13. April 2016

RezensionMichael von Prollius: The Standards II

Filme aus der Freiheitsperspektive betrachtet

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Kommerzielle Unterhaltungsfilme sollen beim Publikum ankommen, einfach Geld einspielen, dafür sind diese Filme gemacht worden. Gerade für Filme der sogenannten Traumfabrik Hollywood gilt dies sicherlich uneingeschränkt, ein Film soll ökonomisch erfolgreich sein. Trotz dieses Prinzips: Filme können auch Botschaften enthalten. Hier in diesem Buch analysieren verschiedene Autoren bekannte und berühmte Filme, um zu zeigen, dass auch reine Unterhaltungsfilme „Botschafter der Ideen der Freiheit“ sein können. Die Filme, die in diesem Band untersucht werden, sind in ganz unterschiedlichen Genres zu Hause. Ob Historiendrama wie „Braveheart“, Western von John Wayne, Alpen-Western, Comic-Verfilmung oder Science Fiction wie „Matrix“, die Analysen der Autoren verdeutlichen, in jedem Genre kann die Botschaft herausgearbeitet werden. Dabei zeigt sich, dass im Unterhaltungsfilm vielschichtig und differenziert solche Botschaften eingewoben sein können. Besonders hervorzuheben ist, dass das Medium Film seine Botschaft in eindrucksvollen Bildern transportieren kann, so dass die in Bilder und Sprache gegossenen Aktionen der handelnden Protagonisten weit mehr an Botschaft vermitteln können, als dies jemals das theoretische Wort überhaupt vermag – egal ob gesprochen oder geschrieben. Gerade dadurch wird deutlich, dass die Filme dem Zuschauer zum Beispiel vermitteln, dass die Menschen sich zu allen Zeiten zwischen Freiheit und Unterdrückung zu entscheiden haben; dass es in einem Gemeinwesen, wie auch immer dieses gestaltet sein mag, stets den Zielkonflikt zwischen der individuellen und persönlichen Freiheit und den Interessen der Gemeinschaft gibt; dass die persönliche Freiheit durch allgemeine Regeln eingehegt wird, um die allgemeine Freiheit und die Spontaneität des Gemeinwesens mit Blick auf eine gute menschliche Gesellschaft zu erhalten; dass diese allgemeinen Regeln durch den Missbrauch der politischen 

Macht, also der politisch Mächtigen, die persönliche Freiheit ersticken können; dass staatliche Politik, die nicht neutral ist, indem sie die Eigentumsrechte der einen Gruppe vorsätzlich gegen die Rechte und berechtigten Interessen anderer Gruppen ausspielt und/oder bevorzugt zu behandeln sucht, ganz allgemein und selbstverständlich zu allen Zeiten, ob Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft, eine Gefahr für die Freiheit darstellt; dass Freiheit nicht selbstverständlich ist, sondern immer wieder von den Menschen eingefordert und erkämpft werden muss; dass das Recht auf privates Eigentum und persönliche Freiheit ineinander verwoben sind, sich gegenseitig bedingen; dass es oftmals die Außenseiter oder die Ausgestoßenen einer Gesellschaft sind, die die entscheidenden Kristalle sind, um die persönliche Freiheit zu erhalten oder wiederzubeleben; dass es regelmäßig eine große Masse von Menschen geben wird, die die persönliche Freiheit freiwillig aufgeben, um scheinbar bequem, gut versorgt und sicher unter dem Zelt der politisch Mächtigen zu leben, also eine komfortable Stallfütterung einem Leben in Freiheit und Eigenverantwortung vorziehen – Freiheit heißt Verantwortung, und Verantwortung wollen viele Menschen nicht übernehmen. Diese und andere Punkte werden von den Autoren (Detmar Doering, Stefan Blankertz, Michael von Prollius, Remo Haufe, Karl-Friedrich Israel, Andreas Tögel, Henning Lindhoff, Nur Baysal, Hendrik Hagedorn und Luis Pazos)  des Buches innerhalb der Analysen zu den einzelnen Filmen gut herausgearbeitet. Natürlich mit jeweils anderen Schwerpunkten – etwas, was mit Blick auf die unterschiedlichen Genres der Filme auch nicht anders sein kann. Dem Buch gebe ich eine eindeutige Leseempfehlung. Besprechungen berühmter Filme unter den Gesichtspunkten der Ideen der Freiheit zu lesen, das ist ein regelrechtes Vergnügen gewesen. Ein sehr gelungenes Buch – bitte mehr davon!


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