20. Dezember 2020

Politischer Corona-Wahnsinn Das Wahrheitskabinett

Mit Lockdown, Maulkorb, Impfungen und Überwachung ins neue Jahr

von Rüdiger Pötsch

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Bildquelle: KrerkStock / Shutterstock.com Ho, ho, ho: Santa Claus is coming to town – with vaccine

Die chronologische Betrachtung des Ablaufs der Aussagen und Entscheidungen unserer „Premiumpolitiker“ ist ohne Antiemeticum nahezu unmöglich geworden.

Jens Spahn vor drei Monaten in Bottrop: „Mit dem Wissen von heute hätte es den Lockdown nie gebraucht. Wir werden keine Friseure mehr schließen und auch nicht mehr den Einzelhandel. Das wird nicht noch mal passieren.“

Beschlussentwurf zur grundgesetzlich nicht vorgesehenen parlamentsumgehenden Kungelrunde aus Ministerpräsidenten und Kanzlerin vom 13. Dezember 2020: „Es ist durch die bisherigen Maßnahmen zwar gelungen, das exponentielle Wachstum zu stoppen, aber nicht, das Infektionsgeschehen zu senken.“ Beschlussfassung vom selben Tag: „Das Wachstum steigt wieder exponentiell.“

Anmerkung, auch für Physiker*innen, Veterinäre, Virologen und Ministerpräsidenten: Ein „exponentielles Wachstum“ hat es bei dieser Epidemie bisher zu keinem Zeitpunkt gegeben. Die Kurven verliefen entweder nach der Gauß’schen Normalverteilung oder in Form einer Sigmoidalkurve.

Allerdings wird das exponentielle Wachstum der Dummheit und Selbstherrlichkeit unserer Panik erzeugenden Vorturnertruppe für jeden Bürger täglich deutlicher sichtbar. Ob da der Vorschlag von Bundestagspräsident Schäuble in „Bild“, den Bundestag gegen Covid-19 bevorzugt zu impfen, wirklich Abhilfe schaffen kann, muss zutiefst bezweifelt werden: Im Rahmen der bisherigen unerwünschten Nebenwirkungen der mRNA-Impfung wurden bei etwa 65 Prozent der über 65-Jährigen Verwirrungserscheinungen bis zum Delir berichtet!

Der Vorsitzende der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft, Prof. Ludwig, kritisiert in einem Interview mit der „Welt“ die Studienlage bei den Herstellern von mRNA-Vakzinen. Er würde sich derzeit nicht gegen Covid-19 impfen lassen und er verlange zu sehen, welche Altersgruppen man getestet habe und wie die Nebenwirkungen in den einzelnen Populationen gewesen seien. Er wüsste auch gerne, wie lange die Immunität anhalte und ob eine Impf-Auffrischungserfordernis bestehe. Die Aussage von Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU), der Impfstoff sei sicher, sieht Prof. Ludwig kritisch, denn beim derzeitigen Wissensstand sei ein solcher Satz „unüberlegt“. Auch Langzeitnebenwirkungen könne bis heute niemand abschätzen. Alles, was vorliege, sind Pressemitteilungen der Hersteller. „Wenn Sie mit solchen Daten ein Medikament auf den Markt bringen wollen, haben Sie ein Problem.“

Inzwischen liegt eine Verfassungsbeschwerde von Christian Szabó aus München vor (3. Dezember 2020), die sich gegen eine „rechtswidrige Durchimpfung“ der Bevölkerung mit einer nicht sicheren SARS-CoV-2-Impfung und auch gegen die Panikerzeugung von Politik und Systemmedien mit Existenzbedrohung für Impfverweigerer wendet.

Nach den ersten, in Großbritannien durchgeführten Impfungen wurde inzwischen von zwei anaphylaktischen Schocks berichtet, was die britische Medicines and Healthcare products Regulatory Agency (MHRA, Regulierungsbehörde für Arzneimittel) veranlasste, Impfungen nur noch in Einrichtungen mit der Möglichkeit zur Bekämpfung schwerer allergischer Reaktionen (Anaphylaxie) inklusive Wiederbelebungsmaßnahmen zuzulassen.

Bisher wurden (ohne wissenschaftliche Evaluation) folgende Nebenwirkungen berichtet: Taubheit, Tinnitus, Fazialislähmung, Haarausfall, falsch-positive Aids-Tests, Fehlgeburten, ADE (Antibody Dependant Enhancement, zu Deutsch Antikörper-abhängige Verstärkung), Guillain-Barré-Syndrom.

