09. März 2016

„Frauenrechte“ No women, no cry...

Gnadenlose Emanzipierung

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Bildquelle: shutterstock Wirkt immer leicht aufgesetzt: Frauenpower

Die Emanzipierung der Damenwelt schreitet voran – gnadenlos! Jeder, der sich diesen Vollblutfrauen entgegenstellt, hat kaum noch etwas zu lachen. Als Frau sind Sie eine, die sich – O-Ton – zu „alten, senilen Männern ins Bett legt“, als Mann sind Sie im besten Falle frauenfeindlich. Und so gibt‘s fast keinen Halt mehr für die Feministinnen, die sich in ihrer Haut so pudelwohl, so ungemein im Recht fühlen, dass sie ganz offensichtlich gar nicht merken, wie sehr sie den Rechtsbegriff im ursprünglichen Sinne brechen. „Was Männer getan haben, das dürfen wir jetzt auch!“ Na, dann herzlich willkommen im Rechtsverständnis des modernen Zeitalters.

Als ich vor einiger Zeit den Brief der Damen, die die Kampagne „Pro-Quote-Medizin“ ins Leben riefen, eine Kampagne, die sich aus Wissenschaftlerinnen, Studentinnen und sonstigen Mitgliederinnen der Heilberufe zusammensetzt, gelesen habe, dachte ich zunächst, dieser sei ein Scherz. Weil ich als Frau ja besonders neugierig bin, habe ich mich dann auf der Homepage der vernachlässigten Mitglieder unserer Gesellschaft ein wenig näher umgesehen und bin schon ganz zu Beginn bei den Worten einer dort näher Genannten hängengeblieben.

„Erst wenn auch Ärztinnen an entscheidenden Stellen tätig sind und Therapiekonzepte und Strukturen gestalten, werden wir den Gegebenheiten und Anforderungen unseres Gesundheitswesens gerecht – denn auch mehr als die Hälfte unserer Patienten sind weiblich!

Wir fordern, dass Führungspositionen in Universitätskliniken und Krankenhäusern und in allen Gremien der Universitäten und der ärztlichen Selbstverwaltung im Laufe der nächsten fünf Jahre zu 40 Prozent, bis 2023 zu 50 Prozent mit Frauen besetzt werden – und zwar auf allen Hierarchiestufen.“

„Es ist bedauerlich, dass wir Frauen um fast alles kämpfen müssen“, ist dort zu lesen! Und weiter geht‘s mit: „Es ist gut, dass wir nicht nachlassen, genau das zu tun. Der Anteil von Frauen in Führungspositionen in Universitätskliniken und Krankenhäusern – auf allen Ebenen – könnte lange schon mehr als 40 Prozent betragen. Wir wollen es gesetzlich verankert bis spätestens 2018 umgesetzt wissen.“

Ich habe mich schon immer gefragt, was das eigentlich für Frauen sind, die sich nicht scheuen, diesen absurden Geschlechterkampf öffentlich zu führen und sich im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte zudem nicht zu schade sind, sich selber dermaßen der Lächerlichkeit preiszugeben. Was sind das für Frauen?

Ich kenne keine einzige in meinem Umfeld, die bei einer solchen Art der Lektüre nicht beschämt in Anbetracht ihrer eigenen Weiblichkeit das Gesicht verzieht und mit deutlichem Missfallen zum Ausdruck bringt, wie sehr uns diese angeblich so Benachteiligten jeglichen Anspruch auf Gleichberechtigung versagen.

Wo bleiben die vielbeschworenen Menschenrechte, wenn diese Emanzipationswunder viel lieber Gruppenrechte einfordern? Wo bleibt die Fairness, wenn permanent die Frauenquote für Führungspositionen eingefordert wird, das Geschrei bei der Gleichberechtigung jeglicher unangenehmer Aufgabenerfüllung jedoch vollständig ausbleibt?

