18. Januar 2016

Altcoinbroker Poloniex Hohe Zinsen auf Bitcoin

Aber die Lage wird sich wieder normalisieren

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Bildquelle: shutterstock Enormer Zinsanstieg: Poloniex

Die letzten Tage haben den Bitcoin ordentlich durchgeschüttelt und zu großen Kursbewegungen geführt. Aber man kann aus solchen Entwicklungen auch einen Nutzen für sich ziehen. Altcoins konnten erheblich von den Spannungen profitieren. Und die hohe Volatilität erleichterte das Trading zum Beispiel. Ich habe über den Altcoinbroker Poloniex schon öfter berichtet, da er der momentan beste Broker ist. Viele Trader nutzen dort das Margin-Trading: Sie sind so von ihren Fähigkeiten überzeugt, dass sie zusätzlich zu ihrem Guthaben auf Kredit spekulieren. So ist es bei Poloniex zum Beispiel möglich, dass Sie mit einem Guthaben von vier Bitcoin trotzdem bis zu zehn Bitcoin traden können. Die restlichen sechs Bitcoin können Sie ausleihen. Sie nehmen also einen Kredit in Höhe von sechs Bitcoin auf. Ich rate allerdings von Margin-Trading ab, das Coin-Traden ist auch ohne den Einsatz von Kredit schon spekulativ genug!

Aber die Margin-Trader sind auf eine Gegenseite angewiesen: Der Kredit muss von irgendjemandem bereitgestellt werden. Deshalb bietet Poloniex auch Lending an. Das bedeutet, dass es möglich ist, sein Bitcoin-Guthaben den Tradern zur Verfügung zu stellen und dafür Zinsen zu erhalten. Die Kreditlaufzeit beträgt dabei zwei bis 60 Tage, allerdings ist es den Tradern jederzeit erlaubt, vorzeitig zurückzuzahlen. Die Zinsen werden auf Tagesbasis berechnet, sind also höher, als es auf den ersten Blick erscheint. Meist lag der Zinssatz um vier Prozent auf das Jahr hochgerechnet. Also bei circa 0,011 Prozent täglich. Nun haben die Verwerfungen am Markt dazu geführt, dass die Margin-Trader sehr hungrig nach Kredit waren. Die Märkte waren aber komplett ausgetrocknet. Und da es sich um einen freien Markt handelt, sind die Zinsen schnell gestiegen. Sehr schnell und sehr hoch! Am Samstag wurden kurzzeitig 0,5 Prozent pro Tag bezahlt. Aufs Jahr gerechnet ein Zinssatz von 180 Prozent! Aktuell werden immer noch 0,198 Prozent bezahlt, was 71,3 Prozent Jahreszins entspricht. Poloniex übernimmt dabei alle Risiken, man kann also kein Geld verlieren, wenn der Trader sich verspekuliert. Poloniex nimmt dafür eine Gebühr von 15 Prozent der Zinssumme. Aktuell  werden also netto ungefähr 60,5 Prozent Jahreszins bezahlt. Immer noch sehr, sehr lohnenswert!

„Waaas, so hohe Zinsen, wo ist der Haken?“, sagen Sie jetzt. Nun ja, zunächst einmal können die Trader jederzeit den Kredit zurückzahlen. Die maximale Kreditdauer sind 60 Tage, daher ist es wahrscheinlich, dass ab diesem Zeitpunkt (oder schon früher) wieder Zinssätze um 0,011 Prozent gelten. Denn die Lage beim Bitcoin wird sich wieder normalisieren, es wird nicht immer solche Chaostage wie am Freitag/Samstag geben. Das ist aber für mich nicht das Hauptproblem. Ich könnte mit vier Prozent Jahreszins für Bitcoin sehr gut leben. Das größte Problem habe ich allerdings damit, dass man gezwungen ist, sein Kapital beim Broker zu lassen. Und nahezu jeder Broker (denken Sie an Cryptsy) wurde gehackt. Poloniex gilt aktuell als relativ sicher, aber dafür gibt es keine Garantie – auch Poloniex wurde 2014 bereits gehackt. So verlockend die aktuell hohen Zinsen auch sind, setzen Sie deshalb maximal ein Drittel ihres Coin-Kapitals ein, um sich bei Poloniex als „Banker“ zu betätigen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog Der Altcoinspekulant.


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Markus Bohl

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