07. Mai 2017

Pressefreiheit unter Donald Trump Perfekt desinformiert vom Deutschlandfunk

Deutsches Propagandaradio unterbietet Burkina Faso

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Bildquelle: shutterstock Pressefreiheit nicht das dringendste Problem: Burkina Faso

Wirklich großartige Leistung beim gebührenfinanzierten Deutschlandfunk: Die Regierung Trump ist soooo böse – da ist sogar die Pressefreiheit in Gefahr, meldet ausführlichst der DLF. Laut einem aktuellen Ranking von Reporter ohne Grenzen (RoG) liege das Mutterland der Pressefreiheit nun, unter Donald Trump, nur noch auf „Rang 41, hinter Burkina Faso“. Die Pressefreiheit habe „unter Donald Trump gelitten“, so der DLF. Die Schlagzeile dazu: „Tag der Pressefreiheit – USA in Weltrangliste abgerutscht“.

Um Himmels willen, denkt der erschütterte Deutschlandfunk-Hörer da – hinter Burkina Faso?

Nun, diese Statistik von RoG gibt es tatsächlich – nur steht dort nicht das drin, was der DLF vermeldet. Das RoG-Ranking ist unbedingt lesenswert. Vor allem aber weist RoG dort alle Länder der Erde in fünf Kategorien aus, wonach die Lage der Pressefreiheit „gut“, „zufriedenstellend“, mit „erkennbaren Problemen“, „schwierig“ oder „sehr ernst“ ist. Gerade mal ein Dutzend Länder landen in der ersten Kategorie. In der zweiten – „zufriedenstellend“ – finden sich unter anderem Frankreich, Chile, Polen, Australien, Kanada, Großbritannien, Namibia, Spanien, Burkina Faso – und eben auch die USA. Aber die Meldung „Pressefreiheit unter Trump genauso zufriedenstellend wie unter Hollande“ wäre ja auch irgendwie nix gewesen, oder?

Aber mit der Nachrichtenmanipulation geht es noch weiter: Im Jahr 2015 landeten die USA auf der RoG-Rangliste auf Platz 49. Zur Amtszeit von Präsident Obama lagen die USA also acht Plätze schlechter, 2016 mit Platz 41 im übrigen nur zwei Plätze besser. Das aber erfuhren die Deutschlandfunk-Hörer nicht. Dafür wurden sie mit der Schlagzeile „USA in Weltrangliste abgerutscht“ perfekt desinformiert.

Aber alles dies ist nichts im Vergleich zu der ganz grundlegenden Manipulation, die der Deutschlandfunk betreibt. Denn die aktuelle RoG-Statistik erfasst, so die ausdrückliche Eigendarstellung der Methodik, den „Zeitraum vom 1. Januar 2016 bis zum 31. Dezember 2016“. Inwieweit ein erst am 20. Januar 2017 vereidigter Präsident die Pressefreiheit des Vorjahres bedroht, wie vom DLF-Korrespondenten behauptet, bleibt wohl ein großes Geheimnis der Zeitreisenden im Kölner Funkhaus. Die (korrekte) Meldung „Pressefreiheit unter Obama schlechter als unter Obama“ wollte wohl keiner schreiben …

Dieser Artikel erschien zuerst bei Die Kieker (Die Spoekenkiekerei)“.


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