17. Juni 2016

RezensionRahim Taghizadegan/Roland Baader: Das Ende des Papiergeldzeitalters

Ein Brevier der Freiheit

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Der im Januar 2012 verstorbene libertäre Volkswirt und Erfolgsautor Roland Baader hatte wie kaum ein anderer die Gabe, selbst komplizierteste ökonomische Zusammenhänge in einer Weise darzustellen, dass sie sich auch dem Laien erschließen. Er hat sich als eine Art „Transmissionsriemen“ zwischen Wissenschaft und Publikum verstanden und bis zu seinem viel zu frühen Tod mit einer Fülle von in erfrischend flottem Stil abgefassten Publikationen unermüdlich versucht, die Idee der Freiheit hochzuhalten und vor den Gefahren zu warnen, die sie bedrohen. Der Wiener Philosoph Rahim Taghizadegan unternimmt es mit diesem Brevier, die Arbeit Baaders, nach Themen geordnet, zusammenzufassen und zu verdichten. Er selbst meint dazu: „Der Kern des Breviers liegt somit im Warnenden, teilweise Prophetischen.“ Zeitgeistig formuliert, handelt es sich also gewissermaßen um ein „Best of“ des Werkes des von F.A. von Hayek und vielen anderen „Austrians“ geprägten Autors. Baader war ein „Minimalstaatler“, der den „Nullstaatlern“ allerdings zugesteht, „dass ihr analytisches Instrumentarium einer wissenschaftstheoretischen Feuerprobe besser standhält als das der Minimalstaatler“. Das dürfte sich mit den Überlegungen nicht weniger Zeitgenossen decken, die durch das täglich und als immer bedrohlicher erlebte Staatsversagen in ihrem Denken fast zwangsläufig radikalisiert werden. Baaders Überlegungen zur Geldtheorie sind es, denen das Brevier seinen Titel verdankt. In der Tat kann die Bedeutung der staatlichen Papiergeldalchemie nicht hoch genug eingeschätzt werden. Die entfaltet sie nicht nur im Hinblick auf Kapitalverzehr und langfristige Zerstörung des materiellen Wohlstands, sondern auch hinsichtlich der für Gesellschaften freier Menschen erforderlichen Moral. Wer bislang die Bücher Baaders nicht kennt (besonders hervorzuheben sind etwa „Kreide für den Wolf“ und „Geld, Gold und Gottspieler“), findet hier eine in übersichtlicher Weise arrangierte, großartig gelungene Auswahl seiner Überlegungen.


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