| ||||||||
![]() Jg. 1969, Medienwissenschaftler und Journalist. Regelmäßiger Kolumnist der Zeitschrift eigentümlich frei. ef-Sucheef-EinkaufspartnerWenn Sie ef-online unterstützen möchten, starten Sie bitte Ihre Amazon-Einkäufe mit Klick auf diesen Button: |
Meinungsfreiheit: Es ist schon wieder Jagdsaisonvon Arne Hoffmann Extremisten hetzen Nah-Ost-Experten Manche Leute scheinen sich nur im Zustand höchster Empörung so richtig wohlzufühlen. Und was hatten die nicht gerade in den letzten zwölf Monaten für einen Spaß! Die Abstände wurden von Jagd zu Jagd immer kürzer, die Anlässe um so absurder. Nachdem ausgerechnet Eva Herman zur Nazi-Schlampe hochhysterisiert wurde, glaubte man schon, es könne gar nicht irrer kommen. Pustekuchen. Im Januar phantasierte die BILD, ganz Deutschland sei schockiert, weil "DJ Tommek" (polnische Mutter, marokkanischer Vater, schwarze Freundin) als Gast der RTL-Trash-Show "Ich bin ein Star, holt mich hier raus!" gealbert hatte, es seien "so viele Ausländer hier im Haus" und einen ironischen Hitlergruß gezeigt hatte. Im Frühsommer versuchte man dem CDU-Politiker Peter Krause mit den aberwitzigsten Textauslegungen eine rechtsradikale Gesinnung zu unterschieben – ein Manöver, das selbst manche Zeitung, die daran beteiligt war, im Nachhinein als schäbig erkannte. Die Skandalierung um Faruk Sen ist fast schon wieder vergessen, sie ist ja auch schon länger als einen Monat her. Und dieser Tage kocht ein Fall hoch, bei dem es, ähnlich wie bei Peter Krause, mal wieder darum geht, in verschiedene Veröffentlichungen eines Autors irgendetwas Belastendes hineinzulesen. Die Munition bei der aktuellen Jagdsaison sind die allzeit beliebten Antisemitismusvorwürfe; bei dem Wild handelt es sich um den Nahost-Experten Dr. Ludwig Watzal, Mitarbeiter der Bundeszentrale für politische Bildung. Ein anerkannter und vielfach publizierter Wissenschaftler, der in den Augen mancher Fundamentalisten jedoch einen entscheidenen Fehler aufweist: Watzal hat ein Auge für Grautöne, empfindet auch Mitleid mit den Palästinensern und kritisiert immer wieder das Vorgehen des israelischen Staates. Bei den aktuellen Attacken auf Ludwig Watzal allerdings handelt es sich nur um den vorläufigen Höhepunkt einer Treibjagd, die schon seit mehreren Jahren durchs Unterholz fegt. Den Blattschuss versuchte am Donnerstag Benjamin Weinthal mit einem weiteren Artikel in der "Welt" zu setzen. Vom Stil her kommt der Artikel daher, als wäre er eine sachliche Berichterstattung. Dass er sich selbst seit einiger Zeit im Konflikt mit Ludwig Watzal befindet, verschweigt Weinthal dem Leser. Stattdessen wird dieser, wie man es von derlei Beiträgen inzwischen gewohnt ist, mit den atemlos abgespulten Angriffen der Anklage überhäuft. Watzals beispielsweise auf seiner Website einsehbaren Gegendarstellungen und Verteidigungen fehlen völlig. Wobei manche dieser Angriffe so lächerlich sind, dass sie direkt selbst schon als Argumente der Verteidigung durchgehen könnten: Watzal schreibe auf seiner Homepage von einer "Israelisierung der USA", erfährt man beispielsweise. Klingt interessant und wäre eine gute Gelegenheit, den Lesern zu erklären, was Watzal damit meint, sowie zu analysieren, ob er damit richtig oder falsch liegt. Das wird natürlich nicht gemacht, stattdessen wird diese Formulierung als "antisemitisch" abgehakt, und schwupps, schon folgt der nächste Vorwurf – Watzal habe in seinem Blog geschrieben: "Meinen Urlaub verbrachte ich in einem gelobten Land, das nicht von US-amerikanischen und israelischen Truppen besetzt ist." Ja, darf man denn so etwas Gemeines schreiben? Und schließlich: Watzal habe die Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Berlins, Lala Süsskind, veralbert, indem er sie mit "Laa Laa" von den Teletubbies in einem Atemzug genannt habe. Wenn das nicht der Gipfel der Barbarei ist! Eine Jüdin mit einer Figur aus dem Kinderfernsehen zu vergleichen – so etwas Grauenvolles haben bestimmt schon die Nazis gemacht! Im Ernst: Verglichen mit der Polemik, die gerade in den letzten Wochen von der israelischen Lobby in Deutschland ausging (wo Israelkritiker als "Kanalratten" beschimpft oder als Geistesgestörte dargestellt wurden) ist Watzals Scherz vor allem eines: ein Ausbund an Harmlosigkeit. Wie verzweifelt und zugleich fanatisch Benjamin Weinthal ist, um Watzal auch nur irgend etwas anhängen zu können, wird deutlich, wenn er dem Nahost-Experten an einer Stelle vorwirft, dieser habe auf seiner Internetseite die Zeitung "junge Welt“ gelobt, die Weinthal als "linksextrem" bezeichnet. Recherchiert man nach, welche Zeitungen Weinthal nicht nur lobt, sondern für die er sogar schreibt, dann stößt man schnell auf dessen Veröffentlichungen in der "jungle world" – die die Verfassungsschutzämter verschiedener Bundesländer als "linksextremistisch" einstufen. Glashaus. Steine. (Bemerkenswert ist übrigens, dass Weinthal neben dem umstrittenen Historiker Wolfgang Wippermann, der sich wegen Eva Hermans Verwendung des Wortes "Gleichschaltung" gar nicht mehr einkriegen konnte, schon der zweite Schreiber ist, der es von der "jungle world" zur Springer-Presse geschafft