12. Oktober 2016

RezensionMichael Vaupel/Vivek Kaul: Die Geschichte(n) des Geldes

Von der Kaurischnecke zum Goldstandard

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An bisweilen dickbändigen Monographien zur Geschichte des Geldes herrscht beileibe kein Mangel. Hier sei auf die einschlägigen Werke mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung aus der Feder Niall Fergusons, Bernhard Laums, Gunnar Heinsohns und Otto Steigers sowie Ludwig von Mises‘ oder Murray Rothbards verwiesen. Einen gänzlich anderen Ansatz verfolgt hingegen das deutsch-indische Autorenduo mit der vorliegenden Publikation. Auch sie starten allerdings mit einer noch recht konventionellen Einführung in die (neo-) klassische Tausch- und Geldtheorie, der Herausbildung standardisierter Mittel zur effizienten Abwicklung von Barter-Transaktionen. Den Hauptteil des Buches nimmt dann allerdings die chronikhafte Beschreibung des Übergangs vom Münz- zum Papiergeld in seinen zahlreichen Facetten dies- und jenseits des Atlantiks ein. Dass die Unersättlichkeit des Leviathans stets zum periodischen Untergang stoffwertloser Währungssysteme führte, bedarf an dieser Stelle wohl keiner besonderen Erläuterung. In den abschließenden Kapiteln thematisieren die Autoren schließlich Funktion und Vorzüge des Goldstandards sowie die alten Probleme im neuen Gewand der gegenwärtigen Finanzarchitektur. In Summe ist es den beiden Finanzjournalisten tatsächlich gelungen, ein auch für Kenner der Materie durchweg unterhaltsames, mit bemerkenswerten Details und üppigem Hintergundwissen gespicktes Buch zu verfassen. Der fragmentarische Parforceritt durch die Geldgeschichte trägt dabei unzweifelhaft die anekdotenreiche Handschrift des deutschen Koautors, die bereits sein Frühwerk, eine in ökonomischen Kontext eingebettete Hommage an seine Heimatstadt Königswinter, auszeichnete. Dem Fazit der volkswirtschaftlich wie historisch bewanderten Verfasser kann dabei nur beigepflichtet werden: Glücklich das Volk, dessen (Währungs-) Geschichte langweilig ist.


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