16. August 2016

RezensionHenning Lindhoff (Hrsg.): Freiheitskeime 2012

Ein libertäres Lesebuch

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Roland Baader hat Freiheitsfunken versprüht. Henning Lindhoff hat sich nun daran gemacht, Freiheitskeime zu säen. In seinem „libertären Lesebuch“ sind auf 72 Seiten mit kleiner Schrift 15 Texte versammelt, die er selbst verfasst oder aus dem Englischen vom Ludwig von Mises Institute übersetzt hat. Zwischen zwei Zitaten von Perikles und Goethe werden auf angenehm persönliche Weise Gedanken zu Geld entwickelt, außerdem findet der Leser ein Plädoyer zur Sozialdeindustrialisierung unter dem Titel „Das soziale Mammut“ und erhellende Feststellungen zur Kölner Schneesteuer. Tatsächlich ist es „höchste Zeit, das Mammut zu erlegen und den notwendigen Bereich der sozialen Hilfe zu deindustrialisieren.“ Anschaulich berechnet Henning Lindhoff mit am Schreibtisch verfügbaren Daten, wie hoch die Sozialausgaben pro Kopf der Empfänger sind und wie viel sie im Fall direkter Transfers betragen würden. Einsparungen von gut zwei Dritteln der 600 Milliarden Euro wären möglich. Das geschieht aus der Perspektive eines Insiders, eines Sozialpädagogen, der den bürokratisch-sozialen Komplex vorführt. „Puzzlestück der exekutiven Ineffizienz“ lautet der Untertitel des Beitrags zur Kölner Schneesteuer, der die Auflösung des Rechenzusammenhangs auf kommunaler Ebene beleuchtet: Von Grundsteuereinnahmen in Höhe von 165 Millionen Euro werden lediglich fünf für den Winterdienst benötigt. Im politisch-bürokratischen Komplex erscheinen Vorschläge über die Einführung einer zusätzlichen Schneesteuer oder Steuererhöhungen weniger absurd, als sie es sind. Die Folge der Intransparenz: Der Bürger „rebelliert nicht gegen die Verschwendung der öffentlichen Hand und akzeptiert auch jede noch so unsinnige zusätzliche Abgabe.“ Die Freiheitskeime sollen künftig jedes Jahr sprießen. Zur Mitwirkung am Projekt lädt Lindhoff ausdrücklich ein. Schön, dass der erste Schritt in den „Kinderschuhen“ geklappt hat.


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