hatte. Aber so sehr die antideutsche Szene oberflächlich das andere Extrem zu Springers billigem Hurra-Patriotismus darstellt, so sehr ähneln sich die beiden Lager bei so zentralen Fragen wie der Sicht auf Israel, auf den Islam und was man noch alles als seriösen Journalismus durchgehen lassen kann.) Es gibt eine weitere Seltsamkeit in Weinthals Artikel: Er beschreibt eindrucksvoll das Treiben "nichtjüdischer und jüdischer Organisationen", die schon seit einiger Zeit Druck auf Watzal machen, mithin also einer jüdischen Lobby. Nur wird normalerweise, sobald einer von der Existenz einer jüdischen Lobby spricht, die bestimmen wolle, was Leute sagen dürfen und was nicht, sofort mit zusammengebissenen Zähnen hervorgeknurrt, eine solche Behauptung sei ein Beleg für blanken Antisemitismus. (So geschehen etwa in der Debatte um Jürgen Möllemann und Jamal Karsli.) Ist Weinthal also selbst ein Antisemit, wenn er von dieser Lobby berichtet? Und warum bleibt er so seltsam schwammig und unkonkret bei dieser Schilderung und nennt die entsprechenden Gruppen nicht beim Namen? Weil dann herauskommen würde, dass es sich keineswegs um Opferanwälte handelt, sondern um israelische Pressure Groups sowie neokonservative und antideutsche Sektierer? Statt hier konkret zu werden, bedient Weinthal also lieber das Vorurteil, "die Juden" dürften in Deutschland bestimmen, was gesagt werden dürfe und was nicht? So wie inzwischen eine kleine Gruppe islamistischer Fanatiker vielfach das Klischee "des Moslems" in unserer Gesellschaft geprägt hat? Es ist gottserbärmlich. Andererseits mag es durchaus verständlich erscheinen, dass in Weinthals Artikel die Angreifer fast ausnahmslos namenlos bleiben. Eine ordentliche Treibjagd verläuft nun mal aus dem Hinterhalt. Denn es wird sehr aufschlussreich bei der einzigen Teilnehmerin dieser Jagd, deren Namen Weinthal preisgibt: die Jungsozialistin Franziska Drohsel. Die verließ Spiegel-Online zufolge erst letzten Dezember die Gruppierung "Rote Hilfe" – die, welche Überraschung, ebenfalls vom Verfassungsschutz beobachtet und als linksextrem eingestuft wird. Drohsel verließ diese Gruppierung nach eigenem Bekunden nur, weil ihre Mitgliedschaft dort auf Drohsels Wirken bei den Jusos negativ abfärbte. Noch immer findet sie es "gut und richtig, dass jeder Mensch das Recht auf Verteidigung hat". Leider, so Drohsel, sei diese Kritik an ihr zum Teil sehr unsachlich und diffamierend geführt worden. Nun, möglicherweise störte sich der eine oder andere Kritiker Drohsels daran, dass die "Rote Hilfe" zur Solidarität mit inhaftierten RAF-Terroristen aufruft. Ja, das ergibt Sinn, dass man sich stattdessen lieber auf jemanden stürzt, der Scherze in Zusammenhang mit den Teletubbies macht. "Unsachlich und diffamierend" sind für die Jagd auf Watzal jedenfalls die falschen Wörter. Sie sind viel zu schwach. "Widerwärtig" und "infam" passen viel besser. Benjamin Weinthal etwa räumt in seinem Artikel ein, dass Watzal von der Bundesstelle bereits versetzt worden sei. Man hätte die Jagd also gut und gerne beenden und das Halali blasen können. Aber Watzal erdreistet sich noch, sich mit rechtlichen Schritten zu verteidigen, und ein nur halb erlegtes Wild freut keinen Jäger. Dabei hat diese Jagd längst eine erschreckende Brutalität angenommen. Im April hatte Watzal eine Morddrohung online gestellt, die ihn erreicht habe: "Benutze Deine Zunge solange Du noch kannst", heißt es darin, "weil bald für Dich der Tag kommt, an dem Du Deine schmutzige Zunge in dem Arsch eines von Dir ach so geliebten Palästinenser findest. Es tut zwar für Dich etwas weh, wird aber viel Vergnügen dem Arschbesitzer bereitet. Schreiben wirst auch nicht können. Deine schleimige Finger wird man überall finden, nicht jedoch an deinen schmutzigen Händen.(...) Wir tun alles für Israel. Bald bist im Paradies mit anderen muslemischen Mördern." Watzal ist nicht der einzige, der über eine solche Drohung berichtet. Gegen den Israelkritiker Shraga Elam etwa findet man so eine Drohung auch im Internet als Tondokument. Aber anders als bei den Schlagzeilen über Morddrohungen, die zum Beispiel Ralph Giordano von Muslimen bekommen haben will, berichten unsere Medien nicht darüber. Einzig Henryk Broder bloggte dazu: "Watzal hat fertig!" überschrieb er seinen Beitrag mit befriedigtem Triumph. Bemerkenswert ist, dass es diesmal, ganz anders als noch bei Möllemann, die linke Presse ist, die sich der politischen Instrumentalisierung von Antisemitismusvorwürfen in den Weg stellt. Unter der Überschrift "Jagt den Watzal" hatte die Berliner "taz" nüchtern und sachlich über diese Vorgänge berichtet. Und für die "junge welt" lieferte Knut Mellenthin einen Kommentar, der ins Schwarze traf: "Das Ziel besteht erkennbar darin, die seit langem betriebene Kampagne gegen Watzal durch einen massiven konzertierten Einsatz zum erfolgreichen Abschluss zu bringen. Es scheint dabei weniger um die Person zu gehen, als um das Ziel, durch exemplarische Bestrafung eines Israel-Kritikers einen einschüchternden Effekt zu erzielen. Die Wortführer dieser Kampagne berufen sich dabei auf die in der Europäischen Union vor drei Jahren verabschiedete 