18. Juli 2017

Riesiger Schelfeis-Abbruch in der Antarktis Zerbricht der Südpol?

Dabei wird die Antarktis seit 30 Jahren kälter

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Bildquelle: shutterstock Eisberg: Lässt er den Meeresspiegel ansteigen?

Die Medien überschlagen sich. Ein Rieseneisberg ist letzte Woche von der antarktischen Halbinsel abgebrochen. Während manche Medien, wie zum Beispiel „Die Welt“ und „Spiegel Online“ ziemlich unaufgeregt und sachlich berichten, haut „Bild“ – in stärksten Auflagennöten – wie immer auf die ganz große mediale Pauke. Da zerbricht gleich der Südpol. Und Mojib Latif betätigt sich – von den Fakten völlig unabhängig – als Pauker. Ob das der im freien Fall befindlichen „Bild“-Auflage hilft? Wer glaubt dieser Zeitung noch? Lesen Sie die Fakten.

Auf der antarktischen Halbinsel, einem winzigen Zipfel des antarktischen Kontinents, der, gegenüber dem argentinischen Feuerland liegend, insgesamt weniger als ein Prozent der antarktischen Landmasse ausmacht, ist ein riesiges Stück Schelfeis abgebrochen. Das ist ein spektakulärer Vorgang, der jedoch allein deshalb so spektakulär ist, weil das abgebrochene Stück so groß ist und in dieser Größe nicht so häufig vorkommt. Mit rund 5.800 Quadratkilometern (und circa einer Billion Tonnen Masse) ist es immerhin etwa 6,5 Mal so groß wie Berlin. Dabei ist der Abbruch von Schelfeis, das, von den Landgletschern vorgetrieben, auf dem Meer schwimmt, ein völlig normaler Vorgang, der aber gelegentlich und immer mal wieder auch zu spektakulären Großabbrüchen führt. Mit Klimawandel, geschweige denn mit einer hypothetisch menschengemachten Klimaerwärmung, hat das Ganze überhaupt nichts zu tun.

Grund sind vielmehr die mechanischen Vortriebskräfte der antarktischen Landgletscher sowie veränderte Meeresströmungen, die von der Antarktischen Oszillation (AAO) angetrieben werden. Diese verändern sich stochastisch-zyklisch und unterspülen die weit ins Meer ragenden schwimmenden Eiszungen. Diese Tatsache bestätigen auch neueste Forschungsergebnisse des Alfred-Wegener Instituts in Bremerhaven.

Die Schwerkraft und starke Scherkräfte, ausgelöst durch die AAO, sorgen dann immer wieder für Abbruch, auch „Kalben“ genannt. Ein dadurch bedingter Anstieg des Meeresspiegels ist schon deshalb unmöglich, weil dieses Eis ja zuvor bereits auf dem Meer schwamm. Aber auch wenn es anders wäre, wäre selbst die Masse von rund einer Billion Tonnen dieses Eisbergs viel zu klein, um einen messbaren Meeresspiegelanstieg auszulösen. Bezogen auf die gesamte Eismasse der Antarktis ist auch die Riesenmenge dieses Eisbergs mit einer Billion Tonnen nur circa ein 26.000stel der gesamten antarktischen Eismasse.

Wie es wirklich in und um die Antarktis aussieht, zeigen die unten verlinkten Texte.

Klaus-Eckart Puls: „Klima-Panik-Orchester spielt in der Antarktis“

Klaus-Eckart Puls: „Eisberg voraus – Welt-Untergang auch?“

Dieser Artikel erschien zuerst auf der Seite des Europäischen Instituts für Klima und Energie (EIKE).


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