20. Juni 2017

Fernsehen und Finanzierung Champions League – Endlich im Free TV!

Niemand wird gezwungen, zu bezahlen

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Bildquelle: shutterstock Verschiedene Finanzierungsmodelle denkbar: Freies Fernsehen

Viele Medien meldeten, dass die UEFA Champions League ab der Saison 2018/19 nicht mehr im „Free TV“ zu sehen sein wird. Unter den Berichten, so etwa auf kicker.de, finden sich viele erboste Kommentare von Fans, die von Abzocke und Geldgier sprechen. Es wird angekündigt, sich nicht „erpressen“ zu lassen und jetzt nicht mehr Champions League zu schauen.

Das ist ein sehr treffendes Beispiel dafür, wie tief falsch verwendete Begriffe und durch sie verursachte unsinnige Argumentationen verbreitet sind. Denn natürlich ist die bisherige Übertragung einiger Spiele im öffentlich-rechtlichen Fernsehen nicht „frei“. Alle sind gezwungen, dafür zu bezahlen, ob es sie interessiert oder nicht.

Es hat nichts mit Freiheit zu tun, wenn eine bestimmte Leistung für eine bestimmte Gruppe „frei“ ist, sie also nicht direkt dafür bezahlen muss. Diese vorgebliche Freiheit basiert auf der Unfreiheit vieler anderer Menschen, die gezwungen werden, Geld für etwas zu bezahlen, das sie nicht bestellt haben. Kostenlose Leistungen für die einen gründen immer auf Zwang für zahlreiche andere – ein typisches Phänomen im Umverteilungsstaat. Im öffentlich-rechtlichen Fernsehen gibt es noch ein weiteres Phänomen von Zwangszahlungssystemen zu beobachten: Wenn ich sowieso bezahlen muss, dann will ich auch ein möglichst großes Stück vom Kuchen haben, also zum Beispiel Champions League schauen. Auch das hat mit Freiheit nichts zu tun.

Das sogenannte Pay TV ist also das das eigentliche Free TV. Es beruht auf der Vertragsfreiheit, auf der Möglichkeit, Leistungen anzubieten und zu kaufen je nach den eigenen Präferenzen. Dabei sind der Phantasie bei der Gestaltung der Vertragskonstruktionen keine Grenzen gesetzt – es kommt nur darauf an, für jedes Angebot freiwillige Nachfrage in ausreichendem Maß zu finden. Das ist das System der Freiheit.

In diesem hat auch die Debatte über zu hohe Preise keinen Platz – höchstens als internes Problem der Anbieter, welcher Preis sich durchsetzen lässt und genügend Nachfrage findet, um Gewinn zu erwirtschaften. Natürlich sind auch andere Finanzierungsmodelle möglich und können Teil des wirklichen Free TV sein, wie etwa durch Werbung. Das einzig Entscheidende ist, dass niemand gezwungen wird, zu bezahlen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf antibuerokratieteam.net.


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