'Arbeitsdefinition des Antisemitismus'. Dort wird erstmals der Begriff des Antisemitismus ganz offiziell auf Kritik an der israelischen Regierungspolitik ausgeweitet. In der Öffentlichkeit fand dieses Dokument bisher kaum Beachtung. Die Angriffe gegen Watzal dienen auch dazu, jetzt die praktische Umsetzung der tendenziösen Neudefinition einzufordern. Wenn das in diesem Fall gelänge, wäre ein Beispiel für künftige Kampagnen gesetzt." Mit anderen Worten: Bestrafe einen, erziehe viele. Dass Treibjagden wie diese immer häufiger werden liegt wohl nicht zuletzt an einem bemerkenswerten Mangel an "Naturliberalen" in unserer Gesellschaft, also an solchen Menschen, für die die Meinungsfreiheit Vorrang noch vor ihrer eigenen politischen Gesinnung angeht. "Meinungsfreiheit unbedingt", tönt es aus der einen Ecke, "aber doch nicht für die 'Junge Freiheit', die ist doch rechts!" – "Meinungsfreiheit auf jeden Fall", schallt es aus der anderen Ecke zurück, "aber doch nicht für die 'junge welt', die ist doch links!" Bei manchem beginnt der Abgrund sogar schon bei der "taz" (und umgekehrt etwa bei der "Weltwoche"). Was übrig bleibt ist ein ziemlich schmaler Grad, der rein zufällig genau mit unserer Staatsräson übereinstimmt. Wohlgemerkt: Ich halte nicht alles für baren Unsinn, was beispielsweise Henryk Broder von sich gibt. Ausdrücklich beipflichten würde ich ihm beispielsweise bei seiner damaligen Forderung, sobald gegen die Zeichner der dänischen Mohammed-Karikaturen Morddrohungen ergangen seien, hätte sich die internationale Presse unbedingt solidarisieren und diese Karikaturen auch dann abdrucken müssen, wenn die verantwortlichen Redakteure sie für dumm und ressentimentgeladen hielten. Ich hatte diese Zeichnungen aus den erwähnten Gründen in meinem Blog verlinkt, obwohl ich diese negative Einschätzung teile. Aber dass ein Grüppchen von Fanatikern die freie Debatte gewaltsam unterdrücken möchte, das geht einfach nicht an. Dasselbe gilt ohne Ansehen der Religion auch für andere Fälle, wo massivster Druck Meinungsäußerungen unterbinden und den Menschen mit "falscher", also politisch unkorrekter Meinung "bestrafen" soll. In diesem Fall kann das nur heißen, die Texte Ludwig Watzals wieder und wieder publik zu machen. Auch damit möglichst viele erfahren, was es eigentlich ist, das der neue McCarthyismus so unbedingt mit einem Redeverbot belegen will.
Benjamin Weinthal: "Mitarbeiter sorgt für Antisemitismusskandal" Georg Baltissen: "Jagt den Watzal" Knut Mellenthin: "Kopfjäger und Fallensteller" Knut Mellenthin: "Jüdische Organisationen fordern exemplarische Bestrafung eines Israelkritikers" Sophia Deeg: "Israels falsche Freunde" Morddrohung gegen Ludwig Watzal
"Eine 'unkoordinierte' und 'spontane' Verleumdungskampagne" "Benjamin Weinthal – ein Beispiel für unanständigen Journalismus" "Zur 'Israelisierung' amerikanischer Außenpolitik" (ergänzt:) "Tinky Winky, ... Laa Laa, ..? Nein, Lala Süsskind! umfangreiche Liste weiterer Artikel Dr. Watzals (davon viele auch online) aktuelle Online-Veröffentlichungen Dr. Watzals Dr. Watzals Leseempfehlungen: "Israel und Palästina im Bücher-Dschungel" 17. August 2008 Unterstützen Sie ef-onlineHat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie uns durch eine Fördermitgliedschaft. Damit helfen Sie uns, unser Angebot stetig weiter auszubauen und genießen zusätzlich attraktive Privilegien. Testen Sie eigentümlich freiProminente Autoren und kantige Kolumnisten wie Roland Baader, Bruno Bandulet, Theodore Dalrymple, Carlos A. Gebauer, Arne Hoffmann, Jörg Guido Hülsmann, Michael Klonovsky oder Klaus Rainer Röhl schreiben jeden Monat exklusiv in eigentümlich frei. Testen Sie ein Magazin, das über das Angebot auf ef-online hinausgeht. Social BookmarksAnzeigenKommentareTanja Krienen, am 16. August 2008 um 11:46 ( Link ) Die "israelische Lobby" hat einen Namen: Henryk M. Broder. Auch seine Bücher werden unter dem Etikett "Liberalismus" vertrieben. Ein Hohn auf seine Opfer! Daddeldu, am 16. August 2008 um 14:22 ( Link ) Wen diese 'Arbeitsdefinition des Antisemitismus' dieser EU-Behörde interessiert, hier ist der Link zu einer pdf-Datei: http://eumc.eu.int/eumc/material/pub/AS/AS-WorkingDefinition-draft.pdf Wie man hier einen Link setzt, weiß ich nicht. Marco Kanne, am 16. August 2008 um 14:29 ( Link ) Lieber Arne, 1. Aus meiner Sicht passt Faruk Sen nicht wirklich in Deine eingangs gebrachte Aufzählung. Im Gegensatz zu den anderen musste man Sen nichts unterstellen. Er propagiert ja ganz offen einen antideutschen Kollektivismus, der bar jeden Realitätssinns und auch nur eines Anflugs von Liberalität alle Menschen deutscher Ethnizität zu Nazis erklärt und alle Menschen türkischer Ethnizität zu Opfern eben dieser Nazis. Nur logisch, dass er daraus dann Forderungen ableitet, die zu Lasten von ethnisch Deutschen gehen (sollen). Darüber hinaus ist es ja nicht so, dass der Staat ihn zensiert hätte. Er hat ihm ein (unrechtmäßiges) Privileg, nämlich seine kruden, rassistischen Thesen durch eine vom Steuerzahler zwangsfinanzierte Stiftung zu verbreiten, wieder weggenommen. 