24. Juli 2016

Amok in München „Ich bin Deutscher!“

Im Übrigen: Von Israel lernen ...

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Bildquelle: eigentümlich frei Ein Land auf dem Weg in den Abgrund, oder auch: „Niemand besucht mehr in gelöster Stimmung ein Volksfest“ – bis auf die üblichen Verdächtigen

„Ich bin Deutscher!“, hat der Neunfach-Mörder von München gerufen. Auch wenn Sie das jetzt irre finden – immerhin hat dieses Scheusal halbe Kinder erschossen –, rührt mich dieser Ausruf. Es steht womöglich eine Gemütslage in Rede, die unsere knuddelige Sozialheilerin Claudia Roth „einen Hilferuf“ oder einen „Schrei nach Liebe“ nennen würde. Anscheinend haben wir es diesmal eher mit einem Amoklauf als mit einem Terrorakt zu tun, zumal der Totmacher nach Polizeiangaben ein Deutsch-Iraner gewesen ist, also höchstwahrscheinlich ein Schiit, und als solcher dürfte er keinen IS-Mordbefehl ausgeführt haben. Er war auch kein sogenannter Flüchtling, zumindest kein aktueller. Aber eben Muslim. Das Schema „muslimische Täter – einheimische Opfer“ gilt auch in diesem Fall (einige der Opfer waren gleichwohl Muslime). Und dass die Bluttat in einem gesellschaftlichen Klima stattfand, das von Merkels Politik der offenen Grenzen destablisiert ist, wird sich nicht von der Hand weisen lassen.

Nun rätseln alle wieder in routinierter Heuchelei über die Motive des Attentäters (der übrigens als guter Deutscher starb, nämlich durch Selbstmord, und wer sich selbst richtet und nicht im Kampf fällt, kommt nimmermehr zu den Huris ins Paradies). Erlöst darf geächzt werden: kein islamischer Hintergrund! Eine Zeugin auf CNN war anderer Ansicht; sie wurde von den verantwortungsvollen hiesigen Berichterstattern komplett verschwiegen. Mit einem großen Aufseufzen dürfen die Genossen Medienschaffenden verkünden, dass es vermutlich ein Einzeltäter war. Das schreiben sie bekanntlich bei jedem Anschlag von Muslimen – für den Massenmord von Nizza hat sich die Anzahl der Einzeltäter inzwischen auf sechs erhöht –, doch diesmal könnte es, wie gesagt, sogar stimmen. (Wenn die Täter Deutsche sind, handelt es sich niemals um einzelne Verwirrte; der Mann, der die Kölner Bürgermeisterin niederstach, tat dies bekanntlich im Namen von Pegida, und der NSU wusste die extremistische Mitte mehr oder weniger geschlossen hinter sich.) Ein Klima der Unsicherheit, des Misstrauens, des latenten Verdachts wird nach Würzburg und München bleiben. Niemand steigt derzeit unbeschwert in einen Regionalzug, besucht in gelöster Stimmung ein Volksfest oder durchstreift beschwingten Gemüts ein Einkaufszentrum.

Nehmen wir einmal an, der Attentäter von München wollte „der Gesellschaft“ tatsächlich verklickern, dass er sich hier abgewiesen fühlte, und sich „an den Deutschen“ rächen. Hartz IV geht schließlich, wie Leser *** anmerkt, als Tötungsgrund durch. Es gibt ein Land, in dem immer die Einheimischen die Schuld daran tragen, wenn sich die Fremden nicht so kannibalisch wohl als wie fünfhundert Säue fühlen. Freund *** merkt an, dass die gesamte Einwanderungsdebatte hierzulande, freilich nur die Einwanderung von Muslimen betreffend, unter der Generalklausel ablaufe, was wir den Ankömmlingen schuldig seien, was wir ihnen zu erstatten hätten, um sie ruhig zu halten: Bleibe, Bildung, Integrationskurse, Alimente, Verständnis für ihre religiösen Gebräuche bei Zurücknahme der eigenen, Verständnis für ihre Speisegebote und sexuellen Verklemmtheiten, Verständnis für ihre Aggressivität (die Armen sind ja „traumatisiert“) und ihre Kriminalität. Bei Strafe des Rassismusvorwurfs und der Facebook-Entfreundung! Überall, wo Muslime in großer Zahl einwandern, macht ein Teil von ihnen Ärger, beharrt aggressiv auf seiner Eigenart, nimmt alles und gibt nichts (diese Leute sind ja meist bestürzend ungebildet), lehnt die Kultur ab, in die man eingedrungen ist, und dieser aggressive Teil ist natürlich desto größer, je mehr Muslime insgesamt einwandern. Sie fliehen – angeblich – vor Zuständen, die sie selber reproduzieren. Aus ihrer Mitte werden die Attentäter der Zukunft kommen. Ob sie als religiös motivierte Terroristen oder als frustrierte Amokläufer agieren, ist völlig unerheblich, es sind importierte Problemfälle, die der deutschen Gesellschaft schaden und das zivilisierte Zusammenleben erst stören und in vielen Regionen schließlich zerstören.

Was ist also zu tun? Erstens: Man beende die unkontrollierte Masseneinwanderung und mache endlich die Grenzen dicht. Wir schulden niemandem irgendetwas, vor allem nicht unsere Sicherheit. Für diejenigen, die ihr schlechtes Gewissen gegenüber der Dritten Welt therapieren wollen oder müssen, stehen inzwischen hinreichend viele Kandidaten im eigenen Land zur Verfügung; viel Glück mit ihnen, speziell mit unbegleiteten minderjährigen Großwüchsigen. Zweitens: Schluss mit Sozialleistungen für Einwanderer ohne Gegenleistung und vor allem ohne zeitliche Begrenzung. Drittens: Man stelle die Muslime nicht unter Generalverdacht, sondern suche sich die Verbündeten unter ihnen; nicht nur die deutsche Gesellschaft ist gespalten, sondern auch die muslimische Community, und ein Land, das die Grüne Jugend hervorgebracht hat, die deutsche Lückenpresse und Figuren wie Maas, Kleber, Künast, Augstein et cetera sollte nicht allzu stolz auf sich sein, sondern sich bei den zurechnungsfähigen Fremden durchaus ein bisschen entschuldigen. (Übrigens: Etwa vier Fünftel derjenigen, die sich im Internet als Retter der deutschen Kultur ausgeben, sollten selber erst mal richtig deutsch lernen.) Viertens: Was den Umgang mit Terroristen angeht, lerne man von Israel: Wachleute und Durchleuchtungsgeräte vor jedem Einkaufszentrum, Kino, Stadion und so weiter. Rigide Anwendung des Profiling durch die Polizei; das ist zwar „rassistisch“, führt aber zu den gewünschten Ergebnissen und wirkt eminent prophylaktisch. Mittelfristig wird eine Lockerung der Waffengesetze unvermeidlich sein, damit die Bürger sich selber schützen können. Es wird nicht immer eine halbe Bürgerkriegsarmee zur Verfügung stehen, um einen bewaffneten Teenager zu erledigen; das müssen im Zweifelsfalle ein paar Sheriffs erledigen.

Aber das wird dauern. Der Weg auch zum irdischen Paradies ist mit Einzeltätern gepflastert.

PS: Mein Jüngster, 7, fragt: „Können wir heute ins Olympia-Einkaufszentrum gehen?“

Dieser Artikel erschien zuerst auf Acta diurna.


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