18. August 2017

Links, zwo, drei, vier Im Stechschritt zum gleichgeschalteten Einheitsmeinungsmenschen

Bitte nehmen Sie die Hyperinflation deutscher Presseskandale gelangweilt zur Kenntnis

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Bildquelle: shutterstock Fankurven des Fanatismus: Lechte gegen Rinke

Die Berichtbestattung (kein Schreibfehler) hiesiger Feigenblätter vor dem verkümmerten Geschlechtsorgan geistig frigide-rigiden Volkserziehungsgouvernantentums zu den schlimmen Ausschreitungen in Charlottesville könnte man eigentlich schon wieder als Skandal werten, was angesichts der längst in hyperinflationären Druck gegangenen Endlosserie an krassesten Missachtungen auch noch der letzten verbliebenen Berufstugenden dieser Zunft jedoch keinen Sinn ergäbe. Also was soll‘s.

Wie selbst von geriatrischen Hunden hinter vollverrosteten Öfen aus Großmamas Zeiten schon gar nicht mehr anders erwartet, sondern günstigstenfalls noch mit einem müden Stoßknurrer und einem desinteressiert nach links zuckenden Ohrzipfel quittiert, stürzten sich die Extremisten des veröffentlichten Meinensollens der – ich bringe sie mal eben zum Lachen – „freiesten Medienrepublik, die es je auf deutschem Boden gab“, ha ha ha, natürlich wieder wie bis auf die Knochen ausgehungerte Hunnen auf die Ereignisse in der amerikanischen Stadt, in der es zu Gewalt zwischen rinken und lechten Extremisten und Vollpfosten kam.

Während aus Idiotengruppe A (Lechte) schonmal altbekannte Parolen wie „Heil Hitler!“ zu hören waren und aus einigen Mündern übelste rassistische Flatulenzen stanken, mit denen man den eigenen „Suprematismus“ unter für die Nachwelt wiederholt abschreckenden Beweis zu stellen trachtete, verteidigte man in Schwachmatengruppe B (Rinke) gewohnt kreischend und krakeelend die totalitären Forderungen nach dem neomaoistischen Einheitsmeinungsmenschen, der nur noch glauben darf und soll, was die bestmenschlichste politische Nomenklatura aller zweiten Zeiten ihm erlaubt.

Denn im Gegensatz zu so manchen infantil-fingerfarbig hingeschmierten „Analysen“ der Ereignisse in der KPdSU (Kaderpresse der Sowestunion) dieser kunterbunten Volksrepublik Merkelkorea ist es beileibe nicht so, als wäre die erschreckende Gewalt nur von rechts gekommen und habe in allerbestmenschlichst linksdrehende Freigeisterkulturen heimtückisch braunes Gift gerührt.

Sehen Sie, in dieser Hinsicht schenken sich die vermeintlich unterschiedlichen „Seiten“, bei denen es sich ja nur um zwei Prägungen desselben zunehmend herrenrassig-radikal durch die jüngere Zeitgeschichte klimpernden Menschenverachtungs-Medaillons handelt, nämlich nicht das geringste, aber auch rein gar nichts. Die einen (Lechte) frönen mitunter einem stumpfsinnigen biologistischen Absolutismus, die anderen (Rinke) einem politischen. Der Tenor beider Fankurven des Fanatismus ist derselbe: Wer nicht mit uns ist, ist gegen uns – herzlichen Dank auch, George. Haste ja super Vorarbeit geleistet. Also, was soll jetzt die geheuchelte Aufregung über Trump? Ich habe bereits in einigen Artikeln klipp und klar gesagt, was ich von diesem Dampfplauderer halte. Das sollte aber nun auch nicht dazu führen – wie derzeit im deutschen Pressekader zu beobachten –, dass alles, was der Mann sagt, sofort zu epileptischen Artikelanfällen führt, die ungeachtet seiner hin und wieder durchaus berechtigten Argumente nur noch das Dauerschimpfen kultivieren. Muss man sich mal vorstellen: Hat er doch glatt behauptet, die Linke habe eine Mitschuld an der Gewalt. Die Linke! Dabei sagt die doch, wie jeder Youtube-Nutzer weiß, die Wahrheit! (In circa drei bis fünf Minuten.)