2. Es ist nicht verwunderlich, dass die Linke Watzal in Schutz nimmt, bei anderen Antisemitismus-Vorwürfen aber voll mit draufhaut. Linke denken und handeln zumeist instrumentell, nicht prinzipiell. Darüber hianus ist die Reaktion von Linken abhängig vom Jagdobjekt. Wenn's ein Nicht-Linker ist, heißt's natürlich: Feuer frei! 3. Trotzdem natürlich: Wie krude und durchgeknallt die Ansichten eines Menschen auch immer sein mögen, er soll sie äußern dürfen. Allerdings gibt es keine Berechtigung, sich deren Verbreitung zwangsweise durch andere Menschen finanzieren zu lassen. Deshalb: bpb, Staatsglotze usw. abschaffen! 4. Ansonsten gilt allen neomccartyistischen Hexenjäger jene Frage, die Joseph N. Welch, Sonderberater der US-Armee, McCarthy selbst in einer von dessen berüchtigten Anhörungen gestellt hat: "Have you no sense of decency, Sir?" (Haben sie keinen Sinn für Anstand?) Marco Kanne, am 16. August 2008 um 14:33 ( Link ) Daddeldu, So. ;-) Arne Hoffmann, am 16. August 2008 um 22:25 ( Link ) Ich habe jetzt noch mal einen Link zu Ludwig Watzals Text über Lala Süsskind nachgereicht. In Weinthals Artikel klingt es so, als habe sich Watzal aus Jux und Dollerei über eine jüdische Funktionsträgerein lustig gemacht. Tatsächlich hat Watzal aber lediglich eine ironische Replik auf einen Angriff Frau Süsskinds gegen Watzal in der antideutschen Zeitschrift "konkret" gesetzt. Es ist immer wieder dasselbe Muster: Erfolgt auf den Angriff eine Verteidigung, geht sofort das Krakeele los: "Hilfe, Hilfe, hier wird gegen einen Juden polemisiert, damit ist es bewiesen: ein Antisemit!" Es ist einfach nur widerwärtig. JS, am 16. August 2008 um 22:53 ( Link ) Wie Herr Hoffmann darauf kommt, dass der Opferstatus der von linken Gutmenschen gehätschelten und mit Deutschen Steuergeldern aufgepäppelten Palästinenser in den deutschen Medien tabuisiert werden soll, ist mir ein absolutes Rätsel und lässt doch auf eklatante Wahrnehmungsdefizite schließen. Ich weiß nun wirklich nicht mehr, ob er links- oder rechtsextremistisch ist. Eines kann ich an ihm wirklich nicht erkennen, nämlich eine liberale Grundhaltung. Marco Kanne, am 16. August 2008 um 23:28 ( Link ) JS, bitte Zurückhaltung. Schon der Begriff "Extremismus" ist ein sehr, sehr fragwürdiger, weil er eine Affirmation des real existierenden Zwangs- und Gewaltsystem Staat ist. Und wie man darauf kommt, dass Arne Hoffmann links- oder rechtsaußen stehen soll, ist für mich auch ein Rätsel. Da scheint sich wohl jemand nicht mit seinen Publikationen vertraut gemacht zu haben. Unidad, am 17. August 2008 um 0:38 ( Link ) Auch wenn ich dem Inhalt von Herrn Hoffmanns Artikel weitgehend zustimme, ist der in der Überschrift genannte Begriff "Meinungsfreiheit" in diesem Zusammenhang völlig fehl am Platz. Eine Gefahr für die Meinungsfreiheit als solche besteht schließlich nur dann, wenn die betreffende Person von staatlichen oder staatsähnlichen Stellen verfolgt oder an der Meinungsäußerung gehindert wird. Dies ist, soweit ich erkennen kann, weder bei Frau Hermann, noch bei Herrn Dr Watzal jemals der Fall gewesen. Bei beiden haben sich Menschen ebenfalls auf ihre persönliche Meinungsfreiheit berufen, um ihre "Gegner" wegen deren Meinungen öffentlich zu attackieren. Doch all dies sind viel mehr Abfallprodukte der Meinungsfreiheit als ein Angriff auf diese und Die Tatsache, dass manche Menschen bei Begriffen wie "Autobahn" plötzlich in spontanen Hassattacken ausbrechen ist nunmal ebenfalls Bestandteil deren Meinungsfreiheit. Und mal ganz nebenbei: Weder Frau Herman, noch Herr Watzal müssen sich (im Gegensatz zu so manchem Nazi-Apologeten) vor staatlicher Verfolgung fürchten, oder - wie so manche Opfer des lächerlicherweise ebenfalls genannten Joseph McCarthy - vor Exekutionen. ClovisSangrail, am 17. August 2008 um 1:05 ( Link ) Marco Kanne, es wurde schon mal darauf hingewiesen, aber Ludwig Watzal war und ist deutscher Beamter und damit ein Scherge des real existierenden Zwangs- und Gewaltsystems Staat! Schon allein deswegen ist er ja wohl ein Extremist - ein Staatsextremist sozusagen. Arne Hoffmann fühlt sich also bemüßigt einem Extremisten beizuspringen. Man kann das für edel hilfreich und gut halten, aber ein bisserl extrem ist das schon, gerade in eigentümlich frei, oder? Andererseitz hat Watzal nicht nur einmal Symphatien für Hamas, Fatah und Hizbollah erkennen lassen. Das sind ja nun nicht gerade Staaten, sondern eher real existierende Mörderbanden. Insofern kann man Watzal gewisse Symphatien für anarchische Verhältnisse nachsagen, womit er sozusagen ein U-Boot im System wäre. Das bringt uns zu einer interessanten Frage: Wie funktioniert eigendlich die Anwendung der anarchokapitalistischen Theorie auf Gaza im Speziellen aber auch auf weite Teile des Westjordanlandes? Immerhin sind das vorbildlich staatsfreie Gebiete, in denen ja theoretisch Milch und Honig fließen müßten, oder? Vielen Dank für die Aufmerksamkeit, Arne Hoffmann, am 17. August 2008 um 11:20 ( Link ) Witzige rhetorische Versuche, den Begriff "Extremismus" so weit auszuweiten, dass er auf alle und jeden passt. Aber gerade erhalte ich einen viel vernünftigeren Einwand auf meinen Artikel - nämlich, dass es etwas seltsam