17. März 2016

VTG-Aktie Eigener Research lohnt sich

Die Ampel steht auf Grün

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Bildquelle: Viktor Konya / Shutterstock.com Hat expandiert: Waggonvermieter VTG

Europas größter Waggonvermieter wird an der Börse endlich wahrgenommen. Zwei prominente Investoren steigen ein. Ein Beispiel dafür, dass sich früher Research lohnt.

Mit über 80.000 Eisenbahnwaggons für Industriegüter ist die VTG-Gruppe mit Hauptsitz in Hamburg der größte nichtstaatliche Rail-Car-Anbieter in Europa. Die Gesellschaft war vor langen Jahren Teil der Preussag und wurde 2005 vom amerikanischen Profi-Investor und Fachmann Wilbur Ross übernommen. Dieser brachte die Aktie 2007 an die Börse. Zunächst war Wilbur Ross der einzige Großaktionär.

In den frühen Jahren wurde die VTG-Aktie von der Börse stiefmütterlich behandelt. Das Business-Modell der Waggonvermietung, eine Bilanz mit vielen Schulden und viele andere Punkte dieses sehr speziellen Geschäfts waren vielen Investoren nicht geheuer. Es fehlte an Sachkenntnis bei den Investoren.

Seit 2008 habe ich mich mit der VTG intensiv beschäftigt. Der eigene Research unseres Value-Fonds „ME Fonds – Special Values“ ergab ein ganz anderes Bild: Eine grandiose Unterbewertung und ein attraktiv-stabiles Geschäftsmodell, mit wenig Konkurrenz. Die wenigen Bank-Analysten, die sich mit VTG überhaupt beschäftigten, setzten ihre Kursziele immer viel zu tief. Wenn die Aktie bei 13,50 Euro stand, lagen die Kursziele der Bank-Analysten in der Bandbreite bei 15,50 Euro bis 17 Euro. Und zwar unisono – so ein Zufall? Schon vor einigen Jahren habe ich im Finanzmagazin „Der Aktionär“ auf die krasse Fehlbewertung hingewiesen und den Wert der VTG-Aktie bei 35 Euro gesehen.

Fazit: Über viele Jahre konnte man in aller Ruhe die VTG-Aktie zu Kursen weit unter Buchwert einsammeln! So war es möglich, eine schöne Position in der Aktie aufzubauen. Ein typisches Beispiel, dass sich eigener, unabhängiger und gründlicher Research lohnt. Wer darauf wartet, dass es die Spatzen vom Dach pfeifen, wer sich nur mit dem sogenannten „Mainstream“ sicher fühlt, der zahlt schlicht und einfach deutlich höhere Preise. Mit Geduld und Standfestigkeit lässt sich an der Börse viel erreichen.

Seit 2014 hat sich dann bei VTG viel getan, und so langsam sickerte die gute Nachricht durch. Für die Expansion und die rundherum aktionärsfreundlichen Maßnahmen muss man den Vorstand und den Aufsichtsrat sowie den Großaktionär Wilbur Ross ausdrücklich loben:

In einem ersten Schritt hat die Gesellschaft durch die Aufnahme des Unternehmers Andreas Goer den Waggonbestand von 50.000 auf 80.000 erhöht und gleichzeitig einen zweiten großen Aktionär aus der Branche gewonnen. Das war ein ganz wichtiger Move.

Nun sind die Joachim Herz Stiftung (Tchibo-Umfeld) mit zehn Prozent sowie das Bankhaus M.M. Warburg mit fünf Prozent eingestiegen.

Ich werte dies als ein Vertrauensvotum. Die einseitige Aktionärsstruktur hat sich erheblich verbessert: Vier kompetente Aktionäre mit zusammen etwa 64 Prozent Anteil und 36 Prozent Free-Float. Die Aktie schloss gestern bei etwa 27,50 Euro.

Ich bin kein Prophet der Aktienkurse. Die Börse stellt die Kurse nach Angebot und Nachfrage. Im „ME Fonds – Special Values“ konzentrieren wir uns mehr auf die Geschäftsaussichten und die Möglichkeiten der VTG im Markt sowie auf die Qualität der Führung der Gesellschaft. Aus unserer Sicht steht die Ampel auf Grün. Wir werden die weitere Entwicklung entspannt und mit Interesse begleiten.

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog des Autors.


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