01. November 2020

„Corona die Zweite“ Der Lockdown ist der Merkel Lust

Willkommen in Absurdistan!

von Rüdiger Pötsch

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Bildquelle: Willy Pragher / Wikimedia Commons Angela Merkel: Übertrifft sie an grotesker Komik bald sogar Karl Valentin?

Die Kanzlerin erlässt mit angekündigter Brachialgewalt unter braver Zuhörerschaft ihrer getreuen Ministerpräsidentenriege während der momentanen Parlamentsausdünnung ihre neue Corona-Verordnung nach ihrem Gusto.

Ihre herzensgute, verständnisvolle und mitfühlende Zusprache an die weitgehend verängstigte Bevölkerung sollte man sich nach folgendem Strickmuster in etwa selbst erarbeiten:

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger, liebste Diverse und alle anderen besonders geschätzten sonstigen Mitbürger jedweder sexueller Präferenz und auch die, die schon länger hier leben!

Nachdem sich aufgrund unserer gelungenen Integration die Zeichen dafür mehren, dass die Ähnlichkeit der Coronavirus- mit der Grippe-Epidemie immer größer wird und kaum noch Unterschiede erkennbar sind (Überlebensrate 99,8 Prozent zu 99,9 Prozent), verstärkt sich der politisch-hygienische Handlungsdruck in Richtung Lockdown ins nahezu Unermessliche, zumal sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung mit nicht regierungshörigen Wissenschaftlern auch noch anmaßt, bevölkerungsnahe und soziologisch differenzierte alternative Handlungsmodelle – ohne sexuelle Diversität – zu entwickeln.

So nicht, meine Damen und Herren! Ein berühmter Landsmann meines verehrten bayerischen monarchischen Potentaten Markus Söder, der weit über die bayerischen Grenzen hinaus berühmte Komiker und Philosoph Karl Valentin, war einer der Vorreiter des disziplinarisch geordneten sozialen Umgangs miteinander.

Das legendäre Beispiel seiner berühmten „Verkehrsordnung“ war stets ein Vorbild (wenn auch überzogener) ordnungspolitischer Prinzipien, die jederzeit auf andere Ebenen übertragbar sind. Aus der Sorge um den zunehmenden öffentlichen Verkehr und den zunehmenden Ungehorsam gegenüber den Ordnungskräften („Schutzleute tun ihre Pflicht, die Schutzleute dirigieren, die Bevölkerung folgt ihnen nicht. Grinsen, spotten, trotzen den Verkehrsordnungen der Großstadt. Die Verkehrspolizei will das Beste, aber die Großstädter bleiben meist Dörfler. Macht es der Schutzmann so, gehen sie so. Macht es der Schutzmann aber so, so gehen sie anders“) erarbeitete Valentin seine gut gemeinten Vorschläge.

Der Vorschlag der Kanzlerin zeigt jetzt den Ausweg aus diesem Desaster durch eine völlige Neuordnung des öffentlichen Viruslastverkehrs: Nachdem sich die Fußgänger am Samstag und an den Feiertagen in den Wohnungen erholen konnten, wird am Montag die Unverletzlichkeit der Wohnung nach Art.13 GG aufgehoben und SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach führt mit einem Schergen unter Zuhilfenahme spezieller Virusdetektoren Kontrollen in privaten Räumen durch: Wir befinden uns in einer nationalen Notlage, die schlimmer als im Frühjahr werden kann.

Die Unverletzbarkeit der Wohnung darf kein Argument mehr für ausbleibende Kontrollen sein („Rheinische Post“).

Sollte Herr Lauterbach (mit oder ohne Gesichtsmaske) mit einem derartigen Vorwand an einem Montag in meiner Praxis oder bei mir zu Hause auftauchen, werde ich unter Hinzuziehung der Polizei eine sofortige Zwangseinweisung wegen Fremd- und Selbstgefährdung in die geschlossene Psychiatrie (zu seinem eigenen Schutz) veranlassen.

Frei nach Karl Valentin schlägt die epidemiologische, mit allen Wassern und hoffentlich auch mit Seife gewaschene Viruspotentatin Angela dann folgende differenzierte, streng überprüfte Verkehrsfreigaben vor: dienstags nur Geschäftsautos (Maskeneinsparung für Alleinfahrer), mittwochs nur Straßenbahnen (massiver Maskenbedarf, ebenso wie für Omnibusse, die am Donnerstag fahren dürfen). Der Freitag gehört in der Hoffnung auf nicht allzu sehr zunehmende Brandstiftungen und Terroranschläge allein der Feuerwehr und den Krankenfahrzeugen (Ausnahmegenehmigungen sind auf digitalem Wege möglich), am Samstag sind die Radfahrer und die staatlich geförderten Elektroautos unterwegs. Wenn Elektrofahrzeuge in Flammen aufgehen, schiebt man sie sofort in den nächstgelegenen Fluss oder den Löschwasserteich der Feuerwehr.

Wie aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen zu vernehmen ist, sollen beim Ausbleiben des nachhaltigen Erfolges der von unserer Corona- und CO2-Expertin vorgeschlagenen Maßnahmen weitere Einschränkungen angeordnet werden:

Nach Ablauf von weiteren zwei Wochen dürfen sich sowohl in der Öffentlichkeit als auch in privaten Wohnungen nur noch maximal zwei Personen bisher nicht näher festgelegten Geschlechts aufhalten, die aus mindestens fünf verschiedenen Haushalten stammen müssen.

Polizeiliche Rasterfahndungen werden in dieser Phase bundespolizeilich unter der Leitung des Präsidenten der Bundesärztekammer überwacht.

Lang lebe der Lockdown!


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Rüdiger Pötsch

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