15. Juni 2016

RezensionDavid D. Friedman: Das Räderwerk der Freiheit

Für einen radikalen Kapitalismus

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David Friedmans „Das Räderwerk der Freiheit“, das bereits im Jahre 1973 erstmals veröffentlicht wurde und nun als erweiterte, vom Autor aktualisierte zweite deutsche Ausgabe erschienen ist, zeigt auf, wie eine reine Privatrechtsgesellschaft in der Praxis funktionieren und wie das Ziel einer staatenlosen Gesellschaft auf friedliche, nicht-revolutionäre Art und Weise erreicht werden könnte. Der Sohn des Wirtschaftsnobelpreisträgers Milton Friedman bemüht sich, „plausible Institutionen zu beschreiben, mit denen Menschen, die sich nicht sehr von uns heutigen unterscheiden, leben könnten“. Es ist gerade dieser praktisch-ökonomische Ansatz, der das Werk des Rechtsprofessors auszeichnet; ein die Phantasie seiner Leser anregendes Buch, das Auswege aus einer sich immer schneller drehenden Interventionsspirale eröffnet und zugleich in der Lage ist, die pandemische  Furcht vor der Freiheit, die weitverbreitete Angst vor einem Rückzug des Staates zu lindern. Ludwig von Mises konstatierte einst: „Der Anarchismus  wäre nur durchführbar in einer Welt von Engeln und Heiligen. Liberalismus hat mit Anarchismus nicht das geringste zu tun. Man muss in der Lage sein, den, der das Leben, die Gesundheit oder persönliche Freiheit anderer Menschen oder das Sondereigentum nicht achten will, mit Gewalt dazu zu bringen, sich in die Regeln des gesellschaftlichen Zusammenlebens zu fügen. Das sind die Aufgaben, die die liberale Lehre dem Staat zuweist.“ Pierre Joseph Proudhon hingegen argumentierte: „Freiheit ist Mutter der Ordnung und nicht ihre Tochter.“ Anhand zahlreicher alltäglicher Beispiele versucht Friedman, die Richtigkeit der letzten Aussage zu belegen und auch die Befürworter eines Minimalstaates eines Besseren zu belehren. Möge also auch dieser absolut lesenswerte Klassiker in die Hände möglichst vieler Menschen gelangen und so ein hohes Maß an Freiheitsliebe und Marktoptimismus entfachen.


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