29. Dezember 2015

Bitcoin und Co Zehn provokante Prognosen für 2016

Die 3.0-Währungen kommen

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Bildquelle: shutterstock Das Wunder der digitalen Währung: Bitcoin

An den Wertpapiermärkten hat es sich in den letzten Jahren etabliert, dass Banken und Finanzdienstleister (Saxobank zum Beispiel) im Dezember für das folgende Jahr unwahrscheinliche und provokante Prognosen aufstellen. Das Lesen kann Kopfschütteln hervorrufen, doch die Trefferquote ist rückblickend oftmals besser als erwartet. Ich möchte diesen Ansatz auf Kryptowährungen übertragen. Dabei müssen die Prognosen wirklich provokant und gewagt sein. Eine Prognose zum Beispiel, die einen Preisanstieg des Bitcoin um mindestens zwei Prozent vorhersieht, kann nun wirklich nicht als gewagt und provokant bezeichnet werden.

Hier sind meine zehn provokanten Prognosen für 2016

Erstens: Der Bitcoin wird erstmals teurer als Gold: Was im Jahr 2013 während des Höhenflugs nicht gelang, wird im Jahr 2016 Wirklichkeit.

Zweitens: Der Bitcoin-Erfinder wird endgültig enttarnt: Es tauchen weitere Dokumente auf, die die Urheberschaft von Nick Szabo (dem Erfinder von Bit gold) erhärten. Nach jahrelangen Dementis gibt Szabo schließlich zu, Satoshi Nakamoto zu sein, und er kann den Bitcoin-Kurs weiter in die Höhe treiben, da er versichert, die Schlüssel zu den 1,5 Millionen „Satoshi-Bitcoin“ im Gegenwert von hunderten von Millionen Dollar bewusst vernichtet zu haben.

Drittens: Hack bei Ripple: Bei Ripple Labs kommt es zu einem folgenschweren Hack, bei dem über sieben Milliarden noch nicht verausgabte Ripple (XRP) gestohlen werden. Auch der mediale Einsatz von Karl-Theodor zu Guttenberg scheitert, trotz des Statements: „Der Vorwurf, Ripple Labs sei gehackt worden, ist abstrus.“ Ripple kann sich von diesem Vertrauensverlust nicht mehr erholen.

Viertens: Litecoin verschwindet in der Bedeutungslosigkeit: Mit dem Wegbrechen der Scrypt-Miningszene wird auch Litecoin weiter stark an Bedeutung verlieren. Es werden deshalb mehrere Altcoins an der Marktkapitalisierung von Litecoin vorbeiziehen.

Fünftens: eMunie startet äußerst erfolgreich: Nach einer Testphase im Februar wird das Fundraising für eMunie im zweiten Quartal zu einem vollen Erfolg. eMunie kann sich ohne Schwierigkeiten in den Top Five festsetzen, und es gelingt auch eine wachsende Verbreitung über die „Szene“ hinaus.

Sechstens: Im Gegenzug befindet sich Ethereum unerwartet im Abwärtsstrudel: Obwohl eine gewisse Weiterentwicklung stattfindet, kann die Benutzerbasis nicht wesentlich verbreitert werden. Trotz stark gestiegener Bitcoinpreise halbiert sich die Marktkapitalisierung.

Siebtens: Nxt kann hingegen den Abwärtstrend stoppen: Nachdem Investoren realisieren, dass die gelisteten Anteile der Nxt-Asset-Exchange eine Marktkapitalisierung von über 25 Millionen Dollar aufweisen, kann auch Nxt profitieren und deutlich im Preis steigen. Die Marktkapitalisierung erholt sich von sechs auf 30 Millionen Dollar, und Nxt kann sich so wieder nachhaltig in den Top Ten der Kryptowährungen etablieren.

Achtens: Griechenland scheidet aus dem Euro aus: Die Einführung der Neuen Drachme wird aber kein Erfolg, da die Bevölkerung viel lieber auf den Bitcoin als Zahlungs- und Wertaufbewahrungsmittel zurückgreift. Die Regierung lenkt schließlich ein und akzeptiert zusätzlich den Bitcoin als offizielle Währung des Landes neben der Drachme. In der Folge wird Griechenland zum Bitcoin-Hub Europas.

Neuntens: OneCoin sinkt auf null US-Dollar: Obwohl die Coin ein besonders innovatives Konzept im Vergleich zu anderen Altcoins aufweist mit Zentralisierung, Closed Source, Lock-up-Frist für Investoren, hohen Gebühren, völliger Intransparenz des Miningprozesses und Multi-Level-Marketing-Vertrieb, können diese Features erstaunlicherweise den starken Kursverlust nicht verhindern.

Zehntens: Weitere blockchainlose Neuentwicklungen: Setzten der Bitcoin und die sogenannten 2.0-Währungen wie Nxt oder Qora noch auf die Blockchain, wird es 2016 viele Neuentwicklungen geben, die nicht mehr auf der klassischen Blockchain basieren. Diese „3.0-Währungen“ setzen die etablierten Altcoins unter Druck, da die technische Leichtgewichtigkeit viele Anwendungen ermöglicht, die bisher nicht möglich waren. Bitcoin wird 2016 davon aber (noch) nicht negativ tangiert.

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog Der Altcoinspekulant.

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor ist selbst in Bitcoin, Nxt und Qora investiert.


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Dossier: Kryptowährungen

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Markus Bohl

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