27. Juli 2016

RezensionAyn Rand: Für den neuen Intellektuellen

Eine Streitschrift gegen die pseudointellektuellen Verführer in den Medien und Universitäten

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Endlich liegt dieser Querschnitt der Arbeit der Begründerin der Denkschule des Objektivismus auch auf Deutsch vor. Das im englischsprachigen Original 1960 erschienene Werk glänzt durch den vollständigen Mangel an politischer Korrektheit. Hier ist ein „Wilder in Afrika“ eben ein solcher, und eine Hure ist eine Hure. Das Recht, kritische Urteile über Mitmenschen zu fällen, hat für sie zentrale Bedeutung. Das Buch enthält Auszüge, die ihren wichtigsten Büchern entnommen sind. Das längste davon ist „John Galts Rede“ aus ihrem 1957 erschienenen Opus magnum „Atlas Shrugged“. In dieser Rede verdichten sich die zentralen Elemente der Philosophie Ayn Rands. Im ersten Teil führt die Autorin einen von Nathaniel Branden übernommenen Gedanken detailliert aus. Es geht um die Allianz von Attila und dem Geisterbeschwörer. Ersterer steht für die Anwendung aggressiver Gewalt zwecks Bestreitung seines Lebensunterhalts. Letzterer liefert Attila die für ihn wichtige Rechtfertigung. Sie sind voneinander abhängige Symbionten. Beide stehen im Gegensatz zum Produzenten, der sein Einkommen nicht auf Raub und Diebstahl gründet. Es braucht nicht viel Phantasie, um in Attila den modernen Staatenlenker und im Geisterbeschwörer den Intellektuellen unserer Tage zu erkennen. Beide sind parasitäre Existenzen, die auf Kosten der produktiv Werktätigen leben. Den von Rand diagnostizierten Niedergang des Westens (sie bezieht sich dabei nur auf die USA) führt sie auf den „Verrat“ der Intellektuellen zurück. Anstatt den Kapitalisten ein geistiges Fundament für ihr segensreiches Wirken zu liefern, bekämpfen sie diese mit allen Mitteln. Die Ablehnung, die Unternehmer und Intellektuelle einander wechselseitig entgegenbringen, zerstört beide. Im „Unternehmer-Philosophen“ (der an Platons Philosophenkönig erinnert), erkennt sie die Figur des Neuen Intellektuellen, der das Zeug dazu hätte, den Niedergang des Westens zu stoppen.


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