04. August 2016

RezensionFrank W. Haubold: Die Kinder der Schattenstadt

Roman

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Als Fabian zwölf Jahre alt ist, hat er eine unheimliche Begegnung in einem verlassenen Schacht: Ein geheimnisvoller dunkler Vogel scheint Kontakt mit ihm aufzunehmen. Entsetzt ergreift Fabian die Flucht. Noch ahnt er nicht, dass der Vogel fortan sein Leben bestimmen wird. 40 Jahre später, in einer postapokalyptischen Welt, kommt es zum Showdown zwischen ihm und den Mächten des Bösen… Fantasy- und ef-Autor Frank W. Haubold entwirft in seinem Roman eine düstere Welt, die auf empfindsame Gemüter niederziehend wirken mag und nur durch vereinzelte idyllische Momente etwas aufgehellt wird. Dabei wird eine Vielzahl von Handlungssträngen und Figuren eingeführt, die aber zum Glück so unterschiedlich sind und so einprägsam geschildert werden, dass die Gefahr für den Leser, den Überblick zu verlieren, gering ist. Dennoch mag man fragen, ob Personal und Inventar nicht auch für drei Romane gereicht hätten – oder aber für ein Epos von „Herr-der-Ringe“-Ausmaßen. Da die ersten Kapitel um den jugendlichen Fabian deutlich autobiographische Züge tragen, verwundert es nicht, dass diese die stärksten sind, während man bei der postapokalyptischen Handlung oft das Gefühl hat, der Autor habe gewisse Übergänge zwischen Handlungssträngen erst nachträglich und etwas bemüht bewerkstelligt. Der gekonnt aufgebauten Spannung tut dies jedoch kaum Abbruch. Sprachlich liegt der Roman über dem Niveau dessen, was man im Fantasy-Horror-Genre heutzutage so lesen kann. Auch ist der Text sehr gut redigiert, eigentlich. Umso ärgerlicher ist eine verwirrende Eigenheit: An mehreren Stellen, fünf- oder sechsmal im Text, wechseln Personen plötzlich den Vor- oder (in einem Fall) den Nachnamen. Vor einer zweiten Auflage sollte der Verlag hier nachbessern. Insgesamt ist „Kinder der Schattenstadt“ ein spannender und für Fans des Düsteren sehr unterhaltsamer Fantasy-Horror-Schmöker.


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Ulrich Wille

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