Als Alice Schwarzer vor vielen Jahren diesen Geschlechter-Irrsinn begann und den Frauen permanent einredete, was sie doch für bemitleidenswerte Opfer seien, die sich unbedingt gegen die verachtenswerte Männerbrut zu wehren haben, so war das schon damals eine peinliche Angelegenheit. Absolut sehenswert ist das Video, das „Frauenrechtlerin“ Schwarzer mit der Buchautorin Esther Vilar im Februar 1975 führte und damit eindrucksvoll belegte, wie „hässlich“ innerlich und äußerlich verbitterte Frauen aussehen.

Wundert es da irgendjemanden, wenn Männer schreiend wegrannten und ganz selbstverständlich nicht auch nur eine Sekunde lang darüber nachdenken wollten, ob sie an ihrer bis dahin noch ganz sicher omnipotenten Stellung in der Gesellschaft etwas ändern sollten?

Ich finde es – gelinde gesagt – zum Würgen, wenn Frauen sich nur einseitig bereichern wollen.

Führungspositionen? Ja, unbedingt! Auch dann, wenn kein anderes Qualitätsmerkmal – im Falle der unzufriedenen Medizinerinnen – vorzuweisen ist als ein abgeschlossenes Studium und die angebliche Benachteiligung durch das männliche Geschlecht.

Mitarbeit bei der Müllabfuhr? Nö – auf gar keinen Fall! Für so eine stinkende und schwere Arbeit sind unsere zarten, manikürten Händchen nicht geeignet – hier brauchen wir keine Gleichberechtigung.

Unterhalt nach einer Scheidung? Aber sicher doch! Im besten Fall mehr, als wir jemals in der Lage und willens gewesen wären, selber zu verdienen.

Es ist eine Schande für all die Frauen, die aus eigener Kraft und mit all den notwendigerweise in Kauf genommenen Entbehrungen und Kompromissen ihre Karriere gemeistert haben. Die Frauen, die aufgrund ihrer Kompetenzen in einem Unternehmen einfach die beste Wahl waren und dafür gekämpft haben, dass sie dahin kommen, wo sie jetzt sind. Die Frauen, deren Stolz es ihnen verbietet, auf gesetzliche Regelungen pochen zu müssen, weil sie sonst keinen Fuß auf den Boden bekommen.

Eine Frauenquote verweigert Frauen prinzipiell ihren Status als unabhängige, selbstverantwortliche und selbständig entscheidende Individuen und ist daher bezeichnend für eine Gesellschaft, die sich dem Kollektivismus und Sozialismus vollkommen unterwerfen will. Was soll das für ein „Dienst an den Frauen“ sein, wenn man ihnen ständig einredet, sie seien erbarmungswürdige Opfer, die dringend fremder Hilfe bedürfen? Die durch wahllose Gesetze beschützt werden müssen, weil sie zum Selbstschutz zu schwach sind?

Bei dem wilden Geschlechterkampf werden keine Gefangenen gemacht – wer als Frau nicht mitzieht, wird beschimpft und beleidigt. Wer als Frau den Einspruch einlegt, dass es durchaus Geschlechtsgenossinnen gibt, die ihre Rolle als Mutter und Hausfrau schätzen und dies eine unbedingt zu respektierende Haltung ist, gilt bestenfalls als rückschrittlich, im schlimmsten Fall als Feindin der Selbstverwirklichung der Frau.

Liebe Damen, Ihr Weltbild ist ver-rückt! Ganz offensichtlich werden Sie von der Männerwelt im Privaten oder im Beruflichen Ihren eigenen Ansprüchen nicht entsprechend gewürdigt. Das ist bitter, bedarf aber einer näheren Betrachtung der möglichen Gründe. So sicher Sie sich alle sind, dass das von Ihnen wahrgenommene Manko unbedingt in der männlichen Außenwelt und unter gar keinen Umständen in Ihrer Person zu verorten ist, stellt sich die Frage, ob Sie vielleicht einem Trugschluss unterliegen.

Dieser Artikel erschien auf Freiraum.


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