10. Oktober 2020

Entwicklung der deutschen Medienlandschaft Die Hasspredigerin

Über die Schadenfreude einer ARD-Moderatorin wegen Trumps Corona-Infektion

von Rüdiger Pötsch

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Bildquelle: Cineberg / Shutterstock.com ARD: Die Nummer eins unter den Propagandasendern

Der gelernte Rechtsanwalts- und Notargehilfe Georg Mascolo war von 2008 bis 2013 „Spiegel“-Chefredakteur. Nach seiner Abberufung mit sofortiger Wirkung am 9. April 2013 übernahm er 2014 die Leitung des Rechercheverbunds WDR/NDR/„Süddeutsche Zeitung“. Zeitgleich ist er für die ARD als „Terrorismusexperte“ unterwegs.

Zitat Mascolo: „Journalismus ist unverzichtbar in der Demokratie, er liefert den Menschen die Informationen, die sie benötigen, um ihre eigenen Entscheidungen zu treffen. Informieren, nicht missionieren, ist der Auftrag. Zugang zu verlässlichen Informationen ist ein Grundrecht und nicht weniger wichtig als der Zugang zu guter Bildung, Gesundheitsversorgung oder sauberem Wasser.“

Die WDR-Journalistin und Moderatorin Christiane Meier (geboren 1956) ist seit 1. Juli 2018 Leiterin des ARD-Studios in New York.

Gerade hatte ich im Artikel „Die ‚Alpen-Prawda‘ und der neue Faschismus“ über den ausufernden rechtsdiffamierenden Wort-„Schatz“ der „Süddeutschen Zeitung“ referiert, inszenierte Frau Meier vom „Umweltsau-WDR“ ein denkwürdiges Spektakel in der ARD:

In Kenntnis der Forderung des Leiters ihres Rechercheverbundes Georg Mascolo nach Zugang zu „sauberem Wasser“ demonstrierte sie im ARD-„Tagesthemen“-Kommentar vom 2. Oktober 2020 um 21:52 Uhr über die Covid-19-Infektion von Donald Trump eine Brunnenvergiftung ersten Ranges, die über Jahre ihresgleichen sucht und suchen wird:

„Wer sich über den Niedergang der politischen Kultur beschwert, sollte selbst ein Vorbild sein. Jedoch sind der Umgang des Präsidenten mit dem Virus, sein krasses Missmanagement, sein Herunterspielen der Gefahr, seine Politisierung des Maskentragens jetzt wieder Thema Nummer eins im amerikanischen Wahlkampf – mit Recht.“

Und: „Der positive Covid-Test wirkt wie eine zynische Antwort der Natur auf seine bizarren Lügen und die endlose Irreführung.“ Dann der gescheiterte Versuch einer „Mäßigung“: „Schadenfreude ist unangebracht. Stattdessen ist Donald Trump zu wünschen, dass er wieder ganz gesund wird. Damit die Amerikaner dann – ohne schlechtes Gewissen – sein politisches Schicksal besiegeln können.“

Zu diesen finsteren Formulierungen bieten sich Assoziationen an, von denen hier nur zwei beispielhaft erwähnt werden sollen. Erstens: Die Evangelikalen-Sekte hat Corona als eine „Strafe Gottes“ klassifiziert. Zweitens: Die Hexe im berühmten Märchen Hänsel und Gretel der Gebrüder Grimm füttert Hänsel, um ihn dann gemästet kochen und Gretel braten zu können.

Zahlreiche Kritiker dieses ARD-Kommentars von Christiane Meier äußern Begriffe wie „ekelhaft“, „eiskalt“ oder „widerlich“, einige sprechen von einer „Hasspredigt“ und beklagen darüber hinaus, dass man für diesen „Links-Hass-Funk“ auch noch Zwangsbeiträge zahlen muss.

Vergleichen wir die Exzesse der Hasspredigerin mit einem Schreiben „unseres Feindes“:

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un hat US-Präsident Donald Trump baldige Genesung von seiner Corona-Infektion gewünscht und sein Mitgefühl bekundet. Er wünsche ihm und der First Lady „von Herzen“ eine baldige vollständige Genesung, heißt es in dem von der Staatsagentur KCNA verbreiteten Schreiben. Er äußerte die Hoffnung, dass die beiden es „bald überstehen“. Kim schloss sein Schreiben mit „herzlichen Grüßen“.

Unsere Republik hat sich stets zu ihrer historischen Verantwortung bekannt. Inzwischen stellt sich – angesichts der Entwicklung unserer Medienlandschaft – die Frage, ob wir, die wir schon länger hier leben, uns schämen müssen, dieser Bundesrepublik 2020 anzugehören.


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Rüdiger Pötsch

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