04. Dezember 2015

Merkels Politik Auch Meutern kann zur Pflicht werden

Bisher nur Aufsässigkeiten

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Bildquelle: shutterstock Nur ein Mast und keine Meuterei: „MS Angela“

„Warum gibt es auf der ‚MS Angela‘ keine Meuterei?“, fragt Henryk M. Broder in der Tageszeitung „Die Welt“ vom 1. Dezember. Sein Beitrag dort knüpft eine Parallele zwischen dem Meuterei-Drama 1789 auf dem berühmten Dreimaster „Bounty“ der britischen Admiralität gegen dessen Kapitän William Bligh und der Stimmung derzeit in der CDU gegen die Parteivorsitzende Angela Merkel im schiffsrumpfähnlichen Parteigebäude der CDU in Berlin. Seit einigen Wochen rumore es im Maschinenraum des Motorschiffes (MS) Angela. Es sei nicht mehr das leise Murren, das ab und zu nach außen gedrungen sei, wenn die Kapitänin mal an Land gegangen sei. Nein, „die Maschinisten mucken auf, laut und vernehmlich“. Merkel allerdings habe auf der Kommandobrücke alle im Griff und lasse sich von niemandem ausbooten. Ja, warum gibt es diese Meuterei nicht?

Bisher nur Aufsässigkeiten, nur Ansätze zur Meuterei

Broders zutreffende Antwort lautet, es fehle (in diesem Vergleich zu damals) Blighs Gegenspieler, der Oberbootsmann Fletcher Christian. Merkel also hat keinen. Oder noch keinen. Ansätze von Meuterei hat es zwar gegeben – Broder nennt zwei Beispiele – aber Merkels „Erster Offizier“ Volker Kauder schritt ein und unterdrückte sie. Die erste Aufsässigkeit weist Broder dem CDU-Haushaltsexperten Andreas Mattfeldt zu, die zweite dem Finanz-Staatssekretär Jens Spahn. Broder meint: „Wenn ausgerechnet ein Zweiter Offizier, der Jens Spahn heißt und an Bord für die Finanzen zuständig ist, ein Manifest verteilt, in dem er mit der Kapitänin abrechnet und sie davor warnt, ‚die alten Fehler von falsch verstandener Toleranz gegenüber anderen Traditionen und Kulturen (zu) wiederholen’, dann kann und mag auch der Erste Offizier nicht viel ausrichten. Denn der Zweite Offizier ist ein junger Mann mit Charisma, der Erste dagegen ein grau gewordener Adlatus, der nichts als befehlen und gehorchen gelernt hat. Aber – er ist es, der im Ohr der Kapitänin sitzt und sie berät.“

„Widerspruch führt zu mehr Widerspruch“

Gleichwohl, so meint Broder, werde es in absehbarer Zeit keine Meuterei auf der „MS Angela“ geben. Kapitän Bligh habe zwar eine Wiedergängerin gefunden, aber Jens Spahn sei kein Fletcher Christian, der es mit ihr aufnehmen würde. Das trifft wohl zu. Doch ebenso trifft zu, was Broder zusätzlich anmerkt: „Solche Vorfälle bleiben auf Dauer nicht ohne Wirkung. Steter Tropfen höhlt den Stein, jeder Dammbruch fängt mit einem Haarriss an, und Widerspruch führt zu mehr Widerspruch. Das weiß auch die Kapitänin und geht weise jeder Konfrontation aus dem Weg. Sie überlässt es ihrem Ersten Offizier, Volker Kauder, die Mannschaft zu disziplinieren. Aber auch dessen Macht ist nicht unbegrenzt. Es kommt darauf an, mit wem er es zu tun hat.“