ist, wenn ich darin bis zur Möllemann-Debatte zurückgehe, um zu belegen, dass schon das Sprechen von einer israelischen Lobby als "antisemitisch" gebrandmarkt werde. Ganz aktuell nämlich befindet sich Henryk Broder in einem Gerichtsstreit mit Evelyn Hecht-Galinski. Dazu häuft nun ein Artikel der "Jerusalem Post" mit der Überschrift "'Kosher anti-Semitism' in Germany" eine Reihe von Vorwürfen an, die Hecht-Galinski entsprechend belasten sollen: darunter, dass sie von einer israelischen Lobby gesprochen habe, die Kritik am jüdischen Staat zu unterbinden suche. Verfasser dieses Artikels ist – Benjamin Weinthal. Respekt: Einerseits in der "Welt" über eine israelische Lobby zu berichten, die darauf hinwirkt, Kritik an diesem Staat zu unterbinden, und es andererseits in der "Jerusalem Post" als Zeichen für Antisemitismus zu brandmarken, wenn jemand von dieser Lobby spricht – dazu gehört schon einiges an Chuzpe. Und es ist scheint mir ein deutlicher Hinweis dafür, dass es manchem Eiferer weniger um "Logik", "Wahrheit" oder gar "Meinungsfreiheit" geht, sondern einfach darum, Kritikern den Mund zu stopfen und sie so effektiv wie möglich auszugrenzen. Motto: "Du darfst Israel nicht kritisieren und du darfst erst recht nicht mitteilen, dass du Israel nicht kritisieren darfst. Andernfalls machen wir dich so unmöglich, dass deine Meinung nichts mehr zählt." Im englischen Sprachraum wurde dafür der treffende Begriff "character assassination" geprägt. Aber wenigstens hat der Jerusalem-Post-Artikel auch einen lustigen Aspekt: Weinthal beschreibt, Broder wäre "considered a leading expert on anti-Semitism in Germany". Aber sicher. Und Mario Barth wird in Deutscland als führender Experte im Bereich der Geschlechterforschung betrachtet. Dieses Netzwerk des Sich-gegenseitig-Hochlobens hat, sobald man seine Maschen durchschaut, durchaus eine komische Seite. ClovisSangrail, am 17. August 2008 um 12:32 ( Link ) Lieber Arne Hoffmann, Evelin Hecht-Galinski ist mit einer stramm antiisraelischen Haltung durch die deutschen Medien getingelt wobei es eine Ihrer Spezialitäten war, sich darüber zu beklagen, dass man in Deutschland keine antiisraelische Meinung haben könne, weil die "Israel-Lobby" einen sonst unmöglich machen würde und das ungeachtet der Tatsache, dass die einzige Ursache ihrer Prominenz nun gerade ihre Antiisraelische Haltung war, vielleicht noch in Verbindung mit dem Umstand, dass sie die Tochter eines prominenten Juden ist. Daraufhin wurde sie von Broder scharf angegriffen und unter anderem als Antisemitin bezeichnet. Ich kann nur empfehlen, den Kommentar von "Unidat" zu lesen, um zu begreifen, dass dies nun einfach Broders Recht auf Meinungsfreiheit ist. Wenn Hecht-Galinski Ihre Meinung äußert, dann hat sie kein Recht darauf, dafür geliebt zu werden oder keinen Widerspruch zu ernten. Soweit ich informiert bin - und ich gebe zu das ich den Fall tatsächlich nur aus Broders Sicht kenne - ist Hecht-Galinsky niemals von staatlicher Seite ans Bein gepinkelt worden, im Gegenteil, den Rechtsstreit mit Broder hat sie selbst angestrengt mit dem Ziel, Broder die Meinungsäußerung, sie sei Antisemitin, mit Hilfe staatlicher Gewalt zu verbieten. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit, Tanja Krienen, am 17. August 2008 um 15:39 ( Link ) Lachhaft: Ob jemand aus Redaktionen, Institutionen, Ensembles unterschiedlichster Art, Parteien oder aus staatlichen Einrichtungen wegen seiner Meinungsäußerung geworfen, existenziell bedroht, beruflich vernichtet oder gar zum Objekt von Gewaltphantasien, resp. ausgeführter Gewalt gemacht wird, es doch völlig egal. Und wer keine Ehre hat, der weiß auch nicht, was ein Rufmord ist. Hinzu kommt, dass bei manchen die Logik bei der Betrachtung des behandelten Gegenstandes aussetzt, aber dazu hat Arne ja schon einiges gesagt. Wer sich als Hüter der Freiheit ausspielt, aber Menschen wegen ihres Anderssein persönlich beleidigt, ist ein Heuchler und nichts als das. Wer überdies hier nicht verstehen will, dass EINER NACH DEM ANDEREN EINZELN geschlagen wird der vom Maisntream abweicht, und Leute wie Broder es zuvorderst sind, die GENAUSO wie die dimitroffsche Linke die Faschismuskeule benutzt - die bei ihnen eine Antisemitismuskeule ist und also eine Untergruppierungen darstellt - der gehört entweder selbst zum besagten Club oder ist politisch schizophren, feige, unehrlich, unredlich, opportunistisch. Marco Kanne, am 17. August 2008 um 16:20 ( Link ) ClovisSangrail, in meiner Antwort auf JS ging ich (fälschlicherweise?) davon aus, mit "er" sei Hoffmann gemeint. Wie auch immer, den Begriff "Extremismus" halte ich dennoch nicht für sinnvoll, insbesondere weil er vom staatlichen Establishment geprägt ist und sich normativ auf einen Konsens bezieht, dem ich nicht zustimmen möchte, nämlich dass der Staat an sich, aber vor allem in seiner gegenwärtigen Ausformung das ultima ratio der Geschichte wäre. Andere Begriffe zur Beschreibung des Gegners sind sinnvoller und treffender. Daniel Leon Schikora, am 17. August 2008 um 19:08 ( Link ) "Ein anerkannter und vielfach publizierter Wissenschaftler, der in den Augen mancher Fundamentalisten