25. August 2017

Die Diesel-Jagd Von Scheinsubventionen und willkürlichen Grenzwerten

Skrupellose Lobbyisten zwingen dem Land ihren Willen auf

Artikelbild
Bildquelle: shutterstock Der neue Feind: Dieselabgase

Das Umweltbundesamt ist die größte und mächtigste Umweltbehörde Europas. Kein Wunder, dass sich seine Präsidentin Maria Krautzberger für eine der wichtigsten Umweltbeauftragten des Kontinents hält. Nur allzu gerne fordert die 62-jährige SPD-Politikerin irgendetwas, wobei sich die Reaktionen auf ihre Wortmeldungen regelmäßig zwischen Heiterkeit und Entsetzen bewegen. Fast scheint es, als würde die Diplomsoziologin einmal pro Quartal mit einer irren Forderung auf die Menschheit losgelassen. Zu Jahresbeginn wollte Krautzberger den Mehrwertsteuersatz auf tierische Lebensmittel von sieben auf 19 Prozent erhöhen, damit die Bürger weniger Fleisch essen. Mitte April machte sie sich für ein generelles innerörtliches Tempolimit von 30 Stundenkilometern stark, weil ein ausgebremster Verkehr angeblich besser fließt. Und nun will Krautzberger die Dieselsteuer erhöhen, um 15 Millionen Autofahrern den Tag zu verleiden. Doch anders als bei ihren früheren Versuchen darf die Leiterin des Umweltbundesamtes diesmal auf Zustimmung hoffen. Denn dem Diesel soll es an den Kragen gehen – das haben die Schreibtischtäter in den links-grünen Ideologiehochburgen beschlossen. Ganz gleich wie absurd die Forderungen sind, die in der aktuellen Diskussion erhoben werden, nichts scheint unmöglich. Der Dieselmotor ist der Donald Trump der Mobilität. Beim indoktrinierten Massenpublikum taugt er hervorragend als ideologisches Feindbild. Wer fragt da noch nach Fakten?

Lukrativer und hoch bezuschusster Massenmarkt

Doch auch dem Letzten sollte inzwischen klar geworden sein, dass es um einen Vernichtungsfeldzug zur Etablierung einer neuen Antriebsart und keinesfalls um den Umweltschutz geht. Unverhohlen fordert nicht nur Kanzlerkandidat Schulz eine Quote für den Absatz von Autos mit Elektromotoren. Offenbar soll wie bei der „Energiewende“ den ungeduldigen Auftraggebern unwirtschaftlicher Nischenprodukte ein lukrativer und steuerlich hoch bezuschusster Massenmarkt erschlossen werden. Ganz sicher nicht zum Nachteil der politischen Wegbereiter. Und am liebsten will man den Verbrennungsmotor gleich vollends abschaffen; das Ziel der Vernichtung benzin- und dieselgetriebener Motoren findet sich längst im Parteiprogramm der Grünen. Mit immer neuen Angstszenarien werden die Bürger weichgekocht: Man muss gar nicht zu den Anfängen der politischen Durchsetzung des Katalysators zurückgehen, über dessen Wirkungsgrad beim durchschnittlichen deutschen Kurzstreckenfahrer eine Menge zu erzählen wäre. Die Markteinführung des „Kat“ war vor allem ideologisch motiviert und wurde von jeder Menge Halbwahrheiten begleitet. Auch in unseren Tagen bestimmen alternative Fakten die Umweltdebatte. Erst war es der Feinstaub, mit dem die Einführung der Umweltzonen gerechtfertigt wurde. Inzwischen ist klar: Die Zonen bringen nichts, denn schlappe 15 Prozent des Feinstaubs entstammen den Motoren. Dann kam der Kampf gegen das Kohlendioxid, mit erfundenen und immer weiter abgesenkten Grenzwerten.

Zulässige Stickoxidkonzentration für Industriearbeitsplätze 24 Mal so hoch wie für den Straßenverkehr

Und nun also ist es das böse Stickoxid, von dem Verbrennungsmotoren angeblich viel zu viel freisetzen. Dabei zeigt sich die Willkür der Grenzwerte schon daran, dass die zulässige Stickoxidkonzentration für Arbeiter an Industriearbeitsplätzen und im Handwerk atemberaubende 24 Mal so hoch liegt wie für den fließenden Straßenverkehr. Derlei Ungereimtheiten müsste das Publikum doch irgendwann bemerken, hofft man. Wer könnte da noch glauben, es gehe um den Umweltschutz? Doch leider scheint dies für die Mehrheit zu gelten. Dauerbeschallt von der grünen Propaganda, verlieren offenbar immer mehr Menschen die Fähigkeit zum selbständigen Denken. Und so verfängt auch die Forderung nach einer Steuererhöhung für Dieselkraftstoff bei den Bürgern. Die stören sich nicht mal an Krautzbergers dreister Forderung, es müsse Schluss sein mit der Dieselsubvention. Dabei ist es mitnichten eine Subvention, wenn eine Steuer für ein Produkt niedriger ausfällt als für ein anderes. Man könnte es auch einmal umgekehrt betrachten und von einer überhöhten Benzinsteuer sprechen, die schleunigst nach unten angepasst gehört. Doch lieber lässt sich der obrigkeitshörige Deutsche mit willkürlich festgelegten Grenzwerten gängeln und von grünen Horrorszenarien in die Irre führen, obwohl diese regelmäßig von der Realität widerlegt werden. Skrupellose Lobbyisten zwingen dem Land ihren Willen auf – und der brave Michel erkennt nicht, dass sie sich nur als Politiker tarnen. Wahrscheinlich geschieht es ihm recht.

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog des Autors.


Artikel bewerten

Artikel teilen

Facebook Icon Twitter Icon VZ Icon del.icio.us Logo Reddit Logo

Anzeigen

Kommentare

Die Kommentarfunktion (lesen und schreiben) steht exklusiv Abonnenten der Zeitschrift „eigentümlich frei“ zur Verfügung.

Wenn Sie Abonnent sind und bereits ein Benutzerkonto haben, melden Sie sich bitte an. Wenn Sie noch kein Benutzerkonto haben, nutzen Sie bitte das Registrierungsformular für Abonnenten.

Mit einem ef-Abonnement erhalten Sie zehn Mal im Jahr eine Zeitschrift (print und/oder elektronisch), die anders ist als andere. Dazu können Sie dann auch viele andere exklusive Inhalte lesen und kommentieren.

drucken

Dossier: Umweltschutz

Mehr von Ramin Peymani

Über Ramin Peymani

Anzeige

ef-Einkaufspartner

Unterstützen Sie ef-online, indem Sie Ihren Amazon-Einkauf durch einen Klick auf diesen Linkstarten, oder auf ein Angebot in der unteren Box. Das kostet Sie nichts zusätzlich und hilft uns beim weiteren Ausbau des Angebots.

Anzeige