03. August 2016

RezensionDonna Laframboise: Von einem Jugendstraftäter, der mit dem besten Klimaexperten der Welt verwechselt wurde

Ein IPCC-Exposé

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Das Intergovernmental Panel on Climate Change, kurz IPCC, hat die Aufgabe, die wissenschaftliche Literatur zum Klimawandel auszuwerten und regelmäßig Berichte darüber zu verfassen. Auf diese „Klimabibel“ verlassen sich Regierungen und Medien weltweit. Die Autoren sind die „Crème de la Crème“ ihres Wissenschaftsbereichs. Nur die besten Quellen werden zitiert. Jegliche Verfahren sind öffentlich und unterliegen strenger Kontrolle. So gibt sich das IPCC nach außen hin. Nach den Recherchen der Autorin nimmt es seine Aufgabe allerdings bestenfalls nicht sehr ernst. Wahrscheinlich ist es sogar von wissenschaftsfremden Aktivisten und Bürokraten übernommen worden. Das beginnt damit, dass einige der Leitautoren Verbindungen zum WWF oder Greenpeace aufweisen und manche nicht einmal einen Masterabschluss haben. Die Autorenauswahl findet hinter verschlossenen Türen statt. Führenden Forschern wird die Mitarbeit verweigert. Eigentlich müssten spezialisierte Experten die Modellierungssoftware, mit der die Prognosen getroffen werden, überprüfen. Rohdaten oder Quellcodes werden jedoch nie überprüft. Die Behauptung, dass ausschließlich fachbegutachtetes Material verwendet wird, ist ebenfalls unhaltbar. Nach einer umfassenden Überprüfung stammten im Bericht von 2007 nur 70 Prozent der Quellen aus derartiger Literatur. Genau genommen ist das IPCC auch keine wissenschaftliche Körperschaft – nur Staaten gehören dem IPCC an. Regierungen, ob diktatorisch oder nicht, nominieren die Autoren und steuern die Prozesse. Die meisten Forschungsgelder werden von den Staaten bereitgestellt und fließen in eine Hand voll Förderagenturen. Wollen deren Leiter es wirklich riskieren, Fördermittel zu verlieren? Dass eine so wichtige Körperschaft wie das IPCC derart dubios arbeitet, muss zu denken geben. Ohne die Klimabibel gäbe es keine internationalen Klimaverhandlungen. Sie ist die Grundlage jeglicher Gesetzgebung zum Klimawandel.


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