jedoch einen entscheidenen Fehler aufweist: Watzal hat ein Auge für Grautöne, empfindet auch Mitleid mit den Palästinensern und kritisiert immer wieder das Vorgehen des israelischen Staates." Auch Mitleid mit den Palästinensern? Umgekehrt wird ein Schuh draus: Wer sich daran abarbeitet, die totalitaristischen Herrschaftsansprüche etwa des "palästinensischen" Ablegers der Muslimbruderschaft, Hamas, zu verschleiern, dürfte mit den Menschenrechten etwa jener arabischen Jugendlichen, die in den Tod geschickt werden, um einen "Endsieg" über das einzige republikanische Gemeinwesen in der Region herbeizuführen, ebenso wenig "am Hut" haben, wie mit den Menschenrechten der terroristischen Attacken ausgesetzten israelischen Zivilisten (ob es sich um Juden, Christen oder Muslime handelt). Insofern sind Watzal und Co. durchaus Egalitaristen und Universalisten zu nennen ... Daniel Leon Schikora, am 17. August 2008 um 19:27 ( Link ) "Wie verzweifelt und zugleich fanatisch Benjamin Weinthal ist, um Watzal auch nur irgend etwas anhängen zu können, wird deutlich, wenn er dem Nahost-Experten an einer Stelle vorwirft, dieser habe auf seiner Internetseite die Zeitung "junge Welt“ gelobt, die Weinthal als "linksextrem" bezeichnet. Recherchiert man nach, welche Zeitungen Weinthal nicht nur lobt, sondern für die er sogar schreibt, dann stößt man schnell auf dessen Veröffentlichungen in der "jungle world" – die die Verfassungsschutzämter verschiedener Bundesländer als "linksextremistisch" einstufen. Glashaus. Steine." Hat der Qualitätsjournalist Arne Hoffmann einmal nachrecherchiert, inwieweit die "Jungle World" (oder Weinthals Veröffentlichungen in diesem Blatt?) berechtigter- oder unberechtigterweise seitens der "Verfassungsschutzämter verschiedener Bundesländer als 'linksextremistisch'" eingestuft wird? Wenn nein, ist der Einwand, wer im Glashaus sitze, solle nicht mit Steinen werfen, völlig gegenstandslos. Für die Frage, ob oder inwieweit man der Charakterisierung der junge Welt als "linksextrem" durch Weinthal eine Plausibilität einräumt, dürften Verfassungsschutzberichte über das jW-Konkurrenzunternehmen Jungle World keinerlei Rolle spielen. - Oder betrachtet Hoffmann Verfassungsschutzberichte nur dann als tendenziös, wenn sie sich - wie im Falle der JF - gegen Publikationen richteten, an denen er selbst mitwirkte, und in allen anderen Fällen als verläßlich? Kurz: Sowohl Peter Krause, als auch jeder beliebige Autor oder Redakteur der Jungle World ist in einer liberal-rechtsstaatlichen Perspektive gegenüber (oftmals parteipolitisch geprägten) regierungsoffiziellen Denunziationsberichten in Schutz zu nehmen. ClovisSangrail, am 17. August 2008 um 19:41 ( Link ) Marco Kanne, JS wird Hoffmann wohl für einen Extremisten halten, ich tue das nicht, befürchte aber - wenn man das befürchten nennen will - von Hoffmann für einen Extremisten gehalten zu werden. Lesen Sie doch mal den Untertitel seines Aufsatzes. Ich kann mich halt nicht für Watzals politische Ansichten erwärmen und kann auch nicht erkennen, dass bei deren Bekämpfung besonders unlautere Methoden verwendet wurden. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit Unidad, am 17. August 2008 um 20:05 ( Link ) Lachhaft: Ob jemand aus Redaktionen, Institutionen, Ensembles unterschiedlichster Art, Parteien oder aus staatlichen Einrichtungen wegen seiner Meinungsäußerung geworfen, existenziell bedroht, beruflich vernichtet oder gar zum Objekt von Gewaltphantasien, resp. ausgeführter Gewalt gemacht wird, es doch völlig egal. Und wer keine Ehre hat, der weiß auch nicht, was ein Rufmord ist. Es ist eben nicht "völlig egal"! Es ist ein enormer Unterschied, ob man wegen der Äußerung seiner privaten Meinung in einem Gefängnis, KZ oder Gulag sitzt, oder ob man von einem Haufen linker Spießer aus dem Studio geworfen wird. Ersteres ist eine grausame Verletzung der menschlichen Würde und auch der Meinungsfreiheit, letzteres ist lediglich ein Ausdruck der Meinungsfreiheit von Menschen mit entgegengesetzter Meinung. Und wer keine Ehre hat, der weiß auch nicht, was ein Rufmord ist.Ich würde eher sagen, wer wirklich Ehre hat, dem kann Rufmord egal sein. Aber das ist wohl Ansichtssache. Dass ich hier nicht falsch verstanden werde: Ich finde die ewige Antisemitismus-Keule ebenfalls moralisch nicht in Ordnung. Ich befürchte nur, dass die "Lösung", an die der ein oder andere für dieses Problem denkt, darin besteht, die Meinungsfreiheit Andersdenkender einzuschränken - mit staatlicher Gewalt. Und dies wäre das endgültige Ende der Meinungsfreiheit. Daniel Leon Schikora, am 17. August 2008 um 20:05 ( Link ) Wenn Hoffmann im Rahmen seiner Polemik gegen Weinthal ganz nebenbei Jamal Karsli als vermeintliches Opfer einer (unberechtigten) "Antisemitismus"-Kampagne zeichnet, um ihn gleichsam in den Pantheon der Opfer der "jüdischen Lobby" aufzunehmen, so stellt sich die Frage, ob ihm - Hoffmann - der Wortlaut der Äußerungen des damaligen NRW-Landtagsabgeordneten im Stile der "Protokolle der Weisen von Zion" überhaupt bekannt ist (sie sind in einem am 3. Mai 2002 veröffentlichten JF-Interview mit Karsli nachzulesen), und, wenn