19. Mai 2007

Umweltschutz Hohlbirnen im Herz der Finsternis

Nein zu den scheußlichen Energiesparlampen!

Die Umweltbewegten propagieren hässlich aussehende fluoreszierende Glühbirnen, damit man Strom spare und so die Kohlendioxidemissionen der Elektrizitätswerke reduziere. Die Energiesparbirnen helfen also angeblich dabei, den Planeten vor der globalen Erderwärmung zu retten, und daher sollte, so die Umweltschützer, jeder sie statt der herkömmlichen Birnen verwenden.


Australien und Kanada haben bereits Gesetze oder Bestimmungen erlassen, welche die Energiesparbirnen in ein paar Jahren verbindlich vorschreiben werden. Es gibt ähnliche Bestrebungen auch in den USA.


Mein Stromlieferant subventioniert den Verkauf dieser Glühbirnen in südkalifornischen Supermärkten. Normalerweise kostet eine Birne 7,99 $, doch mein Stromlieferant macht es möglich, dass diese in Dreierpacks zu nur einem Dollar verkauft werden.


Ich gestehe, dass mich bei diesem Preis die Neugier übermannte und ich ein Dreierpack kaufte. Ich brachte sogar eine dieser Birnen für eine Zeit lang in meiner Garage an, um zu sehen, was für eine Art von Licht das sei.


Ich musste feststellen, dass es sehr unbequem für mich ist, unter so einer Birne zu lesen, weil es einfach nicht das richtige Licht zum Lesen ist. Nun kann die Birne dennoch zu etwas gut sein, zumindest in Situationen, wo es nicht auf das Erscheinen und das Aussehen des zu beleuchtenden Raums ankommt. So kann man sie durchaus in Lagerhallen oder in Aktenarchiven einsetzen. Hausbesitzer mit unfertigen Garagen, in denen nur ein paar Gerätschaften lagern, und die man nicht als Arbeitsplatz nutzt, könnten geeignete Orte für diese Birnen sein. In solchen Garagen muss die Birne nicht die normalen ästhetischen Präferenzen des Besitzers widerspiegeln. Sie würde gut zu Dingen passen wie Stahlregalen, Werkzeugsammlungen, alten Teppichen und Dingen aus Stroh, die an Haken oder Nägeln an der Wand hängen.


Ich frage mich jedoch, wer wirklich so ein Ding bei sich im Haus haben möchte, in seinem Wohnzimmer, Schlafzimmer oder Esszimmer oder sonstwo, wo man keinen Ölwechsel vornimmt, etwas repariert oder sein Auto parkt.


Worauf ich hinauswill: Wenn man diese Birnen heimholt, wie die Umweltschützer das verlangen, dann würde das auch mit der Bereitschaft einhergehen, auf die ästhetischen Qualitäten seiner Behausung zu verzichten und so zu leben wie in der Garage.


Wenn Sie keinen Ölfleck auf Ihrem Wohnzimmerteppich haben möchten, Risse auf der unverputzten Innenwand oder Eisenregale in Ihrem Schlafzimmer, oder wenn das die Art ist, wie Sie schon immer leben, dann sind diese Birnen etwas für Sie. Dann kaufen Sie sie. Über die Jahre hinweg sparen Sie so Geld mit Ihren Stromrechnungen, und Sie werden diese Birnen auch nicht so schnell austauschen müssen wie herkömmliche Birnen.


Doch wenn Sie nicht so leben möchten wie in einer Garage, wenn es Ihnen etwas wert ist, so zu leben wie in einem normalen Haus, dann sollten Sie diese Birnen wirklich nicht anfassen. Sie sollten vielmehr empört reagieren, wenn man von Ihnen verlangt, diese Birnen zu kaufen. Denn dann verlangt man von Ihnen, dass Sie Ihr Haus in eine Spelunke verwandeln sollen.


Die Umweltschützer verlangen von Ihnen, Ihr Haus in ein Drecksloch zu verwandeln, „um den Planeten zu retten“, indem Sie helfen, „die globale Erwärmung zu vermeiden“. Das rechtfertige diese Forderung. Sagen Sie ihnen, dass es das nicht tut.


Die Umweltschützer wollen Ihre Einwilligung, in einem Loch zu leben, denn wenn Sie das können, dann haben die es geschafft, dass Sie sich selbst so einschätzen, dass Sie nichts besseres verdient haben. Und wenn sie das geschafft haben, dann werden die Ihnen auch alle anderen Opfer abverlangen können.


Es ist nicht lange her, da wurde den Menschen in der Sowjetunion gesagt, dass sie in Bruchbuden leben müssen und jegliche Hoffnung auf materiellen Wohlstand zurückstecken sollen, weil es notwendig sei, die Produktionsmittel für eine sozialistische Gesellschaft aufzubauen, von der dann die Enkel profitieren würden. Als dann die Enkel herangewachsen waren, wurde auch ihnen gepredigt, dass sie sich ihrerseits für ihre Nachkommen aufopfern müssten.


Die Leute wurden schließlich dieser Orgie der nicht enden wollenden Opfer überdrüssig und warfen die Kommunisten hinaus. Doch leider dauerte es nicht lange, und das Konzept des menschlichen Opfers erlebte ein Revival und wurde stärker als je zuvor. Die Glühbirnen sind ein sehr symbolischer erster Schritt. Sie bilden die Eintrittsschwelle für die Forderung der Umweltschützer, dass wir unseren gesamten Lebensstandard opfern sollen, wahlweise um unseren Planeten zu retten, oder um der Dritte-Welt-Länder willen, oder aber wegen einiger ausgewählter Tier- und Pflanzenspezies. Und im Gegensatz zu den Kommunisten wird dieses Opfer nun nicht als vorübergehend präsentiert, sondern ausdrücklich als neuer und dauerhafter Lebensstil.


Sagen Sie ihnen also immer wieder: Kein Opfer! Nicht für den Planeten, nicht für die Dritte Welt, nicht für andere Spezies. Sagen Sie ihnen, dass das Leben Ihnen selbst gehört und Sie es genießen möchten. Sagen Sie ihnen, dass der Planet für Sie da ist und nicht Sie für den Planeten, und dass Sie den Planeten zu Ihrem Vorteil nutzen wollen.

George Reisman ist Autor des Buches „Capitalism: A Treatise on Economics „(Ottawa, Illinois: Jameson Books, 1996) und emeritierter Professor für Volkswirtschaft der Pepperdine University. Übersetzung des auf dem Blog von George Reisman erschienenen Beitrags vom 03.05.2007. Übersetzungsdienstleister: Steinke-Institut.

Internet:


www.capitalism.net


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