01. März 2016

Nxtcoin Revolution oder Evolution?

Aufspaltung in zwei Währungen

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Bildquelle: shutterstock Revolution statt Evolution: Stillstand ist der Tod

Die Nxt-Community wird derzeit durchgerüttelt wie seit dem Start vor über zwei Jahren nicht mehr. Die Emotionen schießen hoch, und es gibt erbitterte Forenschlachten. Was ist der Grund für diesen Aufruhr? Die Nxt-Chefentwickler Jean-Luc und Ryker machten am 8. Februar einen revolutionären Vorschlag, den ich grob zusammenfasse:

Nxt soll aufgespalten werden in zwei Währungen. Das heutige Nxt wird nur noch ein Child-Chain des neuen Nxt sein, genannt „fNxt“ für „forging Nxt“. Die Hauptchain wird also durch die neue fNxt gebildet. Und diese Hauptchain soll so leichtgewichtig wie möglich werden und bleiben, kann also nur noch forgen. Das bisherige Nxt ist zwar seiner Forgingfunktion beraubt, soll aber ansonsten wie bisher funktionieren. Jeder Nxt-Halter wird nach einer Hardfork dann zusätzlich im Verhältnis eins zu eins fNxt besitzen. Nxt sollen dann in der Zukunft jederzeit in fNxt umgetauscht werden können, falls Leute sich stärker auf das Forgen konzentrieren wollen.

Das Hauptproblem besteht nun darin, dass Nxt in der Asset-Exchange schätzungsweise einen Gegenwert von rund 20 Millionen Dollar vereint. Zum Beispiel Supernet, JINN oder LIQUID. Die Asset-Halter haben nun Angst, unter die Räder zu kommen, da ihnen eben keine neuen Coins zukommen, weil die Assets nur in Nxt gehandelt werden und selbst keine Nxt sind. Sie gehen also leer aus, und so wird ein Abverkauf von Assets gegen Nxt erwartet, um doch fNxt zu erhalten. Zusätzliche Kursverluste werden erwartet, da sich die bisherige Marktkapitalisierung von Nxt auf die zwei Standbeine fNxt und Nxt verteilen sollte, die Assets aber weiterhin in Nxt notiert bleiben sollen. Die Asset-Halter drängen unter der Federführung von James alias jl777 (Supernet und vieles mehr), keine Revolution zu starten, sondern sämtliche Änderungen auf der bisherigen Basis durchzuführen (Evolution). Auch hat ein Teil der Nxt-Community die Sorge, dass die Asset Exchange Schaden nimmt und damit das bisherige Prunkstück von Nxt (Marktkapitalisierung dreimal höher als bei Nxt selbst) in der Bedeutungslosigkeit versinkt. Dass die Gans, die goldene Eier legt, einfach ohne Not geschlachtet wird.

Ryker und Jean-Luc argumentieren jedoch damit, dass nur durch die Aufspaltung neue Möglichkeiten wie Child-Chains möglich werden. Zudem könne man sich nur so der schweren Blockchain entledigen (mindestens ein Gigabyte zusätzlich pro Jahr) und Nxt durch die neu gewonnene Leichtgewichtigkeit weiteren Anwendungsmöglichkeiten erschließen. Diese Child-Chains könnten eine große Möglichkeit darstellen, richtiges Business über die Nxt-Blockchain zu verankern. Man nähert durch diesen Schritt Nxt der erfolgreichen Ethereum an.

Ich habe dazu eine klare Meinung: Auf jeden Fall Revolution und Nxt 2.0. Stillstand ist der Tod bei Altcoins, man muss aktiv sein und auch dem Markt etwas bieten. Laut Ryker könnte die Blockchain von Nxt von aktuell 1,5 Gigabyte für fNxt auf rund zehn Megabyte eingedampft werden. Das gibt schon ganz neue Möglichkeiten. Ich war und bin immer ein Verfechter von Leichtgewichtigkeit. Wenn Nxt den Wechsel so durchzieht, haben wir ein leichtgewichtiges fNxt, das man wie IOTA für das Internet der Dinge einsetzen kann, und das bisherige Nxt bleibt weiterhin wie gewohnt erhalten. Selbst der mögliche Schaden an der Asset Exchange wird durch die Vorteile überkompensiert. Die Altcoinmärkte reagieren nicht auf kleine Dinge, nur durch spektakuläre Aktionen kann man sich aus der Masse der Coins hervorheben. Dass aus einer Coin zwei Coins werden, stellt einen starken Kaufanreiz dar. Zusätzlich kommt bei Nxt eine Sondersituation zum Tragen, derer sich viele aktuell gar nicht bewusst sind: In circa zwei Wochen wird wohl IOTA die Beta-Phase starten, und es deutet sich ein Start an, der den ICO-Investoren einen Return des Vielfachen ihres Einsatzes verspricht. Diese Investoren werden teilweise verkaufen und überschneiden sich oft mit der Nxt-Community. Es ist sehr wahrscheinlich, dass diese Gewinne zum Teil in Nxt investiert werden und so den Preis nach oben ziehen. Nxt konsolidiert aktuell bei unter 1.800 Satoshi – das ist rund 25 Prozent niedriger als vor zwei Wochen. Ich sehe aktuell eine ausgezeichnete Kaufgelegenheit mit sehr gutem Chancen-Risiko-Verhältnis.

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor ist selbst in Nxt investiert.

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog Der Altcoinspekulant.


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Markus Bohl

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