03. Mai 2016

Elektroprämie Berliner Kurzschluss

Warum nicht eine Fahrradprämie?

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Bildquelle: shutterstock Desaster für den Klimaschutz: Elektroautos

Planwirtschaft ist ein untrügliches Zeichen dafür, dass eine Regierung keinen Plan hat. Wo die Realität sich der eigenen Ideologie partout nicht beugen will, muss Zwang her. Oder viel Geld. Und so verschenkt die Bundesregierung ohne Not – und ohne Sinn – mal eben 900 Millionen Euro, um einerseits den Erwerb von Elektro- und Hybridfahrzeugen anzukurbeln und andererseits das dünne Netz der Ladestationen etwas auszubauen. Dazu kommen die ebenfalls vom Steuerzahler aufzuwendenden Kosten für die Umstellung eines Fünftels der bundeseigenen Fahrzeugflotte. Dass die Subventionierung von Elektrofahrzeugen aber rausgeschmissenes Steuergeld ist, zeigt ein Blick nach Großbritannien und Frankreich, wo man den Käufern noch großzügiger unter die Arme greift, ohne die Verkaufszahlen nennenswert gesteigert zu haben. Die Menschen wollen eben keine Elektroautos – zumindest, solange die Anschaffungskosten nicht deutlich fallen, das Netz der Ladestationen nicht ebenso dicht ist wie das der Tankstellen und die Reichweite den Mindestansprüchen an die eigene Mobilität nicht genügt. Überhaupt muss man sich fragen, was das Ganze soll. Denn die Umweltbilanz eines E-Autos ist noch schlechter als die konventionell betriebener Fahrzeuge. Der Klimaschutz kann jedenfalls als Rechtfertigung für das Ziel nicht herhalten, im Jahr 2020 eine Million „Stromer“ auf die Straße zu bringen.

Was nämlich beim inszenierten Hype um die Elektromobilität regelmäßig ausgeblendet wird, ist die Tatsache, dass in Deutschland der zum Betrieb benötigte Strom nach dem irrationalen Atomausstieg vor allem von Braunkohlekraftwerken stammt. Daran wird sich auch so schnell nichts ändern, weil Wind- und Sonnenenergie auf Jahrzehnte hinaus nicht annähernd im erforderlichen Umfang erzeugt und mindestens ebenso lange nicht hinreichend gespeichert werden können. Auch der zur Sicherung des Energiebedarfs für viel Geld importierte Atomstrom kann die miserable Umweltbilanz nicht retten. Zieht man die gesamte Kette von der Stromerzeugung bis zur Fahrzeugnutzung in Betracht, liegen Elektroautos deutlich über den EU-weit verordneten Grenzwerten für den Kohlendioxidausstoß. Dass dieser dann nicht mehr am Auspuff, sondern am Kraftwerk stattfindet, zeigt, wie unseriös die Verfechter der Elektromobilität argumentieren. Kein Wunder, dass niemand etwas Gutes an der Gesetzesinitiative der Bundesregierung finden kann – abgesehen vom Verband der Automobilhersteller, der sich darüber freut, dass einmal mehr der Steuerzahler für die Erschließung eines neuen Geschäftsmodells bluten muss. Zwar verpflichten sich auch die Autokonzerne, 600 Millionen Euro beizusteuern, doch fließt der weit größere Teil aus Steuermitteln.

Alle anderen Verbände sparen daher auch nicht mit Kritik, sprechen von einer „Verschwendung von Steuergeld“ und einem „Desaster für den Klimaschutz“. Die Kanzlerin lässt dies einmal mehr kalt. Sie schert sich offenbar ebenso wenig ums Klima wie um die Interessen der Steuerzahler. Ihre Elektro-Kampagne dient – wie alles, was sie derzeit treibt – nur einem Ziel: den Boden zu bereiten für die schwarz-grüne Herrschaft ab 2017. Dass sie sich dabei verrechnen könnte, zeigt die einhellige Empörung der Umweltverbände und selbst der Fahrradlobby. A propos Fahrrad: Wenn es der Bundesregierung nicht um die milliardenschwere Stützung der Automobilindustrie, sondern tatsächlich um die Natur ginge, wäre dann nicht eine Fahrradprämie in Betracht zu ziehen? Wie wäre es, jedem Käufer eines Drahtesels einen Zuschuss zu zahlen? Mit dieser ebenso simplen wie kostengünstigen Maßnahme wäre nicht nur der Umwelt geholfen. Eine Million zusätzlicher Radfahrer bis 2020 würde den Gesundheitszustand eines Teils der Bevölkerung ebenso verbessern wie die volkswirtschaftliche Bilanz, die durch Unmengen verlorener Arbeitsstunden in Verkehrsstaus belastet ist. Und ganz nebenbei müsste sich niemand Gedanken darüber machen, woher denn der zusätzliche Strom für eine Million Elektromobile eigentlich kommen soll …

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog des Autors.


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