06. Mai 2016

RezensionMichael Maier: Die Plünderung der Welt

Wie die Finanz-Eliten unsere Enteignung planen

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Dass ein Journalist wie Michael Maier, der früher bei eher systemkonformen Medien in leitender Funktion tätig war, heute mit einem solchen Buch herauskommt, ist für sich genommen schon bemerkenswert. Maier ist Herausgeber der Internetzeitung „Deutsche Wirtschafts-Nachrichten“, die es immer wieder schafft, Themen zu entdecken, die von den großen Zeitungen übersehen werden. Bei der Lektüre des Buches wird deutlich, dass dahinter nicht wenig Österreichische Schule steckt. Maier zitiert des öfteren Roland Baader, spricht vom „Falschgeld“ der Zentralbanken, fordert eine radikale Reform des Euro und nennt die modernen Regierungen „unersättlich“. Sie würden nach Belieben Geld drucken, um ihre Ausgaben zu finanzieren, weil dies für die politischen Eliten der sicherste Weg sei, so lange wie möglich an der Macht zu bleiben. Was eigentlich meint Maier mit der „Plünderung der Welt“? Nichts anderes als die Umverteilung des Wohlstandes weg von den privaten Sparern und hin zu einer Troika aus Staaten, Zentralbanken und Geschäftsbanken, „die am Steuer sitzen“. Wie das seit der Ära Greenspan abläuft, welche Rolle die Baseler Bank für Internationalen Zahlungsausgleich dabei spielt, warum der Euro ein Geschenk des Himmels für die Schuldenindustrie war und wieso sich die Bürger im Zuge der nächsten Etappe der Plünderung auf eine Vermögensabgabe einrichten müssen – das alles ist nicht immer neu, wird aber nachvollziehbar und kompetent abgehandelt, ohne dass sich der Autor in allzu vielen Details verliert. Ein Fehler auf Seite 163: Der Franzose Jean-Claude Trichet war nicht der erste Chef der Europäischen Zentralbank. Es war der Niederländer Wim Duisenberg. Nicht zuletzt ist das Buch bezeichnend dafür, dass der Zeitgeist spätestens seit dem Ausbruch der Finanzkrise 2008 aus einer anderen Richtung weht – anti-elitär, anti-oligarchisch, systemkritisch.


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