04. April 2016

US-Wahlen Das Zweiparteiensystem vor dem Fall?

Wie ein Libertärer den Präsidentschaftswahlkampf durcheinanderbringt

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Bildquelle: Gage Skidmore(CC BY-SA 2.0)/Wikimedia commons Elf Prozent der US-Amerikaner würden ihn wählen: Gary Johnson

Von der deutschen Öffentlichkeit weitestgehend unbemerkt scheint nun auch in den Vereinigten Staaten das politische Koordinatensystem aus den altbekannten Fugen geraten zu sein. Neben den beiden Spitzenkandidaten, Donald Trump für die Republikaner und Hillary Clinton für die Demokraten, wirft nun auch der ehemalige Gouverneur von New Mexico, Gary Johnson, als einer der Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur der Libertarian Party seinen Hut in den Ring.

Neuesten Umfragen zufolge käme er im direkten Vergleich auf beachtliche elf Prozent der Stimmen, während Clinton 42 und Trump 34 Prozent der Wähler hinter sich vereinen könnte. Gary Johnson, der bereits 2012 als Präsidentschaftskandidat angetreten war, sieht die hohe Zustimmung für seine Person vor allem in der Unzufriedenheit der Wähler mit den anderen beiden Kandidaten begründet. Für die Vereinigten Staaten hat eine solche Stimmverteilung tatsächlich eher Seltenheitswert. Zuletzt geriet das scheinbar fest etablierte Zweiparteiensystem 1996 in Bedrängnis. In diesem Jahr holte der Unternehmer und Multimilliardär Ross Perot als Präsidentschaftskandidat für die Reform Party 8,6 Prozent. Als unabhängiger Einzelbewerber hatte Perot 1992 sogar 18,9 Prozent der Stimmen geholt, ein Rekordergebnis in den letzten 100 Jahren.

Sollte es Johnson nun gelingen, als Präsidentschaftskandidat der Libertarian Party gekürt zu werden und seinen Stimmenanteil während des Präsidentschaftswahlkampfs zu behaupten, dürfte dies nicht zuletzt auch in Deutschland der Verbreitung libertärer Ideen dienlich sein.


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