27. Juni 2016

RezensionAlexandra Maria Linder: Lebensrecht

Abtreibung, Euthanasie, PID, Stammzellenforschung

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Dass das Meinungsklima in Deutschland häufig stickig und hysterisch ist, wird der Öffentlichkeit zunehmend bekannt. Besonders gilt dies für das heikle Thema Abtreibung, bei dem die Philologin Alexandra Maria Linder seitens der Abtreibungsbefürworter viele „Parolen“ beklagt, die häufig „sehr polemisch, sehr laut“ vorgebracht würden. Die stellvertretende Bundesvorsitzende der Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) will dem eine sachliche Antwort entgegensetzen und trägt in ihrem Buch, das sich neben der Abtreibung auch anderen ethischen Fragen wie PID und Stammzellenforschung widmet, tatsächlich einige bedenkenswerte Argumente zusammen. So kritisiert Linder völlig zu Recht, dass in der öffentlichen Diskussion um Abtreibung ständig die zahlenmäßig unbedeutenden Extremfälle wie etwa nicht lebensfähige Kinder, vergewaltigte Frauen oder Frauen, die bei der Schwangerschaft und Geburt sterben könnten, aufgeführt würden. Für  Linder steht fest, dass bereits mit der Verschmelzung von Samen und Eizelle ein „eigenständiger Mensch“ entstehe, zumal bereits nach etwa 18 Tagen ein pulsierendes Herz nachweisbar sei. Das „Signal zur Vorbereitung der Gebärmutter für die Aufnahme des Kindes“, so Linder, gehe „vom Kind aus, nicht von der Mutter“. Zu keiner Zeit sei ein Entwicklungssprung oder ein Bruch bei der Entwicklung des Kindes festzustellen. Wenig verwunderlich ist somit ihre Forderung, auch im Strafrecht festzustellen, „dass die Tötung eines Kindes vor der Geburt ein Unrecht ist“. Gleichzeitig grenzt Linder sich aber auch von Abtreibungsgegnern ab, die der Ansicht sind, dass man  „jede Frau, die abgetrieben hat, schwer bestrafen soll“. Linders Buch ist, wie sie schon im Vorwort schreibt, „aus der Perspektive einer Lebensrechtlerin geschrieben“, weil man zum Hören der anderen Seite bereits die Zeitungen und „einseitige Diskussionen“ zur Verfügung habe. Insofern ist Linders Buch tatsächlich als nützliche Ergänzung zu lesen: Man höre auch die andere Seite. 


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