02. Oktober 2017

Alternative Energien Dunkelflaute im Hellen!

Ein grünes Wunder

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Bildquelle: shutterstock Die Lösung der Energieprobleme: Im Hellen ins Bett

Wer hätte das gedacht? Jetzt im Herbst werden die Tage wieder kürzer. Im Osten der Republik ist es um 20 Uhr bereits dämmrig. Aber um 18 Uhr scheint – wenn die Sonne scheint – auch dort noch die Sonne, wenn auch nur im milden, rötlichen Abendlicht. Das kommt von der Physik der Planetenbahnen um die Sonne, und dagegen kann man nichts machen. Und dann legen sich auch als erste – trotz bester sonniger Wetterlage – die Solarstromerzeuger zum wohlverdienten Schlafe nieder. Immerhin sind 2017 bereits sehr viele von ihnen in Lohn und Brot. Satte 43,3 Gigawatt an Leistung (nur zur Spitzenzeit, versteht sich) sind in rund 1,6 bis 1,7 Millionen – so genau zählt das keiner mehr – Solareinspeisern im Lande aktiv. Sie haben – wenn auch nur ganz kurz um 12 Uhr mittags am 21. September 2017 – knapp die Hälfte ihrer installierten Leistung geliefert . Immerhin 20,594 Gigawatt! Dann aber legten sie sich schnell zur Ruhe. Um 16 Uhr waren es nur noch knapp 25 Prozent und um 18 Uhr nur noch 3,5 Prozent. Um wenig später ganz auf Null zu gehen.

Und was macht der Wind, der scheue Bengel, um diese Zeit? Hilft wenigstens der, die Träume von der Vollversorgung mit „sauberer Energie“ zu erfüllen? Rafft er sich auf, die nötigen Gigawatt einzuspeisen, die an diesem ganz normalen Tag gebraucht werden? Das Zeug dazu hätte er, wie seine Schwester Solar auch. Denn heute stehen von der Nord- und Ostsee bis zu den Alpen, von Aachen bis Görlitz mehr als 29.000 Windkraftanlagen in unserem Land. Aufs herzlichste von den Einwohnern – so liest man es vielfach in unseren Medien – als Kathedralen des Fortschritts begrüßt. Könnten sie doch inzwischen fast alle Haushalte „versorgen“.

Denn sie könnten, wenn der Wind so wie geplant wehte, rund 54,0 Gigawatt (Stand etwa September 2017) ins Netz abliefern. Beide zusammen, also Wind und Solar, immerhin 97,3 Gigawatt! Was für ein tolles Geschäft! Bei einem Verbrauch am selben Tag von in der Spitze nur 74,7 Gigawatt blieben noch satte 22,6 Gigawatt für den Export!

…dachte das Milchmädchen, doch es macht, ebenso sprichwörtlich, und wie immer, die Rechnung ohne den Wirt. Denn obwohl sie viel mehr könnten, wenn man sie nur ließe, lieferten sie in der Spitze um 12 Uhr gerade mal 21,4 Gigawatt, also nur knapp 29 Prozent des Verbrauchs beziehungsweise nur knapp 22 Prozent der installierten Leistung. Und auch das war nur sechs Stunden später komplett vorbei. Da fielen nur noch 2,44 Gigawatt an. Das sind kaum merkbare 3,6 Prozent des Verbrauchs beziehungsweise nur 2,5 Prozent der installierten Leistung.

Der Wind, der faule Hund, hatte fast komplett seine auch schon zuvor äußerst geringe Tätigkeit eingestellt, und die Sonne, der Planetenphysik folgend, ebenso. Und auch am nächsten Tag wurde es nicht besser. Also können wir erwarten, dass es in den kommenden Monaten eher noch schlechter wird als besser, denn der nächste Winter kommt bestimmt.

Grüne Politik macht‘s möglich: Wir sind Zeuge der neuesten fortschrittlichen Errungenschaft: Dunkelflaute im Hellen. Das muss man erst mal hinkriegen. Und wenn dann Merkel und Co wieder regieren, wird dieses Dunkelflautenwunder vielleicht die Regel und Tausende von Medienexperten und Politikerklärern werden uns klarmachen, dass mit den Hühnern zu Bett gehen in jedem Fall die moralisch bessere – wie auch die gesündere – Alternative ist. Von den segensreichen Auswirkungen auf das Bevölkerungswachstum mal ganz abgesehen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf der Seite des Europäischen Instituts für Klima und Energie (EIKE).


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