10. Februar 2016

Emercoin Partnerschaft mit Microsoft

Sehr vielversprechend trotz gewisser Schwächen

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Bildquelle: Asif Islam / Shutterstock.com Auf dem Coinmarkt aktiv: Microsoft

Emercoin ist einer der Highflyer der letzten Wochen. Zeit, sich diese Coin im Detail anzusehen.

Die Entwicklung begann ganz unspektakulär, mitten im letzten Altcoinbullenmarkt vor zwei Jahren. Emercoin war damals lediglich ein weiteres Bitcoinderivat, als Codebasis dienten Namecoin und Peercoin. Die Verzinsung (Minting) in der Wallet liegt bei sechs Prozent pro Jahr, das liegt deutlich über der Rate von Peercoin mit einem Prozent. Aber Hand aufs Herz, die Verzinsung ist nicht wirklich das schlagende Argument dafür, sich Emercoin ins Portfolio zu holen.

Wichtig ist, dass die Entwickler sehr aktiv waren in den vergangenen 25 Monaten, das Coinprojekt weiter voranzubringen. So gibt es mittlerweile acht Services, die die Coin abdeckt (manches freilich nur „aufgebohrt“ von Namecoin): EMC/SSH – Sicheres Shell-Management-System speziell für Administratoren; EMC/DNS – Unzensiertes Domain-Name-System (Peering mit OpenNIC); EMC/LNX – Dezentralisiertes Pay-per-Klick-Netzwerk für Werbung; EMC/SSL – System für passwortfreie Autorisierung für das Internet; Info/Card – Speicherung für elektronische Visitenkarten mit EMCSSL; EMC/TTS – Speicherung digitaler Zeitstempel direkt in der Blockchain; MAGNET – Distributed Torrent Tracker für Internet-File-Sharing; EMC/DPO – Digitaler Proof of Ownership für physische und digitale Güter und Services.

Oleg Khovayko, der Chef-Entwickler von Emercoin, hat folgende Vision: „Hauptunterschied von Emercoin zu anderen Kryptowährungen ist, dass wir die Blockchain nicht nur für Zahlungen nutzen. Für uns ist Emercoin eine technologische Plattform für verteilte, zensurfreie und skalierbare Dienstleistungen. Wir haben also eine Vielzahl unterschiedlicher Services on top der Blockchain von Emercoin entwickelt, die sehr hilfreich für viele Firmen und Privatpersonen sind.“

Es gibt zweifellos viele Altcoins, die interessante Services anbieten. Oft scheitert es dann aber an der praktischen Verwendung, und hier kann Emercoin auf ganzer Linie punkten. So schaffte es Emercoin, eine Partnerschaft mit Microsoft einzugehen, so dass sie unter Microsoft Azure gemeinsam „Blockchain als Service“ anbieten. Am 28. Januar erfolgte dann zudem die Bekanntmachung, dass First Bitcoin Capital die Services von Emercoin aktiv bewerben wird, so dass es für mich nur eine Zeitfrage ist, bis weitere Geschäftskunden gewonnen werden können. Zudem ist in Emercoins Blockchain ein Transaktions-Optimierer implementiert, wodurch die Blockgröße um rund fünf bis zehn Prozent geringer ausfällt als ohne den Optimierer. Diese Lösung könnte etwas Druck vom Bitcoin-Kessel nehmen, sollte sie dort implementiert werden. Oder um es mit den Worten von Emercoin-Pressechef Jason Cassidy auszudrücken: „Die nicht endende Blockgrößen-Debatte ist immer noch weit entfernt davon, einen Konsens zu finden. Da vieles darauf hindeutet, dass die Community sich Richtung Bitcoin Classic bewegt (also aktuell keine Erhöhung der Blockgröße), könnte die Implementierung von Emercoins Transaktions-Optimierer dem Bitcoin-Netzwerk und der Blockchain wieder die Luft zum Atmen geben für schnellere Transaktionen und Zahlungen.“

Fazit: Emercoin sieht sehr vielversprechend aus. Was bisher noch fehlt, ist eine breite Community, da der „Unterbau“ mit der schnellen Kursentwicklung nicht mithalten konnte. Zudem sieht der Client aus wie zu Anfangszeiten – also bis auf das Logo exakt gleich wie jeder x-beliebige Klon. Das ist ziemlich lieblos, und nach über zwei Jahren hätte man hier durchaus etwas machen können. Zum Beispiel die oben genannte Funktionen direkt über den Client zu verlinken, anstatt hier Kommandozeilen-Eingaben zu setzen wie zu Opas Zeiten…

Aktuell ist die Coin nur bei Altcoinbörsen gelistet, die nicht das ganz große Volumen haben (wie zum Beispiel Bittrex). Das sehe ich aus der Investorenperspektive aber als eher von Vorteil, da viele Käufer sich nicht die Mühe machen, auch einen Account bei kleineren Altcoinbörsen anzulegen. Dies führt dann dazu, dass ein Listing bei Poloniex zum Beispiel zu weiterer Nachfrage führen sollte, da so neue Käuferschichten erschlossen werden können. Der Kurs ist leider nicht mehr ganz billig und liegt bereits bei 0,20 Dollar je EMC, was eine Marktkapitalisierung von 7,3 Millionen Dollar bedeutet. Weitere gute Nachrichten oder aber ein Listing bei Poloniex können durchaus dazu beitragen, die Marktkapitalisierung über einen zweistelligen Millionenbetrag zu hieven. Ich spreche deshalb eine spekulative Kaufempfehlung aus, trotz der genannten Schwächen. Ab einer Marktkapitalisierung im zweistelligen Millionenbereich sollten aber Gewinnmitnahmen erfolgen.

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor ist selbst in Emercoin investiert.

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog Der Altcoinspekulant.


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Markus Bohl

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