16. Februar 2016

Sehnsucht nach Migranten Eilenbergers Angst vor dem Nazi-Team

Es geht nicht um die Sache, sondern um Ideologie

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Bildquelle: MediaPictures.pl / Shutterstock.com Deutsche Handballer: Alles Nazis?

Linker Populismus garantiert stets den Applaus der Journalisten. So verwundert es nicht, dass Wolfram Eilenberger, Chefredakteur eines allerdings nur Insidern bekannten philosophischen Magazins, gerne einmal von der um sich selbst kreisenden Szene gefeiert wird. Nun hat ihm die „Zeit“ eine Plattform für seine kruden Ableitungen gegeben. Deren Kernbotschaft besteht darin, den Fans der deutschen Handballnationalmannschaft zu unterstellen, sie unterstützten das Team vor allem deshalb, weil es ausschließlich aus reinrassigen Deutschen bestehe. Dass der Bundestrainer Ausländer ist, lässt Eilenberger nicht gelten, bediene dieser als Isländer doch lediglich die deutsche Sehnsucht nach dem Nordisch-Arischen. Der abenteuerliche Gastbeitrag gipfelt in der Feststellung, das Fehlen jeglicher Nationalspieler mit Migrationshintergrund sei der Beweis für die Rückständigkeit des deutschen Handballs. Das ist eine interessante Theorie, war man bisher doch davon ausgegangen, dass im Spitzensport Misserfolge das untrügliche Zeichen für Rückständigkeit seien. Es gehört schon viel ideologische Verblendung dazu, der derzeit besten Mannschaft Europas Migranten als Selbstzweck aufschwatzen zu wollen und die vielen Millionen Handballfans zu verkappten Nazis zu erklären, weil es in Deutschland offenbar keine Spieler mit ausländischen Wurzeln gibt, die aktuell gut genug für das Europameister-Team sind.

Während der Hobbykicker mit Trainerschein in seinen Wortmeldungen so gerne über den Fußball als leuchtendes Vorbild für ein buntes Deutschland voller Vielfalt schwadroniert, sagt er der jahrelang siechenden Handballnationalmannschaft nur deshalb eine „strahlende Zukunft“ voraus, weil sie eine von ihm unterstellte nationalistische Sehnsucht bediene. Fein säuberlich listet Eilenberger die Vornamen aller Spieler auf, unter denen sich zwar „nordische Arier“ wie Finn, Erik und Rune befinden, aber kein Mesut, Sami oder Jerome. Mit Blick auf das Mannschaftsfoto stellt er gar fest, es gebe „keinen einzigen Spieler mit dunkler Hautfarbe oder auch nur südländischem Teint“. Na und? Eilenberger reiht sich ein in die linksgrüne Alarmfraktion, der es bereits Unbehagen bereitet, dass es überhaupt Nationalstaaten gibt. Titelkämpfe zwischen Nationalmannschaften stufen die Multikulti-Träumer als Rassismus fördernde Veranstaltungen ein. In schauriger Erinnerung bleibt der Sommer 2014, als weite Teile der deutschen Bevölkerung ausgelassen den vierten Fußball-Weltmeistertitel feierten, während wildgewordene Anarchisten deutsche Fahnen herunterrissen und Anti-Rassismus-Polonaisen abhielten. Nun sind wir also auch noch Handball-Europameister – das ist für die Eilenbergers dieser Welt kaum zu ertragen.

Wie gerufen kommt da ein Nationalteam, das alle linksgrünen Vorurteile zu bedienen scheint. Doch im Deutschland des Jahres 2016 wollen sich immer weniger Bürger die jahrelang ertragenen Tiraden aus dem Antifa-Milieu noch gefallen lassen. Und es ist gut, dass sich auch die deutsche Handball-Szene klar gegen den respektlosen Angriff zur Wehr setzt. Wer alles, was in einem Land passiert, nur noch unter dem Gesichtspunkt einer vermuteten Diskriminierung betrachtet, ist meilenweit entfernt von seinen vermeintlichen Idealen. Eilenbergers Verunglimpfung von Millionen unbescholtener Handballfans zeigt, dass es den linksgrünen Gesinnungspolizisten nicht um die Sache geht, sondern um die Verbreitung und Durchsetzung ihrer Ideologie. Es reicht ihnen, dass ein Land genug migrationslose Eigengewächse für seine Elitemannschaft hervorgebracht hat, um dem Sport und seinen Anhängern nationalistische Anwandlungen zu attestieren. So absurd kommt das Geschwurbel des selbsterklärten Philosophen daher, dass es einem den Atem raubt. „Wenn Fußball Merkel ist, ist Handball Petry“, resümiert Eilenberger. Dümmer geht‘s kaum. Zum Glück stellt der 43-Jährige am Ende fest, Handball werde auch künftig „ohne mich als Fan oder auch nur Zuschauer stattfinden“. Wir sind erleichtert.

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog des Autors.


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