27. April 2016

RezensionFjodor Dostojewski: Der Großinquisitor

Klassiker

Artikelbild

Der Großinquisitor ist ein Klassiker des russischen Philosophen Fjodor Dostojewski, eine Parabel über die menschliche Freiheit und eine Kritik an aktuellen Regierungen und religiösen Führern. Dostojewski war ein Lieblingsautor von Ayn Rand. Speziell an diesem Buch merkt man dies deutlich. Zum Inhalt: Jesus Christus kommt zurück und wird von der katholischen Kirche festgesetzt, weil man ihn als Konkurrenten um die Macht sieht und deshalb loswerden will. Ein Inquisitor soll ihn verhören, was in einem Gespräch über Freiheit mündet. Zentraler Punkt des Buches sind die drei Versuchungen aus der Bibel, die hier deutlich politisch gedeutet werden. Ein zentraler Vorwurf des Buches ist, dass Regierungen das Volk belügen und ihnen die Freiheit für „Geschenke“ wie kostenloses Essen abkaufen. Gleichzeitig kommt man aber zum traurigen Schluss, dass das Volk sehr häufig darauf hineinfällt und sich gegen die freiheitlichen Menschen stellt, um ungestört faulen Versprechen nachzulaufen. Es wird die Vermutung aufgestellt, die Mehrheit des Volkes sei gar nicht in der Lage zu verstehen, was Freiheit bedeutet. Als Libertärer erkennt man sich und die aktuelle politische Lage, in der die Leute ständig Bauernfängern anheimfallen, in den Darstellungen des Autors sehr gut wieder. Deshalb ist es sehr wichtig für jeden, sich Gedanken über die drei Versuchungen, die drei Tauschgeschäfte zu machen: Freiheit gegen „Sozialhilfe“. Freiheit gegen eigene Autorität. Freiheit gegen falsche Sicherheiten. Der Autor war kein Liberaler, aber der Text hätte so auch von einem Liberalen stammen können. Das Buch ist so brisant wie aktuell.


„Fjodor Dostojewski: Der Großinquisitor“ bei amazon.de kaufen


Artikel bewerten

Artikel teilen

Facebook Icon Twitter Icon VZ Icon del.icio.us Logo Reddit Logo

Anzeigen

Kommentare

Die Kommentarfunktion (lesen und schreiben) steht exklusiv Abonnenten der Zeitschrift „eigentümlich frei“ zur Verfügung.

Wenn Sie Abonnent sind und bereits ein Benutzerkonto haben, melden Sie sich bitte an. Wenn Sie noch kein Benutzerkonto haben, nutzen Sie bitte das Registrierungsformular für Abonnenten.

Mit einem ef-Abonnement erhalten Sie zehn Mal im Jahr eine Zeitschrift (print und/oder elektronisch), die anders ist als andere. Dazu können Sie dann auch viele andere exklusive Inhalte lesen und kommentieren.

Dossier: Literatur

Mehr von Michael Kumpmann

Über Michael Kumpmann

Anzeige

ef-Einkaufspartner

Unterstützen Sie ef-online, indem Sie Ihren Amazon-Einkauf durch einen Klick auf diesen Linkstarten, oder auf ein Angebot in der unteren Box. Das kostet Sie nichts zusätzlich und hilft uns beim weiteren Ausbau des Angebots.

Anzeige