26. April 2016

RezensionEckhard Sauren: Die Zinsfalle

Die neue Bedrohung für konservative Anleger

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Was ökonomisch eigentlich undenkbar war, ist seit dem 29. Oktober 2014 Realität. Mit der zur genossenschaftlichen Finanzgruppe gehörenden Skatbank kündigte wohl erstmals ein deutsches Kreditinstitut an, Negativzinsen auf Kundeneinlagen einzuführen. Die beiden unkonventionellen Maßnahmen des jüngst über Recht und Gesetz erhobenen Euro-Imperators Draghi und seiner Weichwährungs-Prätorianer aus dem EZB-Kastell in Frankfurt stehen auch am Anfang der Untersuchung Eckhard Saurens und seines Analystenteams. Ihr Fazit: Über mehr als drei Jahrzehnte ließen sich aufgrund der fortgesetzten Manipulation der wichtigsten volkswirtschaftlichen Schlüsselgröße vornehmlich nach unten nahezu risikolos hohe (Kurs-) Renditen einfahren. Doch nun ist das Ende der Fahnenstange erreicht, die Geld- und Rentenmärkte sind ins Groteske verzerrt, die Zinsfalle schnappt über alle geldwerten Anlageklassen hinweg unbarmherzig zu. Um dies zu verdeutlichen, werden Staatsanleihen, Unternehmensanleihen, Bankeinlagen und Lebensversicherungen einer detaillierten historischen Auswertung unterzogen und deren künftige Entwicklung auf Basis verschiedener Szenarien beurteilt. Dass letztere wenig rosig ausfallen, kann dabei kaum verwundern. Ergänzend werden mögliche Auswirkungen auf die eher sachwertlastigen Investments Aktien und Immobilien diskutiert. Zu guter Letzt kommen zum Thema Peter E. Huber, Klaus Kaldemorgen und Bert Flossbach zu Wort. Neben der Statistik- und Faktenfülle besticht die Publikation vor allem durch wohltuend nüchterne Ausgewogenheit und den Verzicht auf jegliche Sensationsheischerei. Dies schließt den Verzicht auf die präzise Blaupause für einen (Vermögens-) Rettungsschirm mit ein, was angesichts der Einmaligkeit des inszenierten geldpolitischen Feldversuchs auch zugegebenermaßen an Hybris grenzen würde.


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