07. Februar 2020

Kowalskys Presseagentur meldet Bereits neun Tote in Berlin in diesem Jahr!

Das Virus der Rücksichtslosigkeit und Unachtsamkeit

von Kurt Kowalsky

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Bildquelle: shutterstock Nicht so wichtig wie Chinaviren: Tote durch Unachtsamkeit und Rücksichtslosigkeit

Das weltweit grassierende Unheil forderte neulich, allein in Berlin, sein neuntes Todesopfer, und die Presse schweigt.

Wie die Berliner Polizei meldete, ist das neunte Opfer eine 79-jährige Frau, die am Montag im Krankenhaus verstarb.

Der Leiter der Berliner Seuchenanstalt und Bedarfsbagatellisierung war auf Anfrage nicht bereit, die Zahlen auf das laufende Jahr zu extrapolieren. Mathematische Laien mit handelsüblichen Taschenrechnern kommen jedoch auf 97 Tote und Leichinnen beiderlei Geschlechts in Berlin und 1,35 Millionen weltweit.

Ob die Opferzahlen im übrigen Bundesgebiet ähnlich sind, konnten wir bis Redaktionsschluss nicht ermitteln. Fest steht allerdings, dass in anderen Großstädten, wo die Leute dicht zusammenleben, die Zahlen nicht minder alarmierend sein dürften. München wird dem Vernehmen nach hier eine Ausnahme machen, da in der heimlichen Hauptstadt von Österreich noch die Prügelstrafe zulässig ist. „Wer nicht aufpasst“, so ein Polizeischüler in grüner Lederhose, „wird ausgepeitscht.“

Das soll wirken. Völlig unwirksam soll dagegen ein Mundschutz sein. Der Leiter der chinesischen Entenbraterei im ehemaligen „Wienerwald“-Restaurant am Kurfürstendamm, rief seine Gäste stattdessen zur bedingungslosen Quarantäne auf. Die nicht ganz durchgebratene Pekingente habe einen ausgezeichneten Orientierungssinn und würde sich berlinweit selbst ausfliegen. Nur wer den Straßenverkehr meide, sei vor dem grassierenden Gemetzel wirklich sicher, so ein Entenbraterfachmann auf Anfrage.

Der Berliner Verband des freien journalistischen Geschmieres sprach hingegen von einem aufgesetzten Popanz. Die freie Presse sei gezwungen, Prioritäten zu setzen. Bei der Abwägung zwischen den Milliarden Verdachtsfällen einer Coronavirusinfektion allein in Cottbus, Erfurt und Heidelberg, die sich nicht bestätigten, und den läppischen neun Toten in Berlin habe sich der Qualitätsjournalismus für die Milliarden entschieden.

Die Angst vor Ansteckung sei groß, und man wolle durch gezielte Berichterstattung alles dafür tun, dass diese Angst auch nicht nachlasse. Dass dieses Scheißvirus kaum gefährlicher als andere Grippeviren sei, könne man den Leserinnen und Frauen nicht berichten. Zu groß sei die Gefahr, dass danach die Auflage oder Einschaltquote zurückginge.

So bleibt also alles wie gehabt. Mit etwas Rücksicht, Vorsicht und Umsicht hätte man die neun Toten des Berliner Straßenverkehrs allesamt verhindern können, doch man ängstigt sich stattdessen vor kleinen, heimtückischen und unsichtbaren Chinaviren, während das Virus der Rücksichtslosigkeit und Unachtsamkeit jeden Tag seine Opfer fordert.

Lesen Sie morgen: Schutzimpfung gegen Verhältnisblödsinn unwirksam.


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