Die einen wollen Geschichte gleich ganz nach eigenem Gusto umschreiben und -deuten und alles gründlich ausmerzen, was auch nur in vagen Rechtsverdacht gerät, was sich der eigenen Ideologidiotie gemäß nicht reibungsfrei borgwürfeln lässt; das führt dann schonmal dazu, wie übrigens nicht nur in amerikanischen, sondern auch hässlichdeutschen Printprodukten schon seit geraumer Zeit zu bestaunen, dass konterfemirevolutionärer Männerabfall sich jahrelang von Gesinnungsstalinist_Innen*hohl verbal straßenschlägern lassen muss, er und nur er allein sei für alle Übel dieser Welt verantwortlich (woran erinnert mich das bloß?), um sich hinterher auch noch zu beschweren, wenn dieser nicht länger bereit ist, sich ständig als buchstäblich Schwarzer Mann zum neuen Nigger der Geschichte einstampfen und im Gendergulag entsorgen zu lassen, sondern sich doch tatsächlich gegen die ideologidiotische Vermüllung des eigenen Geschlechtes wehrt. Doch dabei bleibt die Um‑, besser: Entwertung aller Werte natürlich nicht stehen, erhebt sie doch Totalitätsanspruch.

Also geht es munter weiter über die stets pflichtbereite Kennzeichnung von Klimawandelleugnern und -sündern, obwohl der – als erwachsener Mensch sollte man Klartext reden können – Schwachfug vom „menschengemachten Klimawandel“ eigentlich schon widerlegt wurde und auch vollkommen klar ist (für Menschen, die des Lesens und eigener Recherchen fähig sind), welche höchst interessierten Kreise sich diesen Mythos aus dem Lenkfabrikenärmel gezogen haben, um unter dem Tarnmantel vermeintlicher ökologischer „Wohltaten“ nach Herzenslust stramm durchregieren, kommandieren, Plansollerfüllung leisten und alles wirtschaftlich niederknechten zu können, was sich den Anweisungen aus dem Parteibüro des Weltklimas nicht beugt. Und ja, werte Herrschaften Alpha-Qualitätsleugner: Das ist eine Tatsache. Da könnt ihr herumfuhrwerken, soviel ihr wollt. Lässt mich kälter als flüssigen Stickstoff. Es gäbe solcher Beispiele noch viele mehr: Wer nicht mit uns Weltrevolutionären ist, ist gegen uns. Und Nazi natürlich.

Auch nach den Ausschreitungen beim letzten Gipfel des fruchtlosen Geschwätzes ließ sich diese besorgniserregende Tendenz in einschlägig bekannten Schmierblättchen beobachten: Ja, also, die Gewalt war ja schon irgendwie hässlich, nujo, aber sie wurde doch nur von progressiven Antikapitalisten verübt, herrje, könnte man da nicht mal das linke Auge fest zukneifen – so wie immer?

An einigen US-Universitäten ist es schon vorgekommen, dass Professoren, die neoleninistische Weltgenesungsdoktrinen in Frage stellten, sich wütenden Anfeindungen propagandistisch erfolgreich herangezüchteter Gesinnungsschnüffler ausgesetzt sahen, die dann auch gleich per Petition die Entlassung des konterrevolutionären Delinquenten forderten und ihn sogar massiv bedrohten. Doch keine Sorge, denn das alles dient ja einem guten rinken Zweck, und jedes aufrechte deutsche Mädel und jeder deutsche Bub weiß doch dank Medienbestrahlung von der Wiege an, dass gute Herzen rinks schlagen.

Doch will ich hier nicht albernerweise auf beiden Seiten derselben Medaille herumreiten. Das Problem liegt tiefer als rinks und lechts: Solche hässlichen Ausschreitungen wie die in Charlottesville sind meines Erachtens nur die überaus logische Konsequenz aus einer fatalen Überpolitisierung, ja -hysterisierung gesellschaftlichen Lebens, die auf Gegenargumente, egal zu welchem Thema und seien sie auch noch so berechtigt, zunehmend aggressiv reagiert. Das eigene Weltbild soll um jeden Preis durchgesetzt werden. Talk about Taliban.

Macht es da wirklich noch einen Unterschied, dass Fanatiker A nationalistisch freidreht, während Fanatiker B internationalistisch, oder, wenn Sie so wollen, globalistisch-universell Amok läuft und gerne gleich die ganze Menschheit unter seiner Fuchtel sähe?

Und ist es nicht irgendwie ironisch, ach, eigentlich schon plumpeste Realsatire, wenn ausgerechnet diejenigen „deutschen Tugendbolde“ (Peter Scholl-Latour), die seit mittlerweile mehr als einer Dekade vor jedem Weltgenesungskrieg stets stramm den Arm hoben, sich nun allen Ernstes über – wie bitte? – Extremismus beschweren und, wie in einem deutschen Gossenblatt zu lesen, tatsächlich argumentieren, ja, also, die Rinke war auch gewalttätig, das stimmt schon, aber wenigstens hat sie in diesem Fall keinen Toten produziert.

Abgesehen von den paar Millionen Leichen quer durch die Geschichte des 20. Jahrhunderts, die leider die falsche Gesinnung hatten, versteht sich.


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