08. März 2016

Götterdämmerung am Coin-Markt Ethereum triumphiert – Bitcoin wankt

Aber nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird

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Bildquelle: shutterstock Lässt den Bitcoin gerade alt aussehen: Ethereum

Der Siegeszug von Ethereum nimmt kein Ende: Gehörte die Coin bereits seit Dezember zu den großen Gewinnern, konnte Ethereum Ende Januar an Litecoin vorbeiziehen. Damals brachte Ethereum die stattliche Marktkapitalisierung von 170 Millionen Dollar auf die Waage. Wer hätte damals gedacht, dass dieser Anstieg noch steiler werden würde? Nahezu ohne jeden Rücksetzer oder nur den Hauch einer Konsolidierung schießt Ethereum heute auf eine Marktkapitalisierung von 950 Millionen Dollar, die Milliarde fest im Visier. Ein Ether kostet aktuell 12,25 Dollar. Nur um die Dimensionen zu verdeutlichen: Der Kurs war vor zwei Monaten noch bei unter einem Dollar. Was wir aktuell erleben, wird nicht nur Altcoin-Geschichte schreiben. Litecoin war zwar im November 2013 noch etwas höher (kurzzeitig eine Milliarde Dollar), damals war aber ein Bitcoin-Bullenmarkt. Hier ist es umgekehrt: Ethereum steigt, weil enorm viel Geld aus dem Bitcoin in Ethereum umgeschichtet wird. Der Bitcoin schwächelt momentan. Und auf einmal ist der Abstand gar nicht mehr so massiv: Aktuell ist der Bitcoin nur noch gut das Sechsfache von Ethereum wert. Das ist der geringste Vorsprung, den er einer Altcoin gegenüber je hatte. Ethereum ist zudem die erste Altcoin, der es gelingt, massiv frische Gelder zu gewinnen, die vorher nicht in der Kryptolandschaft investiert waren. Ethereum hat mit Vitalik Buterin ein Gesicht.

Ein Gesicht, das die Medien lieben, während der Bitcoin zur Zeit nur durch den Streit wegen der Blocksize Schlagzeilen macht. Aktuell sieht der Bitcoin gegenüber Ethereum ziemlich alt aus.

Aber wie heißt es so schön: „Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird.“ Ethereum hat aktuell noch nicht die Infrastruktur, die der Bitcoin aufweist. Fast jede Großstadt hat Bitcoin-Automaten, und es gibt viele Akzeptanzstellen. Zudem darf man bei aller Euphorie nicht vergessen, dass das Ethereum-Team im Januar mit Gavin Wood einen seiner bisherigen Hauptprogrammierer verloren hat. Auch ist bei Ethereum noch vieles nicht verwirklicht, was versprochen wurde. Die Visionen von Vitalik Buterin sind groß, es fehlt aber größtenteils noch die Praxisumsetzung. Wichtig auch zu erwähnen, dass Ethereum gegenüber dem Bitcoin eine relativ große Inflation aufweist. Ethereum weist eben kein festes Coinlimit auf, durch den Umstieg auf Proof-of-Stake wird sich der Anteil von Ethereum jedes Jahr weiter erhöhen, während beim Bitcoin bei 21 Millionen definitiv Schluss sein wird.

Und nicht zu vergessen: Ethereum ist wie Bitcoin eine klassische Blockchain-Coin. Was ist aber, wenn die Zukunft von Coins ohne Blockchain dominiert wird, wie jetzt z um Beispiel mit IOTA ein Vertreter an den Start geht? Für mich ist IOTA deshalb die erste 3.0-Coin.
Vieles ist noch offen, es bleibt auf jeden Fall spannend. Vielleicht sogar spannender als in den verrückten Monaten um den Jahreswechsel 2013/14.

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor ist selbst in Ethereum und IOTA investiert.

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog Der Altcoinspekulant.


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Markus Bohl

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