige und selbstverleugnende Verbeugung vor dem Zeitgeist eben.

Alexander Schoppmann, am 03. Januar 2009 um 2:09 ( Link )

Politisch korrekt, ein neues Wort für LINIENTREU und wohert das kommt wissen wir alle.

twomaze, am 03. Januar 2009 um 18:36 ( Link )

@Fatal

Wieso pseudowissenschaftlich? Was ich gelesen habe gibt es solche Unterschiede. Da kommen wir Mitteleuropäer aber auch nicht gut weg.

Fatal, am 03. Januar 2009 um 19:41 ( Link )

Inwiefern Rasse wissenschaftlich unkorrekt sein soll werden Sie sicher auch erläutern können.

Klar kann ich das. Die für unsere "Rasse" determinierenden Gene machen weniger als 3% unseres Genpools aus, innerhalb einer "Rasse" können die Unterschiede aber bis zu 10% betragen - ergo können ein Schwarzer und ein Inuit genetisch mehr gemeinsam haben als zwei Schwarze. Zwischen den Rassen einzelner Primaten liegen die genetischen Unterschiede im 20%-Bereich, was den Begriff Rasse rechtfertigt.

Zumindest hatte er eine Quelle vorzuweisen, und selbst?
Leider habe ich die zugehörigen Quellen nicht zur Hand, ich erinnere mich aber an eine Zwillingsstudie, die bei getrennt und gemeinsam aufwachsenden eineiigen Zwillingen durchgeführt wurde: Bei den getrennt aufwachsenden waren IQ-Unterschiede von bis zu 20 (!) Punkten keine Seltenheit, bei den gemeinsam aufwachsenden war der Unterschied meist im unteren einstelligen Bereich.

In den 80ern gab es eine Studie, die an schwarzen Pflegekindern gemacht wurde, die bei weißen Pflegeeltern aus der Mittelschicht aufwuchsen. Ihre Leistungen in der Schule unterschieden sich nicht von ihren weißen Mitschülern, auch ihr Verhalten bis hin zum Musikgeschmack (der meist zwischen Schwarzen und Weißen unterschiedlich ist) zeigte keine nennenswerten Unterschiede zu ihren weißen Gleichaltrigen.

Dass ein Äquatorial-Neuguineaer, der möglicherweise nie ein Schulgebäude von innen gesehen hat bei einem IQ-Test schlechter abschneidet als ein Mitteleuropäer sollte eigentlich auch nicht überraschen.

@ twomaze: Ja? Aber wie kann man sich dann erklären, dass es Mitteleuropäer waren, die als allererste nicht nur einen niemals dagewesenen Wohlstand geschaffen haben, sondern auch ein Kultur- und Wertesystem, das weltweit seines Gleichen sucht?

Schlenni, am 04. Januar 2009 um 10:34 ( Link )

@ Fatal: Ohne Ihnen auf die Füße treten zu wollen: Mich würden mal die Quellen bezügl. der Prozentangaben "machen weniger als 3% unseres Genpools aus, innerhalb einer "Rasse" können die Unterschiede aber bis zu 10% betragen" interessieren.

Satanas, am 04. Januar 2009 um 21:42 ( Link )

Herrn Block ist für seine Verteidigung (seiner Selbst wie der Redefreiheit) natürlich alles Gute zu wünschen. Aber selbst wenn alle seine Gegner gestehen würden: Ja, wir hatten Unrecht, ja das war eine niederträchtige Kampagne und ja es tut uns Leid- wären keine nachhaltigen Erfolge zu erwarten. Die Cliquen, die sich in der Presse und den amerikanischen Unis (Gott sei Dank haben wir in Deutschland weniger "Betreuung" pro Student) eigenistet und durch sukzessiven Aussschluss der Moderaten Kräfte immer weiter radikalisiert haben, sind nämlich der Öffentlichkeit kaum Rechenschaft schludig. Man würde ja wegen einer solchen Kampagne weder die Professoren austauschen noch die Machtstrukturen in der Uni ändern, um solche Kampagnen (die eben nicht auf der Meinung breiter Kreise der Studentenschaft beruhen) unmöglich machen würden. Wie kann man das erreichen? Ich bin für mehr Basisdemokratie an den Universitäten. Auf diese Weise windet man den radikalen Cliquen die Machtmittel aus der Hand. Sie hätten dann nur noch den Einfluss, der ihrem zahlenmässigen Anteil entspricht.

