19. Oktober 2016

Fall Albakr Freizügigkeit für Attentäter in Merkeldeutschland

Es gibt jetzt einen Terroristen mehr

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Bildquelle: shutterstock Haben in Deutschland keine Einlasskontrollen zu befürchten: Terroristen

Nachdem sich der Medienrummel um die syrischen „Helden“ von Leipzig gelegt hat, zwei untergetaucht sind und sich zwei unter Polizeischutz befinden, ist es Zeit für eine Nachbetrachtung.

Wie im Falle des Attentats von München gibt es auch hier wieder jede Menge Fragen und Ungereimtheiten. Warum gab es zwei Versionen, wie Kontakt zum flüchtigen Attentäter Jaber Albakr aufgenommen wurde? Einmal hat ihn einer der Helden am Hauptbahnhof in Leipzig getroffen, das zweitemal kam der Kontakt durch ein Netzwerk der Syrer in Deutschland zustande.

Wie beim angeblichen Sprengstoffanschlag auf die DİTİB-Moschee in Dresden spielt auch in diesem Fall ein dubioses Foto eine Rolle. Es zeigt den mit Kabeln gefesselten Attentäter im Schwitzkasten eines der Helden. Angeblich wurde es gemacht, um die Polizei, mit der man sich nicht hatte verständigen können, zu überzeugen, dass man den Gesuchten tatsächlich festgehalten hat. Das Foto fand umgehend den Weg in die Medien, was auf eine erstaunliche Kompetenz von Menschen hinweist, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind.

Dann berichten drei der Helden freimütig über ihre Heldentat, wobei man sich fragt, warum sie einem hochgefährlichen Attentäter erst die Haare schneiden, bevor sie ihn der Polizei ausliefern. Noch erstaunlicher ist, dass einer offen über seine Verfolgung und Folter durch den IS berichtet und erzählt, dass seine Familie sich im IS-kontrollierten Gebiet befindet. An dieser Stelle gefror mir das Blut in den Adern. Wusste der Mann nicht, dass er damit seine Familie dem IS praktisch zum Abschuss freigab? Wenn ihm das tatsächlich nicht klar war, hätte nicht ein verantwortungsvoller Journalist ihn darauf hinweisen und auf die Veröffentlichung derart tödlicher Informationen verzichten müssen?

Nach seiner Verhaftung hat der Attentäter zu Protokoll gegeben, dass seine Fänger „mit drin steckten“. Danach wurde er nicht mehr vernommen, und er brachte es fertig, sich in der kurzen Zeit zwischen zwei Kontrollen erfolgreich zu erhängen. Zwei der Helden sind nach Bekanntwerden der Einlassung Albakrs untergetaucht. Fahnden Johannes Kahrs (SPD) und Jürgen Klimke (CDU) jetzt nach diesen beiden, um ihnen das Bundesverdienstkreuz in den Untergrund nachzutragen?

Als Jaber Albakr tot war, konzentrierte sich das Medieninteresse auf seinen Bruder, der schnell in Syrien ausfindig gemacht wurde. Dessen äußerst widersprüchliche Äußerungen wurden in den Medien eins zu eines kolportiert. Sein Bruder sei kein Attentäter gewesen, das sei eine Lüge. Dann aber räumt er ein: „Ich glaube, er war da in Raqqa.“ Raqqa ist die Zentrale des IS. Und: „Aber ich glaube auch, dass er von irgendwelchen Scheichs in Deutschland beeinflusst wurde. Er hat wohl irgendeine Moschee in Berlin oder der Umgebung von Berlin besucht.“ Dann behauptet Alaa Albakr wieder, sein Bruder habe dem IS kritisch gegenübergestanden.

Neben diesen Nebelkerzen gibt es eine wirklich wichtige Information über Jaber Albakr. Sein Bruder sei „im späten November 2014“ über Algerien und Tunesien nach Libyen gereist. „Von dort ist er dann nach Italien gefahren und weiter nach Deutschland.“ Etwa acht Monate nach seiner Abreise habe er in Deutschland Asyl bekommen. Dann ist Jaber vor etwa einem Jahr zurück nach Syrien gereist. Bevor er wieder nach Deutschland zurückkehrte, um zu studieren, wie er seiner Familie mitteilte, habe er seine Reisepapiere verbrannt. Er soll von Dschihadisten dazu gezwungen worden sein, glaubt sein Bruder.

Das ist der eigentliche Skandal: Ein erfolgreicher Asylbewerber fährt ungehindert in seine Heimat, wo er doch angeblich verfolgt wird, und kann nach Deutschland ohne Papiere zurückkommen. Das interessiert aber die kritischen Medien nicht. Dabei heißt es nicht weniger, als dass Terroristen in Deutschland Freizügigkeit genießen. Es bedurfte der Amerikaner, um auf Jaber Albakr aufmerksam zu werden. Wie viele Terroristen bereits unter uns sind und sich frei bewegen können, wissen wir nicht. Seit Albakrs Tod gibt es aber mindestens einen mehr, den wir fürchten müssen. Sein Bruder sei in Deutschland radikalisiert worden, die deutsche Polizei habe ihn getötet, sagt Alaa Albakr. „Meine Reaktion als Araber ist Rache.“

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog der Autorin.


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