ja, ob er solche Äußerungen als legitime Form der Israel-Kritik betrachtet. Daniel Leon Schikora, am 17. August 2008 um 20:12 ( Link ) "Eine ordentliche Treibjagd verläuft nun mal aus dem Hinterhalt. Denn es wird sehr aufschlussreich bei der einzigen Teilnehmerin dieser Jagd, deren Namen Weinthal preisgibt: die Jungsozialistin Franziska Drohsel. Die verließ Spiegel-Online zufolge erst letzten Dezember die Gruppierung "Rote Hilfe" – die, welche Überraschung, ebenfalls vom Verfassungsschutz beobachtet und als linksextrem eingestuft wird. Drohsel verließ diese Gruppierung nach eigenem Bekunden nur, weil ihre Mitgliedschaft dort auf Drohsels Wirken bei den Jusos negativ abfärbte. Noch immer findet sie es "gut und richtig, dass jeder Mensch das Recht auf Verteidigung hat". Leider, so Drohsel, sei diese Kritik an ihr zum Teil sehr unsachlich und diffamierend geführt worden. Nun, möglicherweise störte sich der eine oder andere Kritiker Drohsels daran, dass die "Rote Hilfe" zur Solidarität mit inhaftierten RAF-Terroristen aufruft. [...]" Daß eine Sozialdemokratin, die zeitweilig einer Vereinigung angehörte, der vorgeworfen wird, zur "Solidarität mit inhaftierten RAF-Terroristen" aufzurufen, sich an einer politischen Kampagne ("Treibjagd") gegen einen Bildungsbeauftragten beteiligt, der keine Berührungsängste mit IN FREIHEIT BEFINDLICHEN Terroristen hat, erscheint Hoffmann als "aufschlussreich". Inwiefern? Carl, am 17. August 2008 um 20:46 ( Link ) Jetzt muss Kritik schon nicht nur dem Inhalt nach, sondern auch noch Formell legitim sein, wenn sie gegen Israel gerichtet ist. Das Ergebnis wäre, dass nur gerechtfertigte Kritik überhaupt vorgetragen werden darf, und was gerechtfertigt ist, darüber befindet der Kritisierte selbst. Vielleicht verfassen Sie ja mal einen Leitfaden wie Form und Inhalt geartet zu sein haben, damit das Siegel der Legitimität erteilt werden könnte. Das würde mich nämlich wahnsinnig interessieren. Ansonsten scheinen mir Ihre Diskussionsbeiträge, insbesondere der Letzte, dazu angetan die Thesen von A. Hoffmann zu belegen. Tanja Krienen, am 17. August 2008 um 21:06 ( Link ) Der Letzte ist ein Sophist, der, obwohl CSU - Mitglied, die Freiheit kommunistischer Standgerichte - so sie vom Volk "legitimiert" sind - gegenüber zivilisisatorischen Errungenschaften verteidigt, wenn ein Mitglied des besagten Standgerichtes, z.B. inhaltlich mit der DIG liiert wäre. Unidad: Nein! Es ist vom Standpunkt der Gerechtigkeit - ich wiederhole mich - VÖLLIG EGAL, ob ich von staatlichen Schergen geknebelt, gefoltert oder gemordet werde, oder von privaten. Man müsste doch irre sein, würde man private Qual, private Folter, privaten Mord, anders beurteilen, als wenn Menschen dies in staatlichem Auftrag durchführten. Und wer, bitte, kann in der Mediensuppe noch unterscheiden zwischen privat und staatlich? (Herman wurde in einem Studio des öffentlich rechtlichen gemobbt und von Angestellten eines Staatsenders dann herausgeworfen). Und wer will ernsthaft behaupten, die Liason der Israel-Lobby mit dem Staat, seien nicht existent und ihre diffamierenden, ehrabschneidenden und justiziablen Handlungen nicht Teil einer gebilligten globalen Strategie. Nein! Nur wer eine Ehre hat, kann die Verletzung dieser bemerken. Wer keine hat, kann auch keine Bürgerrechte wahrnehmen, ist ein Sklave, ein Nichts, ein Noch-Nicht-Mensch. Besser wäre, da sich die bürgerliche Gesellschaft offensichtlich - wir sehen es an den Ausführungen - in Auflösung befindet, zu sagen, es sei ein Nicht-Mehr-Mensch-Stadium nahegerückt. Die Lösung für die "Antisemitismus"-Keule ist einfach: Eine politische Zurückweisung der Argumente, eine Entflechtung der Israel-Lobby auf deutschem Boden, eine Wiederherstellung der Meinungsfreiheit, will sagen: Sanktionen abschaffen, sofern Äußerungen nicht den Rahmen von persönlichen Beleidungen sprengen. Der Unterschied zwischen Hermann, Watzal und Broder ist: Hermann und Watzal haben NIEMALS Menschen beleidigt, sie sind wegen ihrer geäußerten Einstellung (die man im Detail ja auch nicht teilen muss) selektiert worden. ClovisSangrail, am 17. August 2008 um 23:24 ( Link ) Tanja Krienen, ich will's mal in eine Frage packen: Sie sind davon überzeugt, dass Ihre auschwitzoide Metaphorik ("selektiert") in diesem Kontext geschmackssicher ist? Geschenkt, Tanja Krienen, am 18. August 2008 um 9:15 ( Link ) Absolut. Aber Sie hätten wohl auch Ausschwitz in den Metaphern gesehen, wenn ich von der Autobahn des Lebens sprechen würde, nicht wahr? Nein, meine Lieblingself ist die Selecao (falls Sie wissen, was das ist) und in Spanien ging ich zur Eleccion und gleich - halten Sie sich fest - drehe ich das gas auf und dusche! Wie schrieb ich schon vor etwa fünf Jahren: Die Sprache und ihre Produzenten stehen unter massiver Beobachtung - gar vielfältig sind die Kontrollmechanismen, die in den Medien und öffentlichen Räumen als Zensor jede Regung über-wachen. Die Sprach - SA stößt sich ja eigentlich an allem, was das Leben lustiger und schärfer macht. Sie will den Ausdruck nivellieren, die Gefühle abtöten, Widersprüche einebnen und vor allem: gut sein! Und wenn ein Mensch