21. Juni 2016

RezensionUdo Ulfkotte / Michael Brückner: Politische Korrektheit

Von Gesinnungspolizisten und Meinungsdiktatoren

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Auf Wikipedia lesen wir: „Politische Korrektheit bezeichnet einen Sprachgebrauch, der durch eine besondere Sensibilisierung gegenüber Minderheiten gekennzeichnet ist und sich der Anti-Diskriminierung verpflichtet fühlt.“ Die Buchautoren dagegen sehen eine von „Gesinnungspolizisten und Meinungsdiktatoren“ (so der Untertitel) betriebene Politik, die auf eine Gleichschaltung der Gesellschaft und die Ausgrenzung, Diffamierung und Unterdrückung von Personen zielt, die ihre Gedanken und Meinungen nicht bedingungslos deren Diktat unterwerfen wollen. Die einzelnen Kapitel sind den verschiedenen Schwerpunkten der politisch korrekten Meinungsdiktate gewidmet: Euro-Politik (wer am Mantra „Scheitert der Euro, dann scheitert Europa“ zweifelt, deklariert sich automatisch als Hinterwäldler), Steuerpolitik (wer namhafte Teile des von ihm Erarbeiteten selbst behalten möchte, ist ein ruchloser Egoist), Ökoinvestments (wer gegen die Landschaftsverschandelung durch Windräder aufmuckt, ist ein verdeckter Agent der Öl- oder Atomlobby und agitiert für eine nicht zu verantwortende Umweltzerstörung), Immigration (wer angesichts des massenhaften Zuzugs orientalischer „Kulturbereicherer“ nicht in Freudentänze ausbricht, ist ein Rassist), Gender Mainstreaming (wer heute noch von der Existenz biologisch bestimmter Geschlechter überzeugt ist, hat gar nichts begriffen) und Wirtschaftspolitik (wer einen freien Markt der Staatsplanung vorzieht, ist ein neoliberaler Ausbeuter). Zum Beleg der Ausführungen wird eine beachtliche Fülle von mit Quellenangaben versehenen Zitaten aus Literatur und Massenmedien aufgeboten. Selbstverständlich sind die in Deutschland laufenden Fehlentwicklungen auch in vielen anderen Ländern in Europa zu beobachten. Im Ausblick am Ende des Buches wird zum Widerstand aufgerufen. Immerhin ist die Redefreiheit ein grundgesetzlich garantiertes Recht. Wir sollten nicht willfährig durch jeden von selbsternannten Moralaposteln hochgehaltenen Feuerreifen springen.

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