15. November 2020

Corona-Berichterstattung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk Wann jagen wir die Staatsmedien und ihre Anstifter aus diesem Land?

Manipulation „vom Feinsten“ – doch irgendwann folgt die Abrechnung

von Rüdiger Pötsch

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Bildquelle: KOSTEBAY / Shutterstock.com Mainstream-Medien: Hypnotisierte Massen durch unablässige Manipulation und Propaganda

Man kann Boris Reitschuster für seinen Bericht über die Corona-Demo in Leipzig und seinen nachfolgenden Abgleich mit der pervertierten Berichterstattung von ARD und ZDF gar nicht genug danken. Stellvertretend für die permanente Agitation des Staatsfunks zitiert er den Chefredakteur der ARD, Reinald Becker, zum einen mit der beängstigenden Prognose „Es wird nach Corona keine Normalität mehr geben“ und zum anderen mit atemberaubenden Forderungen mehr oder weniger wichtiger Akteure wie Madonna, Robert De Niro und circa 200 anderen Künstlern und Wissenschaftlern: „Nach der Corona-Krise müssen Lebensstil, Konsumverhalten und Wirtschaft grundlegend verändert werden“ (wobei die Merkelschen Rufe aus Davos nach der großen Transformation erstaunlicherweise gar nicht gesondert erwähnt wurden).

Boris Reitschuster arbeitet Punkt für Punkt die wahrheitswidrigen, auf den Federn des Rad schlagenden Pfauen Becker klebenden Behauptungen bis zum höchst bemerkenswerten Zitat ab: „Klar, in einer Demokratie haben auch Kinds- und Querköpfe das Recht, für die merkwürdigsten Inhalte zu demonstrieren.“ Und: „Das Versammlungsrecht unter Pandemiebedingungen muss dringend geregelt werden. Um es klar zu sagen: Es muss Schluss sein mit dieser Art von genehmigten Super-Spreading-Events.“ Gemeint ist selbstredend unser Grundrecht auf Versammlungsfreiheit.

Die maskenlosen Demonstrationen in Belarus werden indes von Merkels Super-Speaker-Spreader Seibert hoch gelobt. Ein wesentlicher Unterschied zwischen der Berichterstattung von ARD und ZDF war nicht zu erwarten und auch kaum feststellbar. Lediglich die im ZDF besonders diffamierende Betonung des Wortes „Corona-Leugner“ steigerte noch ein wenig das Hetzpotenzial. Und natürlich stellte man fest, dass die „Bewegung der Corona-Leugner“ eine starke Radikalisierung nach rechts vorgenommen habe.

Während der friedlichen Demonstration begannen zum wiederholten Mal Gewalttaten der linken Szene in Leipzig-Connewitz, die, soweit sie mediale Beachtung fanden, natürlich – nach dem Vorbild des Berliner Reichstagstreppen-Events – den friedfertigen Demonstranten zugeschoben wurden.

Ohne die späteren erhellenden Kommentare von Saskia Esken hätte allerdings die Berichterstattung kaum mehr als drittklassiges Niveau erreicht.

Wenn Frau Esken mit der Attitüde einer gerade die Uniform wechselnden Anführerin eines stalinistischen Erschießungskommandos die Polizei kritisiert, dann kommt Freude auf. Zunächst Seibert: „Die Bundesregierung verurteilt Extremisten, Chaoten und gewaltbereite Menschen.“ Danach spricht Esken von einer Bankrotterklärung der Polizei und fordert die Aufarbeitung der Ereignisse auf Bundesebene. Seibert stimmt kirchentonartgetreu in das soldatisch-kriegerische Kampfduett mit ein: „Hört auf die überwiegende Mehrheit der Wissenschaft!“ (Anmerkung: seltsam, dass die Wissenschaftler hier wieder fast alle einer Meinung sind, ebenso wie bei der Klimahysterie). Und auch bei der Pandemie droht (ebenso wie beim Klimawandel) schon wieder ein „exponentieller Anstieg“ der Ereignisse. Drunter geht’s wohl überhaupt nicht mehr. Allerdings hat man auch schon das Gegenteil beobachten können: brutale exponentielle politische Abstürze!

Bevor Frau Esken weiterhin ihre universalpopulistischen Erkenntnisse in die ohnehin belastete Atmosphäre absondert, muss man von ihr zuallererst – auch und vor allem im Namen der überwiegenden Mehrheit aller seriös und ohne politische Suppression arbeitenden Wissenschaftler – folgende Maßnahme einfordern:

Fordern Sie als SPD-Chefin unverzüglich die Standardisierung der Messmethode des Corona-PCR-Tests, statt sich weiterhin dem Vorwurf des systematischen Wissenschaftsbetrugs unter dem Deckmantel des Robert Koch-Instituts bewusst oder unbewusst mit auszusetzen und sich dabei im neuen europäischen Ampelsystem zu verheddern.