Boeselager im Zweiten Weltkrieg: Preußische Offiziere müssen meutern

Ein Freund von mir kommentiert die Meuterei-Angelegenheit so: „Die Verschwörer des 20. Juli mussten höllisch aufpassen, wenn sie andere Offiziere auf Widerstand ansprachen. Einer der Angesprochenen sagte zu Philipp von Boeselager: ‚Preußische Offiziere meutern nicht.‘ Boeselager meinte: ‚Preußische Offiziere müssen meutern!‘ Heute geht es nicht um Kopf und Kragen. Sondern höchstens um Dienstwagen und Büro. Doch schon der Gedanke an ein noch nicht abbezahltes Haus oder Kinder in Ausbildung kann so manchen Abgeordneten, der nur über die Liste ins Parlament gelangen kann, handzahm machen. Die meisten Abgeordneten des Jahres 2015 sind von Ausbildung, Charakter und Begabung höchstens Mittelmaß. Zumeist liegt ihr Niveau deutlich darunter. Und daher zählen nicht die Schicksalsfragen der Nation. Sondern Blüms Spruch: ‚Die Rente ist sicher.‘ Meine, werden viele Volksvertreter still hinzufügen … Die Revolution findet nicht statt.“ Aber Meutern – siehe Philipp Freiherr von Boeselager, einer der Offiziere und Verschwörer gegen Hitler – kann zur Pflicht werden.

Eine Predigt gegen Merkel

Aber die Meuterei sollte stattfinden. Der von mir schon verschiedentlich zitierte Lutz Radtke ist – wie immer mehr andere Bürger – der Meinung: „Angela Merkel will offenkundig ein anderes Deutschland. Was sie gegenwärtig tut, ist eindeutig gegen das eigene Volk gerichtet.“ Radtke verweist auf die politische Predigt eines evangelischen Pfarrers in Baden-Württemberg. Anders als die meisten seiner Glaubensbrüder schließt sich dieser dem Willkommens-Hurra seiner amtlichen Kirche nicht an und weist auf die Folgen hin, die die Flüchtlingsmassen für Deutschland haben werden. Seiner Predigt hat er die Überschrift gegeben: „Wie gehen wir als Christen mit der Zuwanderungsproblematik um“. Darin klagt er vor allem Kanzlerin Merkel an. Radtke äußert dazu: „Für mich ist es das erste Mal, dass ich – in dieser geballten Form – Informationen und Begründungen zu einer Politik erhalte, die immer mehr Bürger in großer Sorge um unser Land ‚auf die Barrikaden’ treibt. Aber hören Sie selbst. Bitte nehmen Sie sich die Zeit – diese Predigt könnte zu einem ‚Pflichtprogramm’ für Bürger werden, denen die Zukunft unseres Staates (und damit auch ihre eigene) alles andere als gleichgültig ist!“

„Nichts aus der Geschichte gelernt?”

Nochmals zur Meuterei. Ein Kommentator zu meinem Beitrag vom 23. November „Zurück zu Gesetz und Recht“ schrieb am 2. Dezember unter anderem: „Bitte, wann erinnern sich die Kräfte in Polizei und Staatsanwaltschaft an ihre gesetzlichen und verfassungsmäßigen Pflichten? Wann lesen Soldaten das Grundgesetz – die immerhin vorläufige Verfassung dieses von Merkel und Kumpane zur Erosion gebrachten Staates – und das Soldatengesetz? Und wann unternehmen insbesondere die Genannten endlich alle Anstrengungen, sich nicht auch noch selbst strafbar zu machen? Wann? Nichts aus der Geschichte gelernt? Weil sie in den sozialistischen Bildungskolchosen mit Bedacht insbesondere in den jüngsten Jahrzehnten gar nicht gelehrt wurde? Niemand wird sich mit dem Verweis auf solche – selbst verschuldeten – Defizite aus der Verantwortung schleichen können! Das darf und wird kein drittes Mal gelingen!“ Nochmals: Auch Meutern kann zur Pflicht werden.

Die Rede eines einstigen Brigadegenerals

Abschließend noch ein Hinweis auf eine Rede des Brigadegenerals a.D. Reinhard Günzel, veröffentlicht am 7. November: „Für wie dumm haltet ihr uns – jetzt reicht´s! Fünf Generationen nach Hitler werden wir immer noch gefangengehalten, geistig – das ist das übelste Gefangensein, wir sind nicht selbstbestimmt. Jetzt wird unser Volk ‚slowly but surely’ ausgetauscht, das ist de facto ein schleichender Genozid, für diese Entwicklung steht Merkel, sie muss die deutsche Nation hassen…“ Günzel ist Kommandeur der Spezialeinheit KSK gewesen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog des Autors.


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