Über Langzeitschäden können verständlicherweise noch keine Informationen vorliegen.

Ungeachtet aller Warnungen appellieren der Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apotheker (ABDA) Friedemann Schmidt und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn an alle Apotheker und Ärzte, keine negativen Bemerkungen über den Impfstoff zu tätigen, um die Impfwilligkeit nicht zu reduzieren.

Das ist nichts anderes als die Aufforderung an diese Berufsgruppen, ihre gesetzliche Aufklärungspflicht vor Impfmaßnahmen nicht allzu ernst zu nehmen.

Die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) stimmt fröhlich in das kakophone Konzert mit ein: In einem Schreiben vom 4. Dezember 2020 an ihre Mitglieder wirbt sie um deren Mitarbeit in Impfzentren und mobilen Impfteams. Alle teilnehmenden Ärzte seien durch ihre eigene Haftpflichtversicherung oder durch eine gegebenenfalls für sie gesondert abzuschließende „Rahmen-Versicherung“ abgesichert. Eine Körperschaft des öffentlichen Rechts sollte juristisch besser beraten sein.

Dies alles rettet nämlich den Doktor nicht: Ohne ordentliche Risikoaufklärung bleibt die Impfung eine vorsätzliche Körperverletzung. Und die gesetzlich erforderliche gründliche Aufklärung ist bei derart schlechter und unvollständiger Datenlage schlichtweg unmöglich!

Ungeachtet aller rechtlichen und naturwissenschaftlichen Fakten flötet Markus Söder, der Gatte der Gesichtsmaskenherstellerin, fröhlich vor sich hin, als gäbe es nicht das geringste Problem. Zitat Söder im Impfzentrum Nürnberger Südstadt: „Der Impfstoff ist kein Zaubertrank [niemand hatte ihn gebeten, das Zeug zu schlucken], es ist kein Wundermittel.

Wenn ich dran bin, werde ich mich impfen lassen, um auch den ganzen Verschwörungstheorien, die wieder durchs Netz laufen, den Boden zu entziehen.“

Wünschen wir ihm, dass ihm der Impfstoff nicht den Boden unter den Füßen wegziehen wird!

Söders Kampf gegen das Virus ist nicht seine einzige Jagdleidenschaft. Auch so mancher Arzt sollte sich vor ihm in Acht nehmen: Ein Altöttinger Internist und Nephrologe hatte bei einer bestellten Visite in einem Altenheim behandlungsbedingt die Maske abnehmen müssen, worauf ihn der hyperaktive Heimleiter des Hauses verwies und ihn beim Landratsamt und bei der Ärztekammer wegen einer angeblichen Ordnungswidrigkeit und eines angeblichen Berufsordnungsvergehens anschwärzte.

Der verärgerte Mediziner schrieb darauf ein kleines Plakat, auf dem er vermerkte, dass für ihn „die Pandemie beendet“ sei. Ohne jemals mit diesem Arzt nach dem Prinzip „audiatur et altera pars“ gesprochen zu haben, tönte der Jurist Söder in seiner Regierungserklärung vor dem bayerischen Landtag am 8. Dezember 2020: „Wer so etwas verbreitet, macht sich mitschuldig an der derzeitigen Corona-Situation. Ich bin froh, dass hier ein Verfahren von den zuständigen Stellen eingeleitet wurde.“

Man kann diese Äußerungen des inzwischen liebevoll „Södolf“ titulierten Ministerpräsidenten nun als unzulässige Einflussnahme auf schwebende Verfahren bewerten oder auch nicht. Fakt ist, dass dieses Statement in dem im Jahr 1857 von König Maximilian II. errichteten Maximilianeum (heute Sitz des Landtags) einen üblen faschistoiden Gestank über die Isarauen und weit darüber hinaus verbreitet.

Kaum hat der ehemalige Verteidigungsminister und Verfassungsrechtler Prof. Rupert Scholz die Merkelsche/Södersche Lockdown-Politik als „verlogen“ klassifiziert, deutet sich schon eine Verlängerung über den 10. Januar hinaus an.

Fassen wir zusammen: Die Regierung sperrt ihre eigenen Bürger ein, um sie gleichzeitig bis an den Wohnzimmertisch zu observieren. Und wenn diese Bürger aus wichtigen Gründen ihre Wohnung verlassen müssen, werden sie mit dem „Söder-Maulkorb“ dekoriert und intensiv polizeilich überwacht.

Ich wünsche Ihnen allen dennoch eine frohe Weihnacht 2020!


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