Und, liebe Frau Esken, bremsen Sie bitte Ihren SPD-Genossen, den Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung in seiner fehlgeleiteten Kritik an Bund, Land und Justiz ein und mäßigen Sie seine Empörung über das Oberverwaltungsgericht. Seine Kritik an der Bundesregierung sollte er auch insofern überprüfen, als er dieser vorwirft, es immer noch nicht geschafft zu haben, „das Verhältnis zwischen dem Recht auf Leben und dem Versammlungsrecht zu klären“.

Wenn er diesen Vorwurf aufrechterhält, könnte der Eindruck entstehen, man müsse damit rechnen, bei der Teilnahme an einer solchen Versammlung gegebenenfalls totgeschlagen zu werden. Werte Frau Esken, mit Ihren besten Kontakten zur Antifa könnten Sie hier sicher das eine oder andere gute Wort einlegen.

Insgesamt stellt sich die Frage, wie sich der Stil der Staatsmedien und deren Methoden des Umgangs mit dem „Staatsbürger“ endlich verbessern lassen. Es gibt schon einen kleinen Hoffnungsschimmer: Von den 40 Journalisten, die in Leipzig angeblich mit Pfefferspray attackiert worden waren, hatte sich nach zwei Tagen (48 Stunden) noch keiner bei der Polizei gemeldet.

Wie sagte doch Seibert: „Die freie Presse ist der Grundpfeiler der Demokratie. Wer sie von ihrer Arbeit abhält, vergeht sich an unserer Verfassung.“ Anmerkung hierzu: Wer regelmäßig lügt, der tut dasselbe!

Weitere Verbesserungsvorschläge zum medialen Umgang miteinander liegen auf den Tischen:

Erstens: Das Arbeitspapier des Innenministeriums mit den Todes- und Erstickungsangst-Visionen.

Zweitens: Der Vorschlag des Innenministers von Baden-Württemberg, Thomas Strobl (CDU), Quarantäne-Verweigerer per Zwangseinweisung einzusperren, vorgeschlagen in einem Brief an Ministerpräsident Kretschmann (Die Grünen). Dazu die Grünen: „Quarantäne-Verweigerung ist eine politische Straftat.“ Notabene: Strobl ist der Schwiegersohn von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble („Die Coronakrise ist eine Chance für Europa, während einer Pandemie nimmt der Widerstand gegen unpopuläre Maßnahmen ab“).

Drittens: Möglicherweise tritt eine weitere „entflechtende“ Verbesserung ein, wenn Christine Strobl (Schäubles Tochter und Strobls Ehefrau, Juristin und Medienmanagerin) wie geplant Programmdirektorin beim ARD-Staatsfunk wird.

Viertens: Last, but not least haben wir in „diesem unserem Lande“ ein großes politisches und mediales Vorbild, das Hoffnung auf eine Verbesserung unserer nationalen und medialen Bühne erweckt; einen Garanten und ein Vorbild für die Besserung des gesellschaftlichen Umgangstones untereinander: unseren ehrenwerten Herrn Bundespräsidenten Frank-Walter-Steinmeier.

Aber halt! Wie war doch seine Reaktion auf die Leipziger Demonstration? „Rücksichtslosigkeit ist kein Freiheitsrecht“, sagte er in Berlin. „Wo einige Zehntausend Menschen die Auflagen missachten, die Regeln verspotten und weder auf Abstand achten noch Masken tragen, da werden Grenzen überschritten. Die Demonstrationsfreiheit ist nicht die Freiheit zur Gefährdung anderer.“

Na, immerhin hat uns Steinmeier beim Holocaust-Gedenken in Yad Vashem würdevoll vertreten: Nach seiner abgelesenen, in Hebräisch und Englisch verfassten Rede begründete eine Sprecherin des Präsidialamts Steinmeiers Entscheidung, nur Hebräisch und Englisch zu reden, mit seiner Absicht, aus Rücksicht auf die Opfer an diesem Ort nicht „die Sprache der Täter“ zu sprechen.

Ist die Sprache von Goethe und Schiller, von Kant, von Hegel oder Nietzsche „die Sprache der Täter“?  

Immer besser lerne ich Kurt Tucholsky zu verstehen: „Eine Regierung ist nicht der Ausdruck des Volkswillens, sondern der Ausdruck dessen, was ein Volk erträgt.“

Und Bertold Brecht formulierte es etwas anders: „Das Volk hat das Vertrauen der Regierung verscherzt. Wäre es da nicht einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes?“


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Rüdiger Pötsch

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