11. Oktober 2016

ef 167 Editorial

Merkels Mielke-Moment?

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Bildquelle: shutterstock Viel zu mächtig: Die neosozialistischen Ausbeuter aller Parteien

Die Leipziger CDU-Bundestagsabgeordnete Bettina Kudla hat vor einer „Umvolkung Deutschlands“ durch systematische Masseneinwanderung aus dem vorderasiatischen und nordafrikanischen Raum gewarnt. Daraufhin wurde sie von den Machtmedien zur Unperson erklärt. In der Nacht nach dem Tag der Deutschen Einheit wurde ein Anschlag auf ihr Büro verübt. Die Täter beschmierten die Fassade mit einer teerähnlichen Flüssigkeit, warfen vier Fenster ein und verwüsteten das Büro. Auf der linksextremen Plattform „Indymedia“ erschien offen ein Bekennerschreiben. In derselben Nacht wurde in Stuttgart mit roter Farbe ein Anschlag auf das Wohnhaus des AfD-Landtagsabgeordneten Heinrich Fiechtner verübt. In der Nacht zuvor waren bereits Scheiben und Reifen am Auto des Stuttgarter AfD-Stadtrats Eberhard Brett zerstört und auf das Fahrzeug des Kreisvorstandsmitglieds Alexander Beresowski „No AfD“ gesprüht worden. Auch zu den Stuttgarter Angriffen erschienen „antifaschistische“ Bekennerschreiben auf „Indymedia“.

Sie haben von all dem kaum etwas in den Mainstream-Medien gelesen, die sich gleichzeitig über ein paar Dresdner Schreihälse von der Pegida bei den Einheitsfeierlichkeiten entrüsteten und sich davon – und nicht etwa durch die neuerliche Anschlagsserie – an dunkle deutsche Zeiten erinnert fühlten? Das unwürdige Spiel hat leider System – und es wird seit Monaten und jeden Tag dreckiger gespielt. Wer in den „alternativlosen“ Fragen eine alternative Meinung vertritt, der ist vogelfrei in Deutschland, der wird vom Justizminister persönlich angeordnet im Internet gelöscht und gesperrt, von Politik und Presse verschmäht und verhöhnt und von den militanten Fußtruppen des Systems besucht und besudelt.

Die Schlinge zieht sich langsam aber sicher zu, für Andersdenkende. Und Deutschland, jedenfalls immer noch weite Teile davon, schunkelt und lacht. Lesen Sie in diesem Heft die erschütternden Bestandsaufnahmen zum engen Geflecht aus regierender Politik, finanzierender Wirtschaft, kollaborierenden Medien und schikanierenden Schlägerbanden.

Ich hatte nach dem Tag der Einheit auf ef-magazin.de bereits angemerkt, dass jeder im Establishment auf seine Weise auf den Protest reagierte. Bundestagspräsident Norbert Lammert trieb die manifeste Spaltung der Gesellschaft in seiner kämpferischen Rede noch voran, seine Stellvertreterin Claudia Roth fühlte sich an ihre Jugendjahre auf der anderen Seite der Barrikade erinnert und imitierte kurz ein Gespräch, um sich dann nach dem Motto „Was erlauben Strunz“ zu entrüsten, und Bundespräsident Joachim Gauck lächelte den Demonstranten einfach entgegen, als würden sie ihm zujubeln. Ob er dabei schauspielerte oder halluzinierte, ist eine eher abseitige Frage.

Nur die Bundeskanzlerin schien seltsam verändert, schaute irritiert in die Kameras und sprach für einen Augenblick von Versöhnung und Zusammenhalt. War das Merkels Mielke-Moment? Unvergessen, als der Stasi-Chef vor die plötzlich aufmüpfige DDR-Volkskammer trat und stammelte: „Aber ich liebe doch alle – alle Menschen.“ Für wirkliche Einsicht bei Merkels entrückter Entourage aber müssten eben nicht nur 8.000 Dresdner demonstrieren, sondern es müsste wie 1989 das Land aufwachen und gegen den Putsch von oben, der hier offenbar stattfindet, aufstehen. Es ist fünf vor zwölf.

Trotz oder gerade wegen dieser unschönen Entwicklung wünsche ich Ihnen, verehrte Leser, wie immer viel Erkenntnisgewinn und wenn möglich auch Lesefreude. Bleiben Sie uns gewogen, empfehlen Sie uns weiter – und vergessen Sie nie: Kein Fußbreit den neosozialistischen Ausbeutern aller Parteien! Mehr Freiheit!

Information

Diesen Artikel finden Sie gedruckt zusammen mit vielen exklusiv nur dort publizierten Beiträgen in der am 15. Oktober erscheinenden November-Ausgabe eigentümlich frei Nr. 167.


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