23. April 2016

RezensionKonrad Zuse: Der Computer

Mein Lebenswerk

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Dieses Buch ist ein Buch, das von Konrad Zuse verfasst wurde, dem Erbauer des ersten Turing-äquivalenten Computers (wie Raul Rojas nachwies) und der mit seiner Firma Zuse KG und seiner Kooperation mit Heinz Nixdorf auch ein wichtiger Teil der Wirtschaftsgeschichte Nachkriegsdeutschlands war. Dieses Buch ist eine Art Autobiographie und beschäftigt sich mit allen Bereiche von Zuses Werk, von Wirtschaft, über Ingenieurswesen, vom italienischen Futurismus inspirierter Kunst bis hin zur Philosophie. Was nur die wenigsten Leute wissen: Zuse hat auch philosophische Bücher veröffentlicht, welche indirekt die Themen des Films Matrix vorweg nahmen. Für praktische Philosophen dürfte das Thema wenig interessant sein, aber für Leute, die sich auch für  Platons Höhlengleichnis interessierten, ist das sehr interessant. Wer wie Ich Informatik studierte, wird sich darüber freuen, dass das Buch sehr viele Schaltpläne beinhaltet und auch Vergleiche von Zuses Maschinen mit dem Mark 1 oder dem ENIAC anstellt. Das fand Ich persönlich auch deutlich interessanter als die wirtschaftlichen Themen des Buchs – was man bei mir als Nerd, der sogar Artikel zu Julius Evola mit Star Wars-Zitaten füllt, aber erwarten konnte. Das Buch dokumentiert insgesamt sehr gut den Werdegang der Zuse KG. Was beim wirtschaftlichen Teil interessant ist: Zuse war schon früh in Verhandlungen über Handelsverträge mit ausländischen Firmen. Er verdankt deshalb seinen wirtschaftlichen Erfolg wahrscheinlich sehr stark dem grenzüberschreitenden freien Markt. Fazit: Dieses Buch ist ein sehr informatives Buch über ein Stück der Geschichte des „Deutschen Wirtschaftswunders“. Allerdings muss man für dieses Buch wahrscheinlich ein gewisses Interesse an Informatik und Elektrotechnik mitbringen, im Gegensatz zu manch anderen Büchern über die Computerindustrie. Und Informatiker werden eher Spaß an dem Buch haben, als BWL- und VWLer. Trotzdem ist das Buch ein gelungener Tribut an einen der größten Unternehmer der Nachkriegszeit. 


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