05. Februar 2016

US-Caucus Nach der Wahl ist vor der Wahl

Das Verfahren sollte auch in Deutschland eingeführt werden

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Bildquelle: shutterstock Brachten Hillary Clinton Glück in Iowa: Würfel

Nach dem Caucus in Iowa zog der Tross der Präsidentschaftskandidaten und der sie begleitenden Medien sofort weiter nach New Hampshire. In Concord, wo die Hauptlager errichtet wurden, sind die Hotelpreise um das Doppelte gestiegen. Drei Kandidaten der Republikaner haben bereits aufgegeben. Ben Carson legt eine Ruhepause ein. Ganz Amerika konzentriert sich auf den Dreikampf zwischen Donald Trump, Ted Cruz und Marco Rubio. Nach seinem Sieg in Iowa konnte Cruz in den Umfragen nicht zulegen, auch Trump stagniert. Rubios Werte sind dagegen gestiegen. Er wird, weil er als gemäßigt gilt, von den Medien als eigentlicher Herausforderer von Trump aufgebaut.

Was das Kopf-an-Kopf-Rennen bei den Demokraten betrifft, so wurde bekannt, dass Hillary Clinton ihren knappen Vorsprung in Iowa dem Würfelglück verdankte. Ganze sechsmal brachte eine Versammlung kein eindeutiges Ergebnis zustande. In diesem Fall sieht das Gesetz vor, den Würfel entscheiden zu lassen. Sechsmal fiel der Würfel zugunsten von Hillary.

Auf den Straßen von New Hampshire sieht das anders aus. Hier dominieren eindeutig die Bernie-Poster. Dagegen sieht man kaum Werbung für die Republikaner. Donald Trump, dem es nach seiner Niederlage in Iowa stundenlang die Sprache verschlagen hatte, verkündet inzwischen auf allen Kanälen, dass er sich von dem Ergebnis „geehrt“ fühle. Schließlich hätten ihm viele Freunde abgeraten, überhaupt nach Iowa zu gehen, denn er habe dort keine Chance. Dabei sei er Zweiter geworden. Dass Trump schon wie ein richtiger Politiker spricht, der sich von seinem Geschwätz von gestern nicht stören lässt, sei an dieser Stelle angemerkt. Noch am Abend des Caucus hatte er verkündet, als eindeutiger Sieger alle Mitbewerber eindeutig hinter sich zu lassen. Interessant ist, dass Trump seine Angriffe jetzt hauptsächlich auf Rubio, nicht auf Cruz richtet. Auch seine Berater scheinen in dem jungen Senator seinen Hauptgegner zu sehen.

Das Rennen in Amerika bleibt spannend. Ein ähnliches Vorwahlverfahren sollte endlich auch in Deutschland eingeführt werden, damit unsere Parteien endlich nicht mehr allein bestimmen, wer unsere Kanzlerkandidaten sind.

Dieser Artikel erschien zuerst auf der Achse des Guten.


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