29. Juli 2017

Doppelgänger für Martin Schulz Gipfel der Verzweiflung

Ran an neue Wählerschichten

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Bildquelle: NordStock / Shutterstock.com Experte für Fenster: Tim Erikson (Abbildung ähnlich)

Der Wahlkampfchef krank, die Umfragewerte im Keller, die ganze Offensive mit Plänen und Strategien umsonst, selbst der Griff in die Trickkiste der Populisten und der direkte Verweis auf Mao, den anderen großen Steuermann der Linken, ergebnislos. Martin Schulz, gerade unterwegs, um die alte Achse Berlin-Rom zu schmieren, schafft es nicht einmal mehr mit Forderungen nach einer neuen Flüchtlingskrise und Verschwörungstheorien gegen die Kanzlerin in die Schlagzeilen. Die Verzweiflung in der Kampa ist groß, was außer nicht praxistaugliche Vorschläge zu machen kann der gescheiterte Kandidat denn noch tun?

Zu Tricks greifen, ganz tief in die Tasche mit den viralen Strategien. Hubertus Heil, der den Pro-Forma-Wahlkampf der SPD derzeit kommissarisch führt, muss auf die Idee gekommen sein, ein Bild des markanten Schulz-Schädels in die Werbeanzeige einer russischen Baufirma einzuschleusen. Schulz taucht im Abendblatt „Wetschernjaja Moskwa“ als „Tim Erikson“ auf, Experte für Fensterrahmen und ständig unterwegs zwischen Russland und Schweden.

Ein Brückenbauer wie der Würselener also – und dessen derzeit größter Wahlkampfhit. Während Schulzens Reise nach Italien, wo er „eine solidarische Flüchtlingspolitik für Europa“ forderte und den Vorwurf, bei dem Besuch handele es sich um ein Wahlkampfmanöver, empört zurückwies, nur ein überschaubares Echo fand, ging die Doppelgängernummer für SPD-Verhältnisse durch die Decke: „Martin Schulz, alter Schwede“, jubelte der „Spiegel“, „Martin Schulz macht unfreiwillig Werbung für russische Firma“, empörte sich die „Rheinpfalz“.

Alle griffen sie auf einen dpa-Text als Vorlage zurück. Alle beließen es bei der Beschreibung des Doppelgänger-Falles, ohne dessen Hintergründe zu enthüllen: Martin Schulz, auch sechs Monate nach seiner Ernennung durch den damaligen SPD-Chef Sigmar Gabriel noch weiten Teilen der Bevölkerung unbekannt, will ran an die Nichtwähler, die „Postillon“-Leser und sozialistisch sozialisierten Zuwanderer, deren Votum allein das Blatt noch zugunsten der SPD wenden und der deutschen Sozialdemokratie eine weitere Saison als Juniorpartner einer Großen Koalition sichern kann.

Dieser Artikel erschien zuerst auf politplatschquatsch.com.


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