nicht “gut” sein will, weil er über einen Willen verfügt und weiter auf seinen Emotionen, der intellektuellen Schärfe, des sprachlichen Ausdrucks und des libertären Lebens beharrt, dann muss man ihm drohen, ihn ausschließen, einsperren, aussperren, virtuell liquidieren oder auch ganz und gar - und mobben bis zum Ende. Das alles verspricht die Sprach -SA, führt es aus (in vielerlei Gestalt), und wird nicht eher ruhen, bis sie die Menschheit gänzlich infantilisiert, und zu mausgrauen Nichtskönnern und Nichtswollern, stupid und depraviert, blutleer und philisterhaft, zum Fraß ihrer bösen Ambitionen gänzlich weich kochte. Der politische Bereich, jener, der gefährlich werden könnte, wird bewacht wie der Hades durch den Zerberus – das Schattenreich duldet die Lebendigen nicht. Als Instanz dienen Kommissionen und Betroffenheitsmakler, gegen die jene Verschleierungstaktik, welche die Betreiber des Orakels von Delphi anwandten, wie ein leicht durchschaubares Spiel nur schwach kaschierter Betrügereien erscheint. Doch niemand mehr wagt es, die Botschaften hysterischer Pythias so infrage zu stellen, wie es nötig wäre, - der neue Kult einer Epoche derjenigen, die Nietzsche als Phase der décadence kommen sah, befindet sich längst in einem fortgeschrittenen Stadium. ClovisSangrail, am 18. August 2008 um 10:50 ( Link ) Guten Morgen, Hmmmm Frau Krienen, Sie wollen mir also weis machen, Sie hätten geglaubt, Hermann und Watzal seine auserwählt worden, um z.B. ihr Land oder Volk zu repräsentieren? Worüber regen Sie sich denn auf? Nebenbei, ich würde Hermann und Watzal nur ungern in einen Topf werfen. Eva Hermann wurde tatsächlich unfair behandlt. Ihr wurden Ansichten und Aussagen unterstellt, die sie gar nicht hatte. Bei Watzal war das nicht der Fall. Aber das ist nur eine weitere Übung in einer Disziplin, von der Sie offensichtlich nichts halten, nämlich Dinge auch mal etwas differenziert zu betrachten. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit, Tanja Krienen, am 18. August 2008 um 12:53 ( Link ) Unsinn, wo schrieb ich Watzal und Herman seien "auserwählt worden" um "ihr Land oder Volk zu repräsentieren"? Allerdings "rege ich mich auf", dass man Watzal eliminierte, während bei der Bundeszentrale für politische Bildung offen mit der Rosa Luxemburg - Stiftung geliebäugelt wird und sogar Personen aus dem organisierten Trotzkismus-Faschismus Referate "gegen die Bedrohung von rechts" halten dürfen. Meine Proteste dagegen wurden in einem klasssichen Schmierenstück so behandelt, wie man es gewohnt ist. Was Herman angeht, so müssen wir darüber wohl nicht reden, der Fall ist sonnenklar und zeigt, dass Stigmatisierungen und Disziplinierungen von "privater" und "staatlicher" Seite nicht zu trennen sind. Dies habe ich nachvollziehbar beschrieben - dazu haben Sie geschwiegen oder es überlesen, weshalb ihr Vorwurf der angeblich nicht erfolgten Differenzierung, direkt auf Sie zurück schlägt. Zudem erinnere ich noch an meine Kritik, die ich vor knapp einem Jahr angesichts der Ereignisse um Eva Herman in Gedichtform wie folgt darlegte (Ausschnitt) Es braust übers Land wie Donnerhall: Die Nazis kommen wieder! Ich wills mal versuchen, ich wills mal probiern Nimmst wohlgemut du ein paar Stunden fgehry, am 20. August 2008 um 23:23 ( Link ) nur mal nebenbei bemerkt: JS, am 30. August 2008 um 22:41 ( Link ) "Da scheint sich wohl jemand nicht mit seinen Publikationen vertraut gemacht zu haben." In der Tat. Ich kenne seine Publikationen nicht. Nach seinen Polemiken, die er hier ablässt, bin ich mir sicher, nichts versäumt zu haben. Anmelden oder Registrieren, um Kommentare schreiben zu können |
| ||||||
| Copyright © 2010 Lichtschlag Verlag KG | Design and Programming by greybyte, using Django and Performancing's Modernpaper template. | ||||||||
Carl, am 16. August 2008 um 11:38 ( Link )
Was hat man schon als Medienkonsument in Deutschland zu erwarten?
Die konservative Presse besteht fast ausschließlich aus Transatlantikern, die auch gerne mal zu Stars & Stripes die Hand zur Brust führen, mit all den entsprechenden Konsequenzen wie etwa bedingungslosem Philosemitismus. Allein beim Axel Springer Verlag nehmen derlei "Leitlinien", die mit neutraler Berichterstattung nichtmal im Ansatz zu vereinen sind, 2/5 in Anspruch.
Das Herbeiführen einer Aussöhnung zwischen Juden und Deutschen, hierzu gehört auch die Unterstützung der Lebensrechte des israelischen Volkes.
Die Unterstützung des transatlantischen Bündnisses und die Solidarität in der freiheitlichen Wertegemeinschaft mit den Vereinigten Staaten von Amerika.
Was will man erwarten, wenn nach solchen Richtlinien Nachrichten gemacht werden?
Die linke Presse erweist sich auch seit jeher als unfähig bloße Fakten zu beurteilen und ist auch aus Prinzip antiamerikanisch und antizionistisch. Das muß ganz zwangsläufig dann in Diskussionen resultieren, wie wir sie hier exemplarisch finden.
Einig sind sich beide Gruppen lediglich in der Wahl der Mittel und das jedes Jota Nationalismus stört. Sowohl bei der Transatlantischen "Partnerschaft" wie auch bei der Realisierung einer egalitären Gesellschaftsform aus dem Wolkenkuckuksheim...