26. Juli 2017

Studie über die Rolle der Medien in der Flüchtlingskrise Manipulative Meinungsmacher

Journalisten als Spaltpilz der Gesellschaft

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Bildquelle: Michel Spekkers / Shutterstock.com Manipulativ: Journalisten in der Flüchtlingskrise

„Verklärte Willkommenskultur“ – eine skurrile Meldung macht dieser Tage die Runde. Sie ist jedoch nicht etwa deshalb so bizarr, weil über schier Unglaubliches berichtet würde, sondern weil sie etwas derart Offensichtliches zum Inhalt hat, dass man sich fragt, warum es einer wissenschaftlichen Studie bedurft hatte, um es zu manifestieren. Das Ergebnis überrascht so wenig, als hätte jemand nachgewiesen, dass Bäume von unten nach oben wachsen. Und doch ist die Studie der Hamburg Media School und der Uni Leipzig ein echter Meilenstein im Kampf gegen den allgegenwärtigen Kampagnenjournalismus. Erstmals ist wissenschaftlich bestätigt worden, was Millionen von Menschen seit zwei Jahren mit eigenen Augen und Ohren wahrnehmen: Deutschlands Medien haben sich in der Zuwanderungskrise zu willfährigen Komplizen der politischen Klasse gemacht. Die Journalisten haben ein Zerrbild der Realität gezeichnet, um den Bürgern ihre links-grüne Ideologie aufzuzwingen. Die „euphemistisch-persuasive Diktion“ habe dazu geführt, dass „freiwillig von den Bürgern zu erbringende Samariterdienste moralisch eingefordert werden konnten“, stellt der Leiter der Studie, Michael Haller, fest. Er bescheinigt den Redaktionen, die „Willkommenskultur zu einer Art Zauberwort verklärt“ zu haben. „Große Teile der Journalisten haben ihre Berufsrolle verkannt“, so sein vernichtendes Fazit. Die Studie rehabilitiert viele, die sich von Politik und Medien lange als rechte Populisten oder fremdenfeindliche Hetzer beschimpfen lassen mussten.

Journalisten setzen ihren Vernichtungsfeldzug gegen die Willkommens-Kritiker unbeirrt fort

Und doch dürfte die Erkenntnis kaum Besserung bringen. An den willkommensbesoffenen Liebhabern der öffentlich-rechtlichen Schlaflieder dürfte sie ohnehin abperlen. Lieschen Müller möchte sich eben nicht mit unangenehmen Wahrheiten belasten. Wie sollte sie künftig ihre Fernsehabende genießen können, wenn sie akzeptierte, dass „Tatort“, „Tagesthemen“ und „heute-journal“ ein völlig falsches Bild zeichnen? Fände sie noch Schlaf in dem Wissen, dass mit der Kulturbereicherung ein gerüttelt Maß Sicherheit und Ordnung verlorengegangen ist? Würde sie etwas hören wollen von der Milliardenlast für die überstrapazierten Sozialsysteme, von zunehmender Migrantenkriminalität oder der Erwartung der Zuwanderer, dass wir uns ihnen anpassen? Zu schön ist es doch, die herzerwärmenden Geschichten beachtlicher Bargeldfunde zu lesen, so wunderbar illustriert mit Flüchtling Hassan, den zwei freundliche Polizisten mit Blumenstrauß einrahmen. Derweil machen Deutschlands Medienschaffende keinen Hehl daraus, dass sie gar nicht daran denken, ihre „Berichterstattung“ zu ändern. Wissenschaftlich der Lüge überführt, setzen sie ihren Vernichtungsfeldzug gegen jeden fort, der es wagt, offensichtliche Probleme anzusprechen und längst überfällige Fragen zu stellen. Nun hat die Hetze der Medien ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht: Immer neue Vertreter aus dem links-grünen Parteienspektrum werden Opfer der Gesinnungstäter. Einer, der den Finger früh in die Wunde gelegt hat, ist Boris Palmer.

Manipulative Meinungsmache als Ursache für die Radikalisierung und Spaltung der Gesellschaft

Tübingens grüner Oberbürgermeister stellt Merkels Mantra „Wir schaffen das“ beharrlich in Frage. In seinem in Kürze erscheinenden Buch „Wir können nicht allen helfen“ warnt der 45-Jährige eindringlich vor einer Politik, die Deutschland in den vergangenen beiden Jahren nicht nur überfordert, sondern gespalten hat. Nun hat Palmer die Vorkommnisse auf einem Volksfest in seiner ehemaligen Heimat Schorndorf kommentiert. Angesichts der sexuellen Übergriffe durch einen Iraker und drei Afghanen sowie der Gewaltexzesse 1.000 junger Leute – laut Polizeiangaben zum großen Teil mit Migrationshintergrund – stellte er nüchtern fest, dass „wieder sehr junge Asylbewerber mittendrin“ gewesen seien, und beklagte, dass „es immer noch als Rassismus gebrandmarkt wird, wenn man das Problem beschreibt“. Das ARD-Magazin „Monitor“ blies daraufhin zur Treibjagd auf den ehemaligen Vorzeige-Grünen. Man erfand seine ganz eigene Version der Hergänge und behauptete, es habe lediglich „eine Handvoll alkoholisierter Jugendlicher am Rande eines Stadtfestes gegen Polizeibeamte randaliert“. Es sind Bagatellisierungsversuche wie dieser, die den Begriff der „Lügenpresse“ geprägt haben. Folgerichtig wird die manipulative Meinungsmache der Journalisten von den Autoren der Studie als Ursache für die Radikalisierung und Spaltung der Gesellschaft ausgemacht. Abschalten und umblättern, lautet die Devise. Ideologisierte Aufwiegler, die ihr Privileg journalistischen Wirkens missbrauchen, dürfen keine Bühne erhalten. Journalisten sind Dienstleister der Leser und Zuschauer – nicht mehr und nicht weniger.

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog des Autors.


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