03. August 2016

RezensionHeiner Kappel: Kapiert‘s endlich!

Geldkrieg statt Weltkrieg

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Schon mit dem Titel „Kapiert‘s endlich! Geldkrieg statt Weltkrieg“ will der frühere FDP-Politiker und hessische Landtagsabgeordnete Heiner Kappel provozieren. Er sieht die Bundesrepublik weiter als besetztes Land, dessen Schicksal von den Siegermächten des Zweiten Weltkriegs diktiert wird. Eine harte Deutsche Mark und das wiedervereinigte Deutschland seien England, Frankreich und Amerika zuviel gewesen. Daher wurde die Deutsche Mark dem Euro geopfert. Glaubt man Kappel, dann ist der Weg in die Transferunion von langer Hand geplant. Als Deutschland dann der Wiedervereinigung näherkam und die Bürger der DDR auch nach der D-Mark verlangten, war dies zu viel für die Sieger. Der französische Präsident Francois Mitterand erklärte gegenüber Kanzler Kohl die Abschaffung der nationalen Währung und die Einführung des Euro daher zu einer Frage von Krieg und Frieden. Mittlerweile ist das Kind in den Brunnen gefallen. Der Euro ist in einer schweren Krise, alte nationalistische Ressentiments – vor allem gegenüber den Deutschen – feiern unfröhliche Urständ. Dabei gab es vor Einführung des Euro genügend kritische Stimmen, die deutlich machten, dass eine Währungsunion ohne Fiskal-, Sozial- und Wirtschaftsunion zu riskanten Spannungen zwischen den Teilnehmerstaaten führen müsste. „Einer der Dobermänner, der schon damals alle ernst gemeinten Argumente und deren Vertreter aus dem Felde biss, war der heutige Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble“, so Kappel. Nach dem Motto „besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende“ müsse auch die Möglichkeit von Staats- und vor allem Bankenpleiten in Kauf genommen werden. Heiner Kappel will die Deutschen zum Widerstand gegen eine Politik aufrufen, die dezidiert gegen deutsche Eigeninteressen gerichtet ist. Deutschlands Rolle als Geldgeber ist endlich, genauso wie die wirtschaftlichen und sozialen Ressourcen des Landes.


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