07. April 2016

RezensionChristian Günther/Werner Reichel: Genderismus(s)

Der Masterplan für die geschlechtslose Gesellschaft

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Wer meint, der Realsozialismus habe mit der Auflösung der UdSSR abgedankt, erliegt einem Irrtum. Denn sein wirkmächtiger Nachfolger – von den Herausgebern des vorliegenden Buches als „Masterplan für die geschlechtslose Gesellschaft“ identifiziert – eilt von einem Erfolg zum nächsten. Ging es den im Orkus verschwundenen Sowjetsozialisten um die Einebnung der Klassenunterschiede, gehen die heute am Werk befindlichen Genderisten entschieden weiter. Sie lassen es nicht dabei bewenden, Klassen- oder Rassenunterschiede einzureißen, sondern sie erklären – abseits wissenschaftlicher Überprüfbarkeit – die Biologie des Menschen zum „sozialen Konstrukt“, um den Menschen zum Objekt ihrer totalitären Ideologie zu machen. Acht Autoren – unter ihnen die bereits durch kritische Bücher wie „Gendergaga“ bekannt gewordene Birgit Kelle und der konservative Journalist und Betreiber eines erfolgreichen Internetblogs Andreas Unterberger – beleuchten die gesellschaftszerstörenden Aspekte der neuen Staatsreligion aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Wie weiland in der DDR, wo selbst Studenten technischer Fachrichtungen nicht umhinkamen, Vorlesungen in Marxismus-Leninismus zu besuchen, ist an unseren Universitäten heute am Genderirrsinn nicht vorbeizukommen. Wer nicht brav über die ursprünglich von einer verschwindend kleinen Minderheit radikaler Feministinnen hingehaltenen Stöckchen springt und seine Arbeiten durch konsequentes Gendern sprachlich verhunzt, riskiert schlechte Noten. Frauengleichstellung war gestern. Der neuen Staatsreligion des „Gender Mainstreaming“ geht es um viel mehr. Die Zerstörung der Sprache dient ihr als Instrument der Durchsetzung „richtigen“ Denkens: Orwellsches Neusprech des 21. Jahrhunderts. Schwacher Trost, dass selbst die lautstärksten Protagonisten dieses neuzeitlichen Totalitarismus spätestens dann verstummen werden, wenn auch hier die grüne Fahne des Propheten weht.


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