15. Oktober 2020

Covid-19-Krise Die „Politische Corona Regulierung“

Oder auch: Der „P C R“-Test

von Rüdiger Pötsch

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Bildquelle: Cryptographer / Shutterstock.com Corona: Täuschung und Manipulation mithilfe von PCR-Tests

Vorbemerkung: Wir sollten nicht von „falsch positiven“ Polymerase-Ketten-Reaktions-Tests (PCR-Tests) reden, sondern von positiven Tests nicht infizierter und nicht infektiöser Patienten. Wenn der Test Virus-RNA (Genmaterial) misst, ist er nicht falsch positiv, sondern positiv. Wir könnten zum Beispiel nach Dr. Yeadon sagen „kalt positiv“, weil die getestete Person zwar Virusbestandteile oder ganze Viren in sich trägt (oder trug), aber nicht die Kriterien der Infektion im Sinne des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) erfüllt und deshalb auch nicht infektiös, das heißt ansteckend ist. Infektion ist gemäß § 2 Infektionsschutzgesetz „die Aufnahme eines Krankheitserregers und seine nachfolgende Entwicklung oder Vermehrung im menschlichen Organismus“.

Polymerase-Ketten-Reaktions-Tests (PCR-Tests) reagieren zum Beispiel auf das Erbgut (Genmaterial, Ribonukleinsäure, „RNA“) des Sars-CoV-2 Virus.

Der PCR-Test ist hochempfindlich und weist das Genmaterial zuverlässig nach. Um auch kleinste Mengen Viruserbgut in einer Probe zu erkennen, verdoppelt das PCR-Verfahren vorhandene Spuren in vielen „Amplifikationszyklen“ immer wieder, bis entsprechende Fluoreszenzsignale zu sehen sind.

Doch hier beginnt das wesentliche Problem: Wie viele Verdopplungszyklen ergeben – patientenbezogen – beim PCR-Test ein zuverlässiges Ergebnis?

Bei Proben mit reichlich Virusmaterial zeigt der Test meist bei 20 bis 30 Zyklen ein Ergebnis an. Wir haben dann einen ct-Wert („cycle threshold“, Schwellenzyklus) von 20 bis 30. Sind dagegen 40 oder mehr Amplifikations-zyklen erforderlich, trägt der Patient in der Regel eine geringe Viruslast in sich, die mit großer Wahrscheinlichkeit nicht mehr vermehrungsfähig ist. Hierzu muss man wissen, dass für die Entstehung einer Infektion mehrere 100.000 Viren, wahrscheinlich sogar mehr als eine Million Erreger nötig sind. In diesen Fällen haben wir dann einen positiven PCR-Test bei einem Patienten ohne Infektion, der auch nicht infektiös ist. Die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek bewertet Patienten mit positivem PCR bis ct 37 noch als infektiös.

Wenn man jetzt weiß, dass Prof. Christian Drosten seine „real-time reverse transcription polymerase chain reaction“ mit 45 Zyklen fährt (Quelle: „Diagnostic detection of 2019-nCoV by real time RT-PCR“, Berlin, Jan 17, 2020), steigt die Wahrscheinlichkeit von positiven Testergebnissen nicht infizierter und nicht infektiöser Patienten gewaltig.

Drosten äußerte sich zu diesem Problem in einem Interview in der „Wirtschaftswoche“ vom 16. Mai 2014 anlässlich der MERS-Epidemie auf der arabischen Halbinsel wie folgt: „Ja, aber die Methode ist so empfindlich, dass sie ein einzelnes Erbmolekül dieses Virus nachweisen kann. Wenn ein solcher Erreger zum Beispiel bei einer Krankenschwester mal eben einen Tag lang über die Nasenschleimhaut huscht, ohne dass sie erkrankt oder sonst irgendetwas davon bemerkt, dann ist sie plötzlich ein MERS-Fall. Wo zuvor Todkranke gemeldet wurden, sind nun plötzlich milde Fälle und Menschen, die eigentlich kerngesund sind, in der Meldestatistik enthalten.“

Und damit sind wir im Auge des Hurrikans! Der PCR-Test kann zur politischen Manipulation missbraucht werden:

Erstens: Möchte ich beweisen, dass ich ein pandemisches Geschehen „im Griff“ habe, fahre ich mit niedrigen ct-Werten und wenigen Tests, um auf die rückläufige Anzahl positiver Tests hinweisen zu können. In der Folge werden politische Maßnahmen gelockert.

Zweitens: Möchte ich die Angst vor einer „zweiten Welle“ schüren, fahre ich mit hohen ct-Werten und vielen Tests, um auf die stark steigende Anzahl positiver Tests hinzuweisen. In der Folge werden politische Maßnahmen verschärft.

Fall zwei ist derzeit zu beobachten. Darüber hinaus werden alle positiven Tests im Widerspruch zum Infektionsschutzgesetz – jedenfalls grob missverständlich – als „Neuinfektionen“ gemeldet. In Kenntnis der Gesetzeslage, dass sich alle positiv auf das Virus getesteten Personen in Quarantäne begeben müssen, nimmt man damit auch ungerechtfertigten Freiheitsentzug für Nichtinfizierte und Nichtinfektiöse in Kauf.

All dies geschieht unter dem Deckmantel eines greifbar verfassungswidrigen Infektionsschutzgesetzes, welches „keine rechtlichen Kriterien bereit [stellt], anhand derer man beurteilen könnte, ob eine epidemische Lage nationaler Tragweite vorlag, weiter vorliegt oder nicht mehr vorliegt“ (Prof. Elicker). Die schrankenlose Ermächtigung des Bundesgesundheitsministers steht in keinem Verhältnis zu den Maßstäben unseres Grundgesetzes.

Die Überlebensrate bei Covid-19-Infektionen hat sich seit Mai auf 99,8 Prozent der Infektionen erhöht. Dies kommt einer gewöhnlichen Grippe nahe, deren Überlebensrate bei 99,9 Prozent liegt. Obwohl Covid schwerwiegende Nachwirkungen haben kann, kann eine Grippe oder jede andere Atemwegserkrankung ebenfalls schwerwiegende Folgen haben (Dr. Yeadon et al.)

Als erster Schritt zur Wiederherstellung der Grundrechte unserer Bevölkerung ist ein sofortiges Ende der ungezielten Massentestungen unserer Bürger zugunsten einer gezielten Testung symptomatischer Patienten (inklusive Viruslastbestimmung) zu fordern.

Schluss mit den politisch, medizinisch und medizin-ethisch untragbaren Zuständen in diesem Land!


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Rüdiger Pötsch

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