Gegenvorschläge sind willkommen.

Satanas, am 04. Januar 2009 um 22:50 ( Link )

@Fatal

So, dann will ich mal versuchen sie für uns (wer immer sich jetzt angesprochen fühlt) zu gewinnen.

Vorweg:
"Sowohl in linken als auch in rechten Foren wurde ich mit unsachlichen Beleidigungen angegriffen, wenn ich ein Thema diskutieren wollte..."

Ich hoffe doch hier sind sie nicht unsachlich angegriffen worden? Ich habe den Ton hier eigentlich immer recht zivilisiert empfunden. Libertäre erkennt man schliesslich am Umgang mit anders Denkenden, sofern sich diese nicht in die eigenen Angelegenheiten einmischen wollen.

Weiter:

"Wenn Herr Block übrigens schon eine derartige pseudowissenschaftliche Studie (die für den ein oder anderen Betroffenen mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit eine handfeste Beleidigung darstellt) zitiert, hätte er sich zumindest davon distanzieren können."

Die Frage ist: Hätte er sich auch davon distazieren müssen? Ob die Studie nämlich wissenschaftlich ist oder nicht, kann man erst entschieden wenn man sie gelesen, hinterfragt und beurteilt hat. Und wenn diese Studie eben gewisse Begabungsunterschiede nahelegt, wird sie nicht dadurch unwissenschaftlich, dass die einen besser und die anderen schlechter wegkommen.

Wenn die Studie aber Fehler enthält, genügt es auf diese Fehler hinzuweisen. Die Redefreiheit ist ein hohes Gut- und was höflich ist und was nicht sollte jeder für sich entscheiden.

Zum Thema Rassen:
"Zwischen den Rassen einzelner Primaten liegen die genetischen Unterschiede im 20%-Bereich, was den Begriff Rasse rechtfertigt."

Hier meinen sie doch sicher Art? Mensch und Schimpanse bilden keine Rassen einer Art, sie sind z.B. nicht kreuzbar. Das ist auch die Definition von Art: Zwei Mitglieder können fortpflanzungsfähige Nachkommen erzeugen. Der genetische Unterschied ist für die Definition unerheblich.

Zum genetischen Unterschied zwischen Mensch und Affe:
Josef Reicholf (ausgezeichnet mit dem Sigmund Freud Preis für wissenschaftliche Prosa) zitiert eine Studie, die einen

Unterschied von 0,02%

nennt. Es kommt also sehr darauf an, welche Gene es sind- ich erinnere mich Dunkel dass man bei 30% schon zu den Pflanzen kommt.

http://www.springerlink.com/content/w20214n6830k5481/

"Die für unsere "Rasse" determinierenden Gene machen weniger als 3% unseres Genpools aus, innerhalb einer "Rasse" können die Unterschiede aber bis zu 10% betragen"

Ohne jetzt näher auf die Zahlen eingehen zu wollen: Es gibt wichtige und unwichtige Gene. Hat eine Population eine hohe genetische Varainz, so ist sie alt, ist die Varianz gering, so stammt sie eben noch nicht so lange von ihrer Gründerpopulation ab. Und vielleicht sind die prozentualen Unterschiede (Varianz) innerhalb der Arten Menschen/Schimpansen ja auch grösser als die prozentualen Unterschiede zwischen den Arten. Aber was hiesse das? Gar nichts, genau. Wir sind darum noch lange keine Schimpansen.

Auch wenn Genetiker behaupten sie könnten keine Rassen unterschieden, der Mann von der Strasse kann es. Vielleicht sollten die Genetiker die Ursachen in ihrem fehlenden Wissen suchen. Außerdem kam die Behauptung es gebe keine Rassen tatsächlich ind die Diskussion, als

ethno-spezifische Medikamente entwickelt wurden:

http://diepresse.com/home/techscience/wissenschaft
/407671/index.do?from=simarchiv

Insofern sollte man gerade einmal jene Studien in Frage stellen, die lange Zeit behauptet haben, es gebe schlicht keine Rassen.
Die Vorstellung der Rasse als soziales Konstrukt erinnert doch arg an die Vorstellung vom konstruierten Geschlecht- Kulturbolschewismus. In China führten ähnliche Studien (die den Bauern aufgezwungen wurden) über die Kooperation von verschiedenen Getreidearten zu schlimmen Missernten. (Nachzulesen im Schwarzbuch des Kommunismus; China: ein langer Marsch in die Nacht, Die grösste Hungernot aller Zeiten; s.541)

"Auch technische Gründe trugen zu der dramatischen Zuspitzung bei. Bestimmte Anbaumethoden, die direkt auf den sowjetischen Wissenschaftler Lyssenko zurückgingen und auf einer VOLUNTARISTISCHEN NEGIERUNG DER GENETIK basierten, hatten in China .. den Stellenwert von Dogmen.

Sie wurden den Bauern aufgezwungen und erwiesen sich in den Auswirkungen als verheerend.

Mao hatte verkündet: 'In Gesellschaft wächst es [das Getreide] besser' - eine kreative Übertragung der Klassensolidarität auf die Natur- und so wurde der Samen außerordentlich dicht aufgebracht... . Die jungen Pflanzen verdrängten sich gegenseitig, ... , Weizen und Mais vertrugen sich überhaupt nicht auf dem selben Feld,.. "
(Hervorhebungen von mir - die Zahl der Toten wird auf 20 Mio (offizielles China) bis zu 43 Mio geschätzt.)

Dies sollte verdeutlichen, welcher Schindluder mit Wissenschaft getrieben werden kann.
Daß solche "Studien" von der Presse verstärkt und gelobt werden, wundert mich überhaupt nicht. Es stört mich aber auch nicht, solange niemand von mir verlangt, ich solle mich danach richten.

Welche Folgerungen sollte man ziehen? Niemand hat einem anderen die Wahrheit vorzuschreiben. Was man glaubt und was nicht sollte dem Einzelnen überlassen bleiben. Im Allgemeinen führt die Abwesenheit staatlicher Regulierungen auch zur Abwesenheit von Spannungen zwischen den Ethnien, weil dann niemand dem anderen etwas wegnimmt oder solche Spannung schüren und instrumentalisieren kann.

Wissenschaftliche Studien, ob beleidigend oder nicht, kann man solange mit Gleichmut betrachten, solange man nicht genötigt wird, sich nach ihnen zu richten. Denn wenn eine Studie herausfinden sollte, daß Schwarze dumm wären, würden sie ja davon nicht dumm werden, oder?

Heiko Kretzschmar, am 05. Januar 2009 um 1:03 ( Link )

@ Fatal

„Wenn Herr Block übrigens schon eine derartige pseudowissenschaftliche Studie (die für den ein oder anderen Betroffenen mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit eine handfeste Beleidigung darstellt) zitiert, hätte er sich zumindest davon distanzieren können.“

Was Sie an anderen, besonders an den Rechten, kritisieren, praktizieren sie selbst: Politische Korrektheit. Weil Ihnen das Ergebnis nicht gefällt, muß die Studie zwangsläufig „pseudowissenschaftlich“ sein. Wenn Sie glauben, die Wahrheit könne niemals beleidigend sein, dann spricht das wohl für einen Mangel an Lebenserfahrung. Gelesen haben Sie das Buch natürlich nicht, sondern das Urteil von anderen übernommen. Spiegelleserwissenmehr.

Sie glauben, einen Widerspruch gefunden zu haben, und somit sei die ganze Studie Unsinn. Solche Schlußweisen sind in der Mathematik oder der Theoretischen Physik möglich, wo man streng axiomatisch vorgeht. Die Anzahl der Primzahlen kann nicht endlich sein, denn aus einer endlichen Menge von Primzahlen ist es möglich, eine weitere Primzahl zu konstruieren, die größer ist, als jede dieser Primzahlen. Der Wirkungsgrad einer beliebigen Wärme-Kraft-Maschine kann nicht größer sein als der des Carnot-Prozesses, anderenfalls wäre es möglich, ein Perpetuum Mobile 2. Art zu bauen usw. Bei statistischen Aussagen (mit riesiger Streuung) über empirische Zusammenhänge (wo es keine einfache Ursache-Wirkung-Beziehung gibt und die theoretisch nicht vollständig verstanden sind), kann man nicht so argumentieren. Vielleicht sind es gar nicht die Gene (wie die Erfinder der Gesamtschule z. T. noch heute glauben), oder es kommt nur auf ganz wenige an, so daß Menschen mit sehr verschiedenen Genen ähnlich intelligent sein können und umgekehrt. Wie dem auch sei: Wenn Herrnstein und Murray gezeigt haben, daß mit einer Signifikanz von 99 % der mittlere IQ schwarzer Amerikaner unter dem weißer Amerikaner liegt, und das mit anerkannten Methoden, wie sie beispielsweise in der Medikamentenforschung vorgeschrieben sind, und die Studie nicht gefälscht ist, wovon ich ausgehe, denn die Ergebnisse der Intelligenztests stammen aus offiziellen Quellen, dann haben die ein Problem, deren Theorien etwas anderes voraussagen, nicht umgekehrt. Die Fakten können nicht falsch sein; sondern die Theorie ist falsch, wenn sie den Fakten widerspricht.

Das Argumentationsmuster ist dasselbe wie bei christlichen Fundamentalisten, die die Evolution ablehnen. Sie haben ein 20-seitiges Traktat bei sich, in dem mit einer Handvoll Argumenten „bewiesen“ wird daß die Evolution gar nicht stattgefunden haben kann. Auf die Idee, daß sich deren Befürworter auch schon über die angeblichen Widersprüche Gedanken gemacht haben, kommen sie gar nicht. Sie glauben wahrscheinlich, daß die gesamte Evolutionsbiologie eine riesige antichristliche Verschwörung ist, mit dem alleinigen Ziel, ihnen ihren Glauben madig zu machen. Sich mit den Argumenten der Befürworter zu beschäftigen, lehnen sie ab, schließlich haben ihre „Experten“ (z. B. Prof. Werner Gitt) in ihren zahlreichen Büchern die Evolution längst „widerlegt“.

Eine besondere Form von Dummheit, die oft bei sog. Intellektuellen angetroffen wird, ist die Ablehnung empirischer Erkenntnisse. Was nicht ins Weltbild paßt, wird entweder ausgeblendet oder mit Mitteln der Scholastik bekämpft. Ihre Intelligenz benutzen sie, um sich von der Wahrheit abzuschotten. So erklärt es sich, daß manchmal Menschen mit den höchsten Bildungsabschlüssen zu besonderer ideologischer Verbohrtheit neigen.

Kosto, am 05. Januar 2009 um 16:30 ( Link )

Fatal@ natürlich gibt es Rassen, sowohl bei Tieren als auch bei Menschen. Und Rassen haben Eigenschaften, die sich sowohl äußerlich als auch in ihren Fähigkeiten auszeichnen. Und die sind angeboren. Da beißt die Maus keinen Faden ab. Sehr anschaulich kann man das bei den Hunden sehen. Da gibt es die unterschiedlichsten Anlagen bei den verschiedenen Rassen, die genetisch bedingt sind. Und beim Menschen ist das nicht anders.
Nur politisch engstirnige Menschen versuchen das zu leugnen.
Und deshalb lohnt es auch für mich nicht auf ihre Fehldeutung näher einzugehen.

Frank Martin, am 05. Januar 2009 um 17:46 ( Link )

U. a. zum Thema Rasse äußerte sich Michael Klonovsky vor kurzem im Deutschlandradio in seinem Beitrag "Verbale Eiertänze":

"Verboten ist ferner das Wort "Rasse", denn es gibt keine. Was aber immer wieder mit der größten Selbstverständlichkeit in den Medien vorkommt, sind Rassenunruhen. Wer mag für sie verantwortlich sein? Erstaunlich überdies, dass gerade diejenigen, die am vehementesten meinen, es gebe keine Rassen, bei der Wahl Barack Obamas immer wieder auf seine Hautfarbe hinwiesen. Hier beginnt schon der nächste verbale Eiertanz. Das N-Wort ist verboten (auch wenn es jeder denkt), und das gleichbedeutende "schwarz" inzwischen so gut wie. Also ward das Wort "farbig" herbeigefaselt. Farbig ist allerdings auch George Bush, nämlich ungefähr beige. Darf der sich nun diskriminiert fühlen?"

freiheitistunteilbar, am 06. Januar 2009 um 19:42 ( Link )

Aus Furcht vor etablierten Begriffen, weil nicht PC konform, konstruiert das Alt-68er Establishment neue Begriffe, die vor Widersprüchlichkeit nur so strotzen oder deutet bestehende Begriffe um, mit gleichem Ergebnis.

Man muss schon verzweifelt sein, wenn man Neger und Mulatten nicht als solche benennen will ;-)

dickbrettbohrer, am 08. Januar 2009 um 5:24 ( Link )

Eine besondere Form von Dummheit, die oft bei sog. Intellektuellen angetroffen wird, ist die Ablehnung empirischer Erkenntnisse. Was nicht ins Weltbild paßt, wird entweder ausgeblendet oder mit Mitteln der Scholastik bekämpft. Ihre Intelligenz benutzen sie, um sich von der Wahrheit abzuschotten. So erklärt es sich, daß manchmal Menschen mit den höchsten Bildungsabschlüssen zu besonderer ideologischer Verbohrtheit neigen.

Das ist genau der Punkt, sehr geehrter Herr Kretschmar. Alltägliche Erfahrung in allen Bereichen.

Haiduk, am 10. Januar 2009 um 3:43 ( Link )

Wunderbar herausgearbeitet!

Gramsci steht bei der Partei 'Die Linke' weiterhin hoch im Kurs. Hier ein Artikel von Kolja Moeller (Linke) auf Basis der Gedankenwelt Antonio Gramscis und darin speziell dessen Entlehnungen aus dem Werk "Der Fürst" von Niccolò Machiavelli:

http://www.linksnet.de/de/artikel/21124

Moeller empfiehlt, daß sich idealerweise die gesamte Partei gedanklich in die Rolle eines "modernen Fürsten" versetzen soll, um in dieser Geisteshaltung einen "Kollektivwillen" zu entwickeln und somit die "Hegemonie" über die "Zivilgesellschaft" zu schaffen!

Hätte sich irgendwer vorstellen können, daß es Leute gibt, die derart freimütig von DDR 2.0 sprechen? Bei der Partei der fürstlichen Arbeiteraristokratie findet man solche Leute.

Wahre Sternstunden in dem Papier sind:

Der moderne Fürst sollte aber schon "anerkannt" sein und sich "bewährt" haben. Dies ist ein interessanter Aspekt, der Forderung Gramscis nach einem "dem Jakobinismus gewidmeten Teil des Fürsten". "Der moderne Fürst muss einen dem Jakobinismus (in der umfassenden Bedeutung, die diese Bezeichnung historisch gehabt hat und begrifflich haben muss) gewidmeten Teil haben, als Beispiel dafür, wie ein Kollektivwille konkret sich herausbildet und gehandelt hat, der zumindest in einigen Aspekten eine Neuschöpfung, ursprünglich war"

Wird die "Verwundbarkeit" in materieller und rechtlicher Hinsicht als Kriterium für das Prekariat zum Ausgang genommen, fallen hierunter sowohl Beschäftige im Niedriglohnbereich des Dienstleistungssektors als auch Wissensarbeiter oder Free-Lancer in der IT-Branche. Prekarisierte Wischmobs treffen auf prekarisierte Laptops. Es liegen vollkommen verschiedene Arbeits- und Lebenswelten vor. Zusätzlich sind die Prekarisierten keine geschlechtsneutralen Subjekte, sondern Männer und Frauen, die sich durch die diesbezüglichen Zuschreibungen und Machtverhältnisse hindurch konstituieren.

Gramsci greift auf Machiavellis "Der Fürst" zurück, um die Aufgaben und Herausforderungen der kommunistischen Parteien zu beschreiben. Sie spielen die Rolle von "modernen Fürsten".Dabei begreift Gramsci Machiavelli nicht als Stichwortgeber für rücksichtsloses Machthandeln, zu dem er fälschlicherweise in der populärwissenschaftlichen Literatur gemacht wird. Er legt eine republikanische Lesart des "Fürsten" nahe: Gramsci liest ihn als "politisches Manifest", das davon handle, "wie der Fürst sein muss, um ein Volk zur Gründung eines Staates zu führen"

Moellers Text ist offizieller Beitrag zur Strategiedebatte, weil er in der letztes Jahr in der Publikation "Utopie Kreativ" erschien

http://www.rosalux.de/cms/fileadmin/rls_uploads/pdfs/Utopie_kreativ/210/210abstracts.pdf

die von der Rosa Luxemburg Stiftung getragen wird und Moeller hatte ihn ja auch als Debattenbeitrag formuliert.

Besonders witzig ist, daß er der Emanzipatorischen *g* Linken

http://www.emanzipatorische-linke.de/

angehört, die an Projekten wie diesem arbeitet:

http://www.prager-fruehling-magazin.de/

Herr Grözinger, könnten Sie mir daraus einen investigativen Artikel schreiben?


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