30. April 2017

Energiewende in England Die Briten brauchen keine Kohle

Wozu Wald?

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Bildquelle: shutterstock Holz statt Kohle: Kraftwerk Drax

Vor wenigen Tagen machte „Spiegel Online“ mit dem Titel auf: „Energiewende in England – Die Briten brauchen keine Kohle“. Andere Medien berichteten ebenfalls. Dazu zitiert „Spiegel Online“ die auf ewig ahnungslose Professorin für Volkswirtschaft und „Energieexpertin“ des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin Claudia Kemfert, sie darf zu dieser Tartarenmeldung ihren Senf dazugeben: „‚Das britische Beispiel zeigt: Die Kohle ist verzichtbar‘, sagt Claudia Kemfert, Abteilungsleiterin Energie, Verkehr und Umwelt beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung. ‚Aber die Briten erkaufen sich das mit mehr Erdgas und hohen Subventionen für Atomenergie.‘ Ein Komplettumbau hin zu erneuerbaren Energien wäre auch ‚ökonomisch klüger‘, behauptet Kemfert. Regenerative Techniken würden immer wettbewerbsfähiger – wie gerade der Fall EnBW zeige. Der Baden-Württemberger Stromriese will in der Nordsee einen Offshore-Windpark ganz ohne Subventionen bauen.“

Einer unserer Leser hat diese Meldung zum Anlass genommen, ein wenig zu rechnen. Dazu benötigt man keine großen Fähigkeiten, sondern nur einen gesunden Menschenverstand, die Kenntnis der Grundrechenarten und die Fähigkeit, zu googeln. Bis auf Googeln sind diese offenbar selten geworden. Ohne diese Fähigkeiten kann man hierzulande sogar Professorin für Volkswirtschaftslehre werden, vom Beruf des Journalisten gar nicht erst zu reden.

Hier die Mail unseres Lesers an den Herausgeber eines linkspolitischen Blogs. Er bat uns, seinen Namen nicht zu nennen:

„Sehr geehrter Herr ZYX,

hier mal eine schöne Meldung für Freunde der Energiewende. ‚Erstmals seit dem 19. Jahrhundert ist Großbritannien einen Tag lang ganz ohne Kohlestrom ausgekommen.‘

Tolle Sache! Die verbrennen da weniger Kohle, dafür Gas und Holz. In den letzten Jahren haben die in ihrem modernsten Kohlekraftwerk Drax die Hälfte der Blöcke auf zerschnitzeltes und pelletiertes Holz umgestellt. Damit produziert Drax jetzt acht Prozent des britischen Stroms beziehungsweise 20 Prozent des gesamten Stroms aus erneuerbaren Energien. Ab 2017 benötigen die jährlich 7,5 Millionen Tonnen Biomasse. Das entspricht 1.200.000 Hektar Wald (12.000 Quadratkilometer). Die Briten beziehen das Holz überwiegend aus den USA, von wo es mit 50.000-Tonnen-Frachtern importiert wird. Rein rechnerisch sind das 150 Seetransporte pro Jahr. Ich nehme an, die erfolgen klimaneutral mit Windjammern.

Die Waldfläche der USA umfasst rund 300 Millionen Hektar. Das zur Hälfte mit Biomasse (Wie schön das klingt: Biomasse!) betriebene britische Kraftwerk könnte also die USA in 250 Jahren entwalden. Geht natürlich nicht, weil der Wald ja nachwachsen kann – kaum so schön, wie er jetzt ist, aber immerhin als Forst. Doch zehn solche Kraftwerke würden die Entwaldung der USA schon in 25 Jahren erledigen können. Und zwar nachhaltig! Wir sind auf einem guten Weg. Wer braucht schon Wald? In Spanien geht‘s ja auch ohne und in der Sahara.

Beste Grüße

Ihr

XYZ“

Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf der Seite des Europäischen Instituts für